Für den Herrscher aus Übersee

Roman
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Buchprofile - Rezension
Zwei Geschwisterkinder verbringen ihre Sommerferien beim Großvater, der ihnen abenteuerliche Geschichten erzählt.
Zwei Geschwisterkinder verbringen ihre langen Sommerferien bei einem wunderlich-spinnerten Großvater und seiner Frau in ländlicher Idylle. Zum äußeren Ritual gehören die täglichen Ansichtskarten, die ihre Eltern schicken, mit Bildern aus aller Welt, die sich zu einem gewaltigen Kreis-Panorama runden sollen, bis sie wieder heimkehren. Aber die Geschichte, aus für Wunder offenen Kinderaugen nachempfunden, gleicht keinem bündigen Kreis; sie spielt sich auf mehreren Ebenen ab, die man nur mühsam verknüpfen kann, auch wenn sie aus einer kindlichen Perspektive Sinn ergeben. Da ist einmal das Leitmotiv vom Fliegen. "Die Fliegerin" (Ich-Erzählerin, evtl. autobiografisch verbrämt) steuert mit ihrem Bruder märchenhafte Flugapparate, zugleich ganz wirklichkeitsnah zu den Volieren und über den Hühnerhof, wozu sie der narrische, garn-spinnende Opa animiert. Er fabuliert ihnen seine wahre (?) Geschichte von der großen exotischen Liebe zu einer japanischen Fliegerin vor, was mit einer "Bruchlandung" endet (parallel dazu die SOS-Zeichnung am Ende der realen Erzählung). Seine "Fabel" zieht sich wie ein roter Faden durch, ist kunstvoll verwebt, trägt aber auch zu einiger Verwirrung bei im Gleitflug durch alle realen und imaginären Ebenen. - Ein merkwürdig verwunschenes, verwobenes Märchenbuch, das uns die junge österreichische Autorin (zunächst als Zeichnerin bekannt - vgl. den selbst entworfenen Umschlag!) hiermit vorlegt - ihr Romandebüt. Vielleicht hat die junge Autorin zu viel des Guten versucht; kurzum in seiner verästelnden Bildhaftigkeit ist das Buch keine ganz einfache Lektüre. Gewiss reizvoll zu verfilmen!
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Artikelbeschreibung

Ein Debütroman über das Fliegen und die Vögel, über einen Großvater und seine geheimnisvolle Japanerin, über Kinderträume und Lebensklugheit, bestechend genau und bilderreich erzählt.Es ist Sommer. Die Eltern sind auf Reisen und schicken ihren Kindern täglich eine Ansichtskarte von den exotischen Plätzen dieser Welt. Der Großvater liest daraus vor, was er lesen möchte, und das ist meist das Gegenteil dessen, was dort geschrieben steht. Für die Kinder Anlass genug, sich selbst das Lesen beizubringen.Lesen kann man angeblich auch von den Vögeln lernen. Und Fliegen! »Fau ... wie in Sieg, Fau wie in Vogel, und Fau, wie die Vögel fliegen!«, ruft ihnen der Großvater zu und streckt dabei Zeige- und Mittelfinger in die Luft. Ja, fast jeder in diesem Roman fliegt auf irgendeine Weise: Die Fliegerin, die in ihrem bohnenförmigen Fluggerät eine Schar von Vögeln in ihr Winterquartier begleitet. Die Kinder mit ihren selbstgebauten Flugmaschinen aus Federn, Papier und Draht. Und der Großvater, der einmal ein großer Pilot gewesen ist und das Flugzeug einer geheimnisvollen Japanerin repariert hat. Zumindest behauptet er das in seinen hochstaplerischen Geschichten aus früher Zeit.Die Kinder hängen an den Lippen des Großvaters und seine Geschichten werden immer phantastischer: Und das ist fürs Fliegenlernen gewiss die beste Voraussetzung.Ausgezeichnet mit dem ZDF-»aspekte«-Literaturpreis 2012!

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Personeninformation

Teresa Präauer geb. 1979, studierte Germanistik und bildende Kunst. Im Wallstein Verlag erschienen die Romane »Für den Herrscher aus Übersee«, »Johnny und Jean« und »Oh Schimmi« sowie der Großessay »Tier werden«, das Geschichtenbuch »Das Glück ist eine Bohne« und der Erzählband »Mädchen«, dessen theoretischen Unterbau Präauers Ende 2021 gehaltenen Zürcher Poetikvorlesungen bilden. Sie wurde unter anderem mit dem aspekte-Literaturpreis (2012), dem Erich-Fried-Preis (2017), dem Ben-Witter-Preis (2022) und dem Bremer Literaturpreis (2024) ausgezeichnet. Teresa Präauer lebt in Wien.
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