Die letzten Christen

Flucht und Vertreibung aus dem Nahen Osten
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Buchprofile - Rezension
Von islamistischem Terror bedroht: Bericht über die Situation der Christen in Syrien und im Irak.
Andreas Knapp hat bei seiner Arbeit mit Flüchtlingen in Leipzig aramäische Christen kennengelernt. Einen von ihnen begleitete er zur Beerdigung seines Vaters in den Norden des Irak und berichtet 2016 in einem Buch von seinen Eindrücken. 10 Jahre später hat sich die Situation der Christen im Nahen Osten durch die Kriege in Iran und in Syrien eher noch verschärft. Am 22. Juni 2025 sprengte sich ein Islamist in der Mar-Elias-Kirche in Damaskus in die Luft, 25 Menschen starben, 63 wurden verletzt – und viele weitere sind traumatisiert. Die Reaktion der Politik, auch der deutschen, war auffallend verhalten. „Wir bedeuten ihnen nichts.“ Diese resignierten Worte von Jacques Mourad, eines Priesters der syrischen Kirche, den Navid Kermani 2015 in seiner Friedenspreisrede zitierte, gilt leider auch 10 Jahre später noch. Daran sollte sich dringend etwas ändern – die Neuauflage von Andreas Knapps Buch kann dazu beitragen. Die Menschen, die er vor 10 Jahren in Ankawa und Umgebung traf, erzählten ihm von ihrem Leben vor der Flucht, vom Terror der Truppen des "Islamischen Staates" und von Flucht und Vertreibung. Diese Geschichten strotzen vor Gewalt und sind schwer zu ertragen. Besonders beeindruckt hat ihn, dass die aramäischen Christen gewaltlos und friedlich geblieben sind, obwohl sie seit Jahrhunderten immer wieder gewaltsam unterdrückt worden sind. In seinen Bericht lässt Knapp immer wieder Informationen zur Geschichte der Christen in Syrien und im Irak einfließen und zu den verschiedenen Ursachen von Terror und Gewalt, die die Menschen zur Flucht treibt. Auch die spirituelle Dimension der Situation der Christen im Nahen Osten kommt zur Sprache. Angesichts der Gewalt und der Aussichtlosigkeit der Lage dieser Menschen schreibt er, könne er nichts anderes tun, als auf das Kreuz zu blicken und für die Menschen zu beten. "Vielleicht ist es ja genau dieser Blick, der den Christen aus dem Orient hilft, in ihrer Verzweiflung nicht bitter zu werden. Ihr Leiden veranlasste sie nicht dazu, anderen Leid zuzufügen und sich zu rächen. Im Beten haben sie sich die Haltung Jesu zu eigen gemacht: alles Schwere in die Hände Gottes zu legen und daran zu glauben, dass Gott selbst das Dunkelste noch verwandeln kann in Licht." Die Lektüre dieses Buches ist (zumindest passagenweise) nicht angenehm, aber wichtig, um zu verstehen, was Menschen aus dem Nahen Osten bewegt, nach Europa zu fliehen. Und sie ist nötig, damit die Christen im Nahen Osten und ihre geflüchteten Glaubensgeschwister in Europa nicht länger den Eindruck haben müssen, sie bedeuteten uns nichts.
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Artikelbeschreibung

Eine Schreckensnachricht jagt die nächste: »Krieg im Iran, Christenverfolgung, IS-Kämpfer, die frei kommen, Unruhen im Nahen Osten.« Die Bilder haben wir alle längst im Kopf. Was wir manchmal nicht im Blick haben: Dort steht die Wiege des christlichen Abendlandes, unserer Kultur. Andreas Knapp hat sich auf Spurensuche im Norden des Irak begeben. Hier leben die letzten aramäischen Christen, Reste von Gemeinden, die auf eine fast 2000 Jahre alte Geschichte zurückblicken können. Das Erschreckende ist, dass der Völkermord an den aramäischen Christen schon vor mehr als 150 Jahren begann. Eine spannende Reiseerzählung und ein erschütternder Bericht, der auch hilft zu verstehen, warum die Menschen aus dem Nahen Osten zu uns fliehen.

»Es bleibt bis heute eine große Herausforderung für die Kirche, das Evangelium von der Überwindung des Bösen durch Gewaltfreiheit und Versöhnung zu predigen und zu leben. Mit umso größerem Respekt begegne ich den Christen aus dem Nahen Osten, die dieser Botschaft trotz größter Bedrängnis treu geblieben sind. Ihr Zeugnis ist ein großer Schatz!«
Andreas Knapp

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Personeninformation

Andreas Knapp, Dr. theol., ist Priester und erfolgreicher Autor. Im Jahr 2000 schloss er sich dem Orden der »Kleinen Brüder vom Evangelium« an. Heute lebt er in einem Plattenbau in Leipzig und engagiert sich in der Flüchtlingsarbeit. Sein Werk wurde u. a. mit dem renommierten Herbert-Haag-Preis (2018) ausgezeichnet.

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