Kochen im falschen Jahrhundert

Roman
24,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
Vier unterschiedliche Szenerien für ein Abendessen.
Ein Paar hat Gäste zum Abendessen eingeladen, eine Frau, einen Mann und ein Paar. Die Frau hat abgesagt, sodass drei Gäste erwartet werden. Von dieser alltäglichen Situation erzählt Theresa Präauer in vier Szenarien. In Version eins kommt der einzelne Mann zuerst und man beginnt Crémant zu trinken, und das Paar kommt dagegen reichlich spät, weil es sich in der Stadt verbummelt hat. In Szenario zwei kommt das Paar zuerst und der Mann, ein Schweizer, am Schluss. In beiden Szenarien dümpeln die Gespräche vor sich hin, das Augenmerk der Gastgeberin gilt ihren perfekten Vorbereitungen. Man streift alle modischen Themen, ziemlich viel Small Talk. In Version drei kommen alle sehr viel später und das Gastgeberpaar tut sich längst an den vorbereiteten Genüssen gütlich. In der vierten Variante kommt die Gastgerberin auf die Idee, Fotos vom gemeinsamen Abend zu posten. Außerdem taucht die Polizei auf, weil sie die Bewohner dieser Straße über einen Wasserrohrbruch informieren will. Und die etwas merkwürdige Nachbarin. Jedenfalls versinken alle in Alkohol und dementsprechend endet der Abend mit einem Kater am Morgen. - Die Autorin spielt mit den Fallstricken des höflichen Plauderns, schweift aber genüsslich immer wieder zu den wertvollen Küchengeräten und den angesagten Marken ab. In allen Szenarien verharren alle in der Welt des Konsums. Nur genug Alkohol befreit sie aus ihren Korsetten des gesellschaftlichen Konsenses. Das ist wohl die Realität im 21. Jahrhundert, literarisch brillant dargestellt. Nominiert für den Deutschen Buchpreis.
Weiterlesen
Podcast Ein Buch empfiehlt:
Gabriele Hafner empfiehlt:

Ein Buch für einen Abend, an dem man Lust hat auf Gäste, aber keine Lust auf Kochen. Die Wiener Autorin Teresa Präauer erzählt von einer jungen Frau, und ihren Essensgästen, alle Ende dreißig, Anfang vierzig. Gelingt der Abend? Warnung vorweg: es gibt zwar Zutatenangaben vor den Kapiteln, verwertbare Rezepte oder gar eine Anleitung für den perfekten Abend mit Gästen, die liefert der Roman nicht. Dafür aber jede Menge amüsante Beobachtungen und einen unterhaltsam-ironischen Blick auf einen langen Abend in diesem Jahrhundert, der ein bisschen aus dem Ruder läuft.

Natürlich sind die Gäste verspätet. Die Gastgeberin kann sich nochmal entspannen, öffnet schon die erste Flasche Crémant, ihr Partner trinkt gerne mit „Eigentlich ist es doch am schönsten, wenn die Gäste gar nicht kommen“, findet die Gastgeberin, die Zweisamkeit wird intimer. Aber die Gäste kommen dann doch.

Artikelbeschreibung

Gastgeberin sein zu können heißt letztlich: erwachsen geworden zu sein.Der Roman eines Abends und einer Einladung zum Essen. Voll mit Rezepten für ein gelungenes Leben und einen misslingenden Abend, der immer wieder neu ansetzt, schlau, witzig, heiter, gleichzeitig begleitet von den unterschwelligen oder ganz offen artikulierten Aggressionen der Beteiligten.In ihren Gesprächen verhandeln sie die ganz großen und kleinen Themen, von den 'Foodporn'-Bildern im Internet über Kochen, Einkaufen und Wohnen als soziale Praktiken. Zunehmend wird der Abend komischer, tragischer, erotischer - dabei werden einzelne 'heutige' Begriffe diskutiert, während die Gastgeberin keine besonders talentierte Gastgeberin ist und sich immer wieder ins falsche Jahrhundert versetzt fühlt. Nebenbei wird in Anekdoten eine Geschichte der Waren, Speisen und des Kochens erzählt.

Produktsicherheit

Hersteller: Wallstein Verlag GmbH
Anschrift: Geiststr. 11
DE-37073 Göttingen
Kontakt: info@wallstein-verlag.de

Personeninformation

Teresa Präauer geb. 1979, studierte Germanistik und bildende Kunst. Im Wallstein Verlag erschienen die Romane »Für den Herrscher aus Übersee«, »Johnny und Jean« und »Oh Schimmi« sowie der Großessay »Tier werden«, das Geschichtenbuch »Das Glück ist eine Bohne« und der Erzählband »Mädchen«, dessen theoretischen Unterbau Präauers Ende 2021 gehaltenen Zürcher Poetikvorlesungen bilden. Sie wurde unter anderem mit dem aspekte-Literaturpreis (2012), dem Erich-Fried-Preis (2017), dem Ben-Witter-Preis (2022) und dem Bremer Literaturpreis (2024) ausgezeichnet. Teresa Präauer lebt in Wien.
Mehr von Präauer, Teresa

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.