Der Nachlass

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Buchprofile - Rezension
Verursacht von der Isolation durch Corona werden bei einer alten Frau Erinnerungen an schlimme Zeiten wach.
Eine alte Frau sitzt in ihrem Lehnstuhl, den sie von Tante Paula geerbt hat, die in Auschwitz ihr Leben verlor. Durch die Isolation und um der Langeweile zu begegnen, beschließt sie, den Keller aufzuräumen. Dort findet sie eine Mappe mit Tante Paulas Briefen, die ihr den Einblick in ein tragisches Leben geben. Dabei kreisen ihre Gedanken einerseits darum, was ein unwertes Leben ist, und andrerseits um Andere, die geschützt werden sollen. - Ein sehr persönlicher Roman, der von Einsamkeit erzählt. Sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Eine alte Frau sitzt in ihrem Lehnstuhl, ihre Gedanken gehen zu ihrer Tante Paula, von der sie dieses Möbelstück geerbt hat, und zu ihrer eigenen aufgezwungenen Einsamkeit. Denn es herrscht Pandemie und sie ist zur "vulnerablen Person" erklärt worden. Als solche wird sie vorsorglich abgesondert und "keimfrei aufbewahrt", vielleicht wird sie unter dieser Schutzglocke ja hundert Jahre alt. Tante Paula hingegen ist keine fünfzig geworden, sie wurde deportiert und der Lehnstuhl ist alles, was von ihr geblieben ist. Zwischen glasklarer Erkenntnis und zunehmender Verwirrung kreist das Denken der alten Frau um das Leben, das geschützt wird, und jenes, das als "unwert" bezeichnet wird, um gesellschaftliche Gewalt - und um das Glück, von niemandem behelligt zu werden.

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Personeninformation

Evelyn Grill, geboren 1942 in Garsten, Oberösterreich, lebt als freie Schriftstellerin in Freiburg im Breisgau, seit 2017 wieder in Linz. 2017 erhielt sie den OÖ-Landeskulturpreis für Literatur. Im Residenz Verlag erschienen: "Vanitas oder Hofstätters Begierden" (2005, nominiert für den Deutschen Buchpreis), "Der Sammler" (2006, mit dem Otto-Stoessl-Preis ausgezeichnet), "Wilma" (Neuauflage 2007), "Das römische Licht" (2008), "Das Antwerpener Testament" (2011), "Der Sohn des Knochenzählers"(2013), "Der Begabte" (2019), "Der Nachlass" (2022).

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