Krähen im Park

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein Roman als eine Art Sozialstudie in schwierigen Zeiten.
Peters wählt den geschichtsträchtigen 9. November als den Tag, an dem sich die Geschehnisse seines Romans abspielen und ab und zu kreuzen und hebt somit seine Erzählung aus dem Alltäglichen ins Allgemeingültige, Prägende. Eine Preisverleihung für Literatur kreiert das Bindeglied mehrerer Schlaglichter auf verschiedene Biographie-Abschnitte, in die der Autor eintauchen lässt. Ein energiearmer Schriftsteller, der sich als Vater versucht, eine überehrgeizige Mutter, die als Influencerin um Aufmerksamkeit buhlt, Kulturschaffende und sich mit Kultur Schmückende, ein Politiker, der Gesundheitsminister wird und Verschwörungstheorien anhängt, dessen Sohn, der die Abgrenzung sucht, ein Virologe, der täglich einen Podcast sendet - sie alle versuchen ihr Leben zu Zeiten der Coronapandemie. Der ständige Wechsel der Perspektiven zeichnet eine Sozialstudie rund um den bürgerlichen Kulturbetrieb Berlins. Angereichert wird dieses Panorama durch Zaungäste, deren Rollen den gesellschaftlichen Rahmen nochmal genauer abstecken. So bekommen auch ungewollte Schwangerschaften und Immobilienhaie ein Gastspiel. Peters schreibt nüchtern und berichtend. Stellt man Bezüge zu bekannten Persönlichkeiten her, die eingangs als zufällig benannt sind, aber sich dennoch aufdrängen, lässt sich der Roman beinahe als Persiflage lesen. Entstanden ist eine Sozialstudie über eine sehr spezifische Zeit, die es dennoch schafft, kein Verfallsdatum zu haben.
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Artikelbeschreibung

Ein Tag, eine ganze Stadt: das messerscharfe Porträt einer Gesellschaft im Umbruch - der neue große Roman von Christoph Peters.

Es ist der 9. November 2021, Lockdown in Berlin, doch das Leben bleibt nicht stehen. Der berühmte, aber menschenscheue Schriftsteller Bernard Entremont ist angereist, um einen Preis entgegenzunehmen - ein Ereignis, mit dem die halbe Stadt in Berührung kommt. Engmaschig verwebt Christoph Peters die vielen Geschichten eines Tages und erzählt packend vom Leben in unserer Gegenwart: von der hektisch strippenziehenden Kultursalonière, vom verschwörungsgläubigen Politikersohn beim seltenen Vaterbesuch, von der nicht mehr ganz so jungen Influencerin und ihrem Partner, der endlich seinen dritten Roman schreiben will, vom jungen deutsch-türkischen Pärchen, das nach einem positiven Schwangerschaftstest schwankt zwischen Freude und Angst, vom afghanischen Flüchtling auf der Suche nach einem Fixpunkt im anonymen Getriebe der Stadt. Es ist das große, messerscharfe, wimmelnde Portrait einer Gesellschaft, die sich auf ihre alten Formen nicht mehr verlassen kann, die neuen aber noch nicht gefunden hat.

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Personeninformation

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar geboren. Er ist Autor zahlreicher Romane und Erzählungsbände und wurde für seine Bücher vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2018), dem Thomas-Valentin-Literaturpreis der Stadt Lippstadt (2021), dem Niederrheinischen Literaturpreis (1999 und 2022) sowie dem Schubart-Literaturpreis (2025). Christoph Peters lebt in Berlin. Zuletzt erschien bei Luchterhand mit "Innerstädtischer Tod" (2025) der letzte Teil einer an Wolfgang Koeppen angelehnten Trilogie.

Pressestimmen

»Bitterböse, aber sehr unterhaltsam: Auch in seinem zweiten Roman der 'Trilogie des gegenwärtigen Scheiterns' porträtiert Christoph Peters die deutsche Gesellschaft.« WDR 5
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