Der Sandkasten

Roman
22,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
24 Stunden im Leben eines Radiomoderators im Berliner Politik- und Mediensandkasten.
Der Moderator der meistgehörten bundesdeutschen Radiosendung "Magazin am Morgen" steckt Ende 2020 in einer familiären, beruflichen und persönlichen Lebenskrise. Persönlich entdeckt der seit Jahren in Berlin Lebende die Relevanz seiner kleinbürgerlichen Herkunft und familiär gesteht er sich ein, dass sein Zugeständnis zur Eheschließung mit einer Lehrerin wegen der Erwartung des gemeinsamen Kindes nie tragfähig war und er sich der pubertierenden Tochter nicht stellen will. Beruflich hat er sich als scheinbar meinungsloser, harter Fragensteller einen Namen gemacht, in der Coronapandemie werden ihm Einseitigkeiten zugunsten der Leugner und rechter politischer Kräfte nachgesagt, die ihn im öffentlich-rechtlichen Rundfunksystem rasch seine Positionen kosten können. Wie ein letztes Aufbäumen kommen da eine wachsende Vertraulichkeit mit einer Bundespolitikerin und die Aussicht, Pressesprecher einer Bundespartei mit deutlich höherem Gehalt werden zu können, in den Blick. Statt dem in ihn gesetzten Vertrauen gerecht zu werden, übersieht er deutliche Warnhinweise seines Vorgesetzten, konfrontiert den Bundesgesundheitsminister mit ungeprüften, kompromittierenden Vorwürfen und schießt sich so selbst ins Aus. - Der Bericht über 24 Stunden im Berliner Politik- und Mediensandkasten, gut und flott geschrieben, suggeriert die Machtposition eines einzelnen Journalisten, die der Wirklichkeit nicht entspricht und den Auftrag der Medien, Wirklichkeit widerzuspiegeln, in einem unübersichtlichen Pandemiekontext konterkariert. Verzichtbar.
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Christoph Peters hat einen Roman geschrieben, wie es ihn seit Wolfgang Koeppens "Das Treibhaus" nicht gegeben hat: eine schonungslose Bestandsaufnahme der politischen Kultur eines ganzen Landes.

Siebenstädter hat schon alles gesehen. Als Moderator einer Politsendung im Radio kennt er sich aus mit den Spielregeln der Berliner Spitzenpolitik, dem Schattenreich der Hinterzimmer, mit der Gnadenlosigkeit eines Betriebs, dem es nur um Machterhalt geht. Siebenstädter ist so beliebt wie berüchtigt, einer, der an gar nichts glaubt und sich prädestiniert fühlt, die Lügen der Eliten aufzudecken. Mit der Coronakrise jedoch verändert sich das Spiel: Siebenstädter hat ebenso Zweifel an den staatlichen Maßnahmen wie Abscheu gegenüber Verschwörungsgläubigen. Unerwartet erhält er das Angebot der Liberalen, die Seiten zu wechseln, während Maria Andriessen, aufsteigender Stern der Sozialdemokratie, sich mehr für ihn zu interessieren scheint, als es bei einem verheirateten Mann angemessen wäre. Vor allem aber spürt Siebenstädter, dass seine Zeit langsam abläuft - warum also nicht alles auf eine Karte setzen?

Produktsicherheit

Hersteller: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Anschrift: Neumarkter Straße 28
DE-81673 München
Kontakt: kundenservice@penguinrandomhouse.de

Personeninformation

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar geboren. Er ist Autor zahlreicher Romane und Erzählungsbände und wurde für seine Bücher vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2018), dem Thomas-Valentin-Literaturpreis der Stadt Lippstadt (2021), dem Niederrheinischen Literaturpreis (1999 und 2022) sowie dem Schubart-Literaturpreis (2025). Christoph Peters lebt in Berlin. Zuletzt erschien bei Luchterhand mit "Innerstädtischer Tod" (2025) der letzte Teil einer an Wolfgang Koeppen angelehnten Trilogie.

Pressestimmen

»Als Leser dieses bitterbösen wie hochkomischen Buchs glaubt man manchmal geradezu in Siebenstädters Kopf zu stecken.« Christian Schröder / Der Tagesspiegel
Mehr von Peters, Christoph

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.