Die Tsantsa-Memoiren

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Buchprofile - Rezension
In dem Schelmenroman erzählt ein Schrumpfkopf aus seinem bewegten "Leben".
Es ist der mitleidige Blick eines Totenkopfaffen, der den Schrumpfkopf (in Venezuela Tsantsa genannt) aus seiner dumpfen Schwärze langsam wieder zu sich kommen lässt. Seinem nächsten Besitzer, dem Engländer Oliver Clifton verdankt der Tsantsa ein neues Leben. Als der Tsantsa nämlich mit Clifton in Rom zufällig einer Hinrichtung beiwohnt, kommen Erinnerungen hoch, und er ruft dazwischen. Clifton meint, sich verhört zu haben. Zu Hause sprechen sie miteinander und Clifton erkennt nicht nur dessen Seele, sondern auch das Potential, das in ihm steckt. Fortan setzt er nämlich den Schrumpfkopf als Spion in Liebesdingen ein. Weitere Besitzer folgen. Einer macht den Tsantsa zum Objekt seiner wissenschaftlichen Studien; beinahe vergammelt er später in einem Fluss oder verbringt Monate in einer dunklen Dachkammer. Doch immer wieder kommt er ans Licht des Tages. - Dem mit Preisen ausgezeichneten Autor Jan Koneffke gelingt es hervorragend, die Leser/-innen in sein hanebüchenes Experiment mit einem sprechenden Schrumpfkopf hinein zu locken; sie werden von seiner Fabulierlust über Kontinente und vom 18. Jh. bis in die Gegenwart getragen. Ein Abenteuer- und Bildungsroman, wie man ihn noch nicht gelesen hat. Für alle Bestände sehr gerne empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Eine Tour de Force durch zwei Jahrhunderte und zwei Kontinente - ein magisch-literarisches Abenteuer mit einem der ungewöhnlichsten Erzähler der deutschen Literatur

Was auf den ersten Blick zu schräg wirkt, um gelingen zu können, entwickelt schon nach wenigen Seiten einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann: Um das Jahr 1780 gelangt ein Schrumpfkopf in den Besitz von Don Francisco, Beamter der spanischen Krone in Caracas. Als Wandschmuck in dessen Schreibstube hängend beobachtet er das Geschehen um sich herum ganz genau - und bemerkt wie nebenbei, dass er gerade dabei ist, ein Bewusstsein zu entwickeln. Und dass er sprechen kann. Doch als er schließlich zum ersten Mal den Mund aufmacht, sorgt das bei Don Francisco prompt für einen Herzinfarkt - und der Schrumpfkopf bekommt einen neuen Besitzer. Seine Reise führt ihn in den folgenden Jahrzehnten u. a. nach Rom, Paris, Frankfurt, London, Bamberg, Bukarest, Wien und Berlin. Er wird Zeuge historischer Begebenheiten und alltäglicher Kleinigkeiten. Und nach und nach findet er immer mehr über seine eigene Vergangenheit heraus.

Dem Fabulierer Koneffke gelingt es, das Leben seines unsterblichen, aber auch hilflosen Helden auf so grandiose Weise zu erzählen, dass man das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dabei hilft ihm auch sein kluger und überaus gewitzter Erzähler, dessen »Menschwerdung« den roten Faden der Geschichte bildet und der einem im Laufe der Lektüre ans Herz wächst.

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