Die Mittagsfrau

Band 17552
Roman
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Buchprofile - Rezension
Franck entdeckt hinter dem verlorenen Sohn die verstoßene Mutter und erzählt von Herzensblindheit und Menschenverlust in ihrem Leben.
Was treibt eine Frau dazu, im Sommer 1945 an einem ostpommerschen Provinzbahnhof ihren siebenjährigen Sohn auszusetzen? Ihre Vergewaltigung durch russische Soldaten, eine schnell gescheiterte Schutzehe mit einem Vorzeige-Nazi, ein früh verstorbener Geliebter, der Verlust der Eltern, das Leugnen der jüdischen Herkunft, das Vergessen Gottes und ein unerfüllter Zukunftstraum von einer Welt, der größer ist als ihr Leben: alle diese Verlusterfahrungen sind Teile eines Lebenspuzzles, das sich der Leser selbst zusammensetzen muss aus dem Schicksal der "Mittagsfrau" und ihrer unerhörten Tat, die von der Autorin weder beschönigt noch verworfen wird. "Die Mittagsfrau" ist die faszinierende Geschichte einer Kindsverstoßung aus Sicht der Mutter und zugleich ein eindringlich und empathisch erzählter jüdisch-deutscher Familienroman aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. - Äußerst lesenswert (Deutscher Buchpreis 2007).
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Artikelbeschreibung

Die Mittagsfrau - Eine ergreifende Geschichte über das Schicksal einer Frau in bewegten Zeiten

1945. Helene flieht mit ihrem siebenjährigen Sohn aus dem kriegszerstörten Stettin gen Westen. An einem kleinen Bahnhof irgendwo in Vorpommern lässt sie ihn zurück und kehrt nie wieder. Nach Jahren voller Entbehrungen scheint nun endlich alles möglich, doch Helene trifft eine folgenschwere Entscheidung.

In ihrem preisgekrönten Roman Die Mittagsfrau erzählt Julia Franck einfühlsam vom Leben einer Frau in dramatischen Zeiten. Sie erschafft ein eindringliches Zeitpanorama, das die Schicksale mehrerer Generationen einer Familie umspannt - von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik und den Zweiten Weltkrieg bis in die Nachkriegszeit.

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2007 und verfilmt mit Mala Emde und Max von der Groeben in den Hauptrollen, ist Die Mittagsfrau ein zutiefst berührender Roman über Liebe, Verlust und die Suche nach dem eigenen Weg. Ein Buch, das noch lange nachwirkt.

»Es ist ein tolles, ein wunderbar berührendes, ein frösteln machendes Buch.«
Elmar Krekeler, Die Welt

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Personeninformation

Julia Franck wurde 1970 in Berlin geboren. Sie studierte Altamerikanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literatur an der FU Berlin. 1997 erschien ihr Debüt »Der neue Koch«, danach »Liebediener« (1999), »Bauchlandung. Geschichten zum Anfassen« (2000) und »Lagerfeuer« (2003). Sie verbrachte das Jahr 2005 in der Villa Massimo in Rom. Für ihren Roman »Die Mittagsfrau« erhielt Julia Franck den Deutschen Buchpreis 2007. Der Roman wurde in 40 Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt (2023, Regie: Barbara Albert). Nach »Rücken an Rücken« (2011) erschien zuletzt »Welten auseinander« (Platz 1 der SWR-Bestenliste). Für ihr Werk wurde sie 2022 mit dem Schiller-Gedächtnis-Preis ausgezeichnet.

Literaturpreise:

1995 Siegerin beim Open Mike-Wettbewerb
1998 Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste
1999 Stipendium der Stiftung Niedersachsen
2000 3sat-Preis in Klagenfurt
2004 Marie Luise Kaschnitz Preis
2005 "Roswitha Preis" der Stadt Bad Gandersheim
2007 Deutscher Buchpreis
2010 war die englische Ausgabe der 'Mittagsfrau' auf der Shortlist des Independent Foreign Fiction Prize und auf der Shortlist des 'Jewish Quaterly' sowie für den internationalen IMPAC nominiert.
2022 Schiller-Gedächtnis-Preis

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