Entzug

Roman - "Spannend ist das, klug und sehr souverän erzählt." SWR
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Buchprofile - Rezension
Schonungsloser Roman über die Einsicht in eine und den Entzug von einer Alkoholabhängigkeit.
Als er 2005 morgens vergisst, die Whiskyflasche vor der Rückkehr seiner Frau und der gemeinsamen Tochter vom Küchentisch zu räumen, wird dem namenlosen Ich-Erzähler zunehmend klar, dass er ein Problem hat. Dass er seit Jungendtagen trinkt und – inzwischen erfolgreicher Schriftsteller – seine Arbeitsblockade und das zunehmende Zittern nur noch mit Alkohol „in den Griff“ bekommt, ist ihm gedanklich klar. Auch die Herkunft und Entwicklung seiner Rauschmittelgewöhnung von den bäuerlichen Gewohnheiten am Niederrhein, dem katholischen Jungengymnasium, seiner kreativen Umgebung im Kunststudium gehören zum alltäglichen Sinnen. Aber bisher war es nur ein Wissen darüber. Jetzt kommt die Angst dazu, die zweijährige Tochter vielleicht einmal fallen zu lassen oder den vom Verleger abgelehnten ersten Romanentwurf nicht mehr zufriedenstellend überarbeiten zu können. Und wie lange seine Frau, die als Mädchen bereits ihren alkoholabhängigen Vater von heute auf morgen verlassen hatte, noch bei ihm bleibt ... Die Entscheidung zum Entzug steht fest, kann binnen kürzester Zeit umgesetzt werden und jetzt wird mit starken Medikamenten in einer Berliner Entzugsklinik der Alkohol aus dem Körper getrieben. Die körperlichen Folgen, seine durch Gesprächstherapien herausgeforderte Selbstwahrnehmung, die Konfrontation mit anderen Suchtkranken, der unsentimentale bis knallharte Umgang der Ärzte und Pflegekräfte mit ihm: alles wird ertragen, die Motivation mit dem Ziel Tochter, Frau und Schreibfähigkeit wiedergewinnen zu können, trägt bis zum Ende der Entziehung. – Christoph Peters legt in seinem offensichtlich autobiografischen Roman Zeugnis von seiner Alkoholikerbiografie bis 2005 und der Treue seiner Frau Veronika ab. Er findet im Rückblick nach offensichtlich 20 alkoholfreien Jahren eine klare, schnörkellose, sich selbst nicht schonende Sprache. Für die Lesenden ist die schmerzhafte Selbstbezichtigung ebenfalls therapeutisch, wenn vom Alkohol im Alltag die Rede ist. Breit empfohlen.
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Artikelbeschreibung

»Wenn man den atemberaubenden Roman 'Entzug' von Christoph Peters gelesen hat, weiß man, was es bedeutet, schwerer Alkoholiker zu sein. Mehr kann Literatur nicht leisten.« SZ

"Entzug" beginnt mit einer Wodkaflasche auf dem Küchentisch einer dreiköpfigen Familie an einem Montagmittag - und der Frage, wie sie da hingekommen ist. Hat der Erzähler sie allen Ernstes dort vergessen, während Frau und Kind auf dem Spielplatz waren? Am Anfang des Romans steht ein Schriftsteller, der trinkt, um schreiben, denken, fühlen zu können. Der irgendwann nur noch trinkt, um zu trinken, bis zu dem Punkt, an dem die Frage lautet: Trinken und sterben oder aufhören und leben? Er beschließt, sich in eine Klinik einweisen zu lassen. "Entzug" ist ein schonungslos ehrlicher Roman, er handelt von der komplizierten Logistik der Abhängigkeit, vom Betrug an den Menschen, die einem am wichtigsten sind, vom Betrug an sich selbst. Und er erzählt voller Hoffnung vom Weg heraus aus der Hölle der Sucht, zurück in ein Leben, das auch nüchtern wert ist, gelebt zu werden.

»Der Autor hat sich durch die Geschichte dieses Entzugs geschrieben, wie ein Tunnelbohrer sich durchs dunkle Erdreich wühlt. Mit Eleganz, Witz und großer Selbstdistanz (...).« Spiegel+

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Personeninformation

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar geboren. Er ist Autor zahlreicher Romane und Erzählungsbände und wurde für seine Bücher vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2018), dem Thomas-Valentin-Literaturpreis der Stadt Lippstadt (2021), dem Niederrheinischen Literaturpreis (1999 und 2022) sowie dem Schubart-Literaturpreis (2025). Christoph Peters lebt in Berlin. Zuletzt erschien bei Luchterhand mit "Innerstädtischer Tod" (2025) der letzte Teil einer an Wolfgang Koeppen angelehnten Trilogie.

Pressestimmen

»Wenn man den atemberaubenden Roman 'Entzug' von Christoph Peters gelesen hat, weiß man, was es bedeutet, schwerer Alkoholiker zu sein. Mehr kann Literatur nicht leisten.« Süddeutsche Zeitung, Bernhard Heckler
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