Archiv der verlorenen Kinder

Roman
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Buchprofile - Rezension
Vielschichtige Road-Novel über eine New Yorker Familie, die auf einer Reise in den Südwesten der USA den Zusammenhalt verliert.
Eine Patchwork-Familie mit zwei Kindern fährt von New York in den Südwesten der USA. Der Vater möchte eine Dokumentation über die Geschichte der Apachen erstellen, die Mutter beschäftigt sich mit dem Exodus Tausender Migranten-Kinder aus Zentralamerika in die USA, denn eine Bekannte von ihr, die selber in die USA emigriert ist, ist auf der Suche nach ihren beiden Kindern, die sie allein zurücklassen musste und die auf dem Weg zu ihr verschollen sind. Auf ihrer Fahrt im PKW lernen Vater, Mutter und die beiden Kinder das Leben in den US-amerikanischen Kleinstädten kennen. Und die Eltern merken immer mehr, dass ihre Ehe trotz aller Versuche nicht mehr zu retten ist. Als ihre beiden Kinder fühlen, dass die Familie zerbrechen wird, verschwinden sie spurlos. So wollen sie ihre Eltern dazu bringen, doch zusammen zu bleiben. Ihr Ziel ist der Echo-Canyon, wo sie auch die verschwundenen Kinder zu finden hoffen. - Luisellis Roman ist vielschichtig: Neben der Beschreibung des Zerfalls einer Familie geht es ihr auch um das hochaktuelle Thema der Migrantenkinder, die in den USA nach ihren Verwandten und einem besseren Leben suchen und von den US-Behörden gnadenlos interniert und abgeschoben werden. Mit zahlreichen literarischen Anspielungen und Reflexionen über den American Way of Life hat sie ein ebenso fesselndes wie lebensnahes Buch geschrieben, voller Melancholie, aber auch Poesie, politisch, gesellschaftskritisch und philosophisch. (Übers.: Brigitte Jakobeit)
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Artikelbeschreibung

Eine Familie aus New York bricht zu einer Reise auf. Das Ziel ist Apacheria, das Land, in dem einst die Apachen zu Hause waren. Gleichzeitig sind Tausende von Kindern aus Südamerika auf dem Weg in den Norden. Meisterhaft verknüpft Archiv der verlorenen Kinder Reise und Flucht zu einem vielschichtigen Roman voller Echos und Reflektionen.Eine Mutter, ein Vater, ein Junge und ein Mädchen packen in New York ihre Sachen ins Auto und machen sich auf in die Gegend, die einst die Heimat der Apachen war. Sie fahren durch Wüsten und Berge, machen Halt an einem Diner, wenn sie Hunger haben, und übernachten, wenn es dunkel wird, in einem Motel. Das kleine Mädchen erzählt Witze und bringt alle zum Lachen, der Junge korrigiert jeden, der etwas Falsches sagt. Vater und Mutter sprechen kaum miteinander.Zur gleichen Zeit machen sich Tausende von Kindern aus Zentralamerika und Mexiko nach Norden auf, zu ihren Eltern, die schon in den USA leben. Jedes hat einen Rucksack dabei mit einem Spielzeug und sauberer Unterwäsche. Die Kinder reisen mit einem Coyote: einem Mann, der ihnen Angst macht. Sie haben einen langen Marsch vor sich, für den sie sich Essen und Trinken einteilen müssen. Sie klettern auf Züge und in offene Frachtcontainer. Nicht alle kommen bis zur Grenze.Mit literarischer Virtuosität verknüpft Valeria Luiselli Reise und Flucht zu einem vielschichtigen Roman voller Echos und Reflektionen, zu einer bewegenden und brandaktuellen Geschichte darüber, was Flucht und was Menschlichkeit bedeuten in einer Welt, die aus den Fugen geraten ist.

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Personeninformation

Valeria Luiselli, geboren 1983 in Mexiko City, schreibt für Magazine und Zeitungen wie Letras Libres und die New York Times. Sie hat für das New York City Ballet Libretti und den Essay-Band »Papeles falsos« geschrieben, der von der Kritik hoch gelobt wurde. Ihr Romandebüt »Die Schwerelosen« ist in mehrere Sprachen übersetzt worden, ebenso ihre Essays. Sie arbeitet als Lektorin, Journalistin und Dozentin und lebt in Mexico City und New York.
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