Dorfroman

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein inzwischen in Berlin wohnender Mann besucht seine Eltern in einem Dorf am Niederrhein und wird dabei nicht nur mit seiner Vergangenheit konfrontiert.
Kalkar am Niederrhein, zu Beginn der 1970er Jahre. Hier soll ein Atomkraftwerk, ein "Schneller Brüter", gebaut werden. Der Ich-Erzähler lebt zu dieser Zeit in Hülkendonck, einem kleinen Dorf ganz in der Nähe der Baustelle. Noch ist alles hier eine beschauliche Idylle. Die Dorfgemeinschaft ist intakt, bäuerliche Strukturen überwiegen und der rheinische Katholizismus bestimmt weitestgehend das Leben. Das ändert sich, als erste Pläne für das Kraftwerk bekannt werden. Es gibt Befürworter im Dorf, die sich Profite erhoffen, Gegner, die Angst vor Verstrahlungen haben und viele, denen es schlichtweg egal ist, weil sie glauben, sowieso nichts gegen Politik und Wirtschaft ausrichten zu können. Ein Riss geht nicht nur durch den Ort, sondern auch durch die Familien. Aus Unstimmigkeiten werden Ablehnung und offene Feindschaften. Der inzwischen bald 16-Jährige lernt Juliane kennen, eine junge Frau, die zu der sich immer mehr radikalisierenden Gruppe der Atomkraftgegner gehört. Er verliebt sich in die junge Frau, bricht mit seinen Eltern und wird in die gewalttätigen Auseinandersetzungen der Demonstranten mit der Polizei hineingezogen. Jahrzehnte später, beide Eltern sind nun über achtzig, kommt er wieder zu Besuch nach Hause. Der "Schnelle Brüter" ging nie ans Netz, das Gelände ist jetzt ein Freizeitpark. Das Dorf hat seinen Charakter verloren. Er ist hier fremd, aber doch irgendwie daheim. In seinen Erinnerungen tauchen immer wieder Bilder seiner unbeschwerten Kindheit, der Auseinandersetzungen mit den Eltern und der unerfüllten Liebe zu Juliane auf. - Ein sehr authentischer Roman, der gekonnt Lebensphasen miteinander verknüpft und der sich in seinem Protagonisten schonungslos den Fragen nach Heimat, Zugehörigkeit, Familie und Verantwortung stellt. Sehr zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

Im Schatten des Reaktors - ein fulminanter Rückblick auf die idyllische Weltfremdheit der 70er Jahre.

Alles scheint noch vertraut in Hülkendonck, einem Dorf am Niederrhein. Als wären die dreißig Jahre, in denen der Erzähler hier nicht mehr lebt, nie gewesen. Sein Besuch bei den Eltern beschwört die Vergangenheit wieder herauf: die idyllische Weltfremdheit der 70er Jahre, den Beginn einer industriellen Landwirtschaft, die das bäuerliche Milieu verdrängt. Und den geplanten Bau des "Schnellen Brüters", eines neuartigen Atomkraftwerks, das die Menschen im Ort genauso tief spaltet wie im ganzen Land. Es ist jene Zeit, in der der Erzähler zu ahnen beginnt, dass das Leben seiner Eltern nicht das einzig mögliche ist - und in der er Juliane kennenlernt, eine Anti-Atomkraft-Aktivistin, die ihn in die linke Gegenkultur einführt...Einfühlsam und packend erzählt Christoph Peters von den inneren Zerreißproben eines jungen Mannes und eines ganzen Dorfes. Es ist der große Roman über den turbulenten Aufbruch in jene Bundesrepublik, in der wir heute leben.

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