Das Geschenk

Roman
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Buchprofile - Rezension
Die deutsche Regierung verbietet den Import von Elfenbein – mit ungeahnten Folgen für Deutschland.
Wie könnte man besonders gewitzt einen Roman beginnen, in dem die entscheidende Tatsache ist, dass in Berlin Elefanten auftauchen? Ob eine KI eine derart raffinierte Lösung fände wie Gaea Schoeters in ihrem neuen Roman? Unmittelbar im Einstieg verknüpft sie die beiden Stränge, um die es geht: Die Elefantenherde, die plötzlich in Berlin erscheint, und die Politik, die versucht, die Dickhäuter und all die Folgen, die sie für die Stadt und schließlich für ganz Europa mit sich bringen, in den Griff zu bekommen. Kurze Kostprobe: Die ganze Stadt stinkt nach Elefantenscheiße. Tropische Samen im Elefantendung haben bis auf die Höhe der Reichstagskuppel invasive Pflanze wuchern lassen. Der Verkehr ist immerhin auf Dauer so behindert, dass er zurückgegangen ist. Und die Politik? Hat das ganze Chaos indirekt ausgelöst. Durch ein wohlmeinendes Gesetz, das den Import von Elfenbein verbietet. Klingt wohlfeil, kein Abschlachten bedrohter Tierarten mehr. Die Regierung von Botswana sieht das jedoch anders, denn dort vermehren sich die Elefanten jetzt ungehindert – mit Folgen für die Landwirtschaft und das Einkommen vieler Bewohner. Also geben Sie das Problem zurück nach Deutschland. Wie Kabinett und Bundeskanzler nun ihre Entscheidungen treffen, das ist eine Politparabel mit satirischen Zügen. Der Lesegenuss wird eigentlich nur gedämpft durch die Nähe zur Realität, nicht in Bezug auf die Elefanten, aber beim Verhalten der Politiker. Parallelen zu real existierenden Problemen und Entscheidungen nicht ausgeschlossen. Ein wenig blutleer wirken lediglich die Tiraden der Partei, die sich der Macht bereits sehr nahe wähnt, ihr aber von den anderen Parteien ferngehalten werden soll. Sehr empfohlen für Tier- und Demokratieliebhaber!
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Dieser höchst originelle Roman beruht auf einer realen diplomatischen Eskapade. Als die Bundesregierung 2024 die Einfuhr von afrikanischem Elfenbein verbot und damit quasi den legalisierten Abschuss der majestätischen Tiere öffentlich tadelte, bot Botswanas Präsident Deutschland den Frei-Haus-Import von 20.000 seiner fast 200.000 freilebenden Elefanten an, die in seinem Land verheerende Verwüstungen anrichten, bei denen auch immer wieder Menschen ums Leben kommen. Diese Drohung hat die belgische Autorin literarisch in die Tat umgesetzt. 
Plötzlich sind sie da! Tausende Dickhäuter in Berlin. Und genauso plötzlich wird die Ohnmacht aller deutlich, die dieses Problem lösen sollen. Der Bundeskanzler und seine Minister sind ratlos, seine Berater nutzlos und eine starke rechtsextreme Partei wittert Morgenluft! Weg mit den Eindringlingen, die unser Land zerstören! Nicht zu verschweigen die rein praktischen Probleme von Straßenreinigung und Verkehrsteilnehmenden. Und die Elefanten haben mächtigen Appetit auf alles, was grünt und blüht. Als Gegenleistung sorgt das afrikanische Saatgut in ihren Gedärmen für neue Vegetation, die bald alles Heimische verdrängt und Stadt und Land überwuchert.
Ob sich dieses chaotische Horror-Szenario auflöst oder nicht, wie Politik und Wirtschaft kollektiv versagen und wie auch die, die daraus politisch und finanziell Kapital schlagen wollten, gegen die Wand fahren, hat Schoeters messerscharf ironisch, bedrückend dystopisch und gleichzeitig sehr unterhaltsam erzählt. 
Insofern ist „Das Geschenk“ deutlich milder als ihr Erstling „Die Trophäe“ kritisiert aber in gleichem Maße falsche und heuchlerische moralische Überheblichkeiten. Wer darin eine Parabel zum aktuellen Geschehen sehen mag, ist herzlich willkommen. 

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch
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Artikelbeschreibung

Nach »Trophäe« der neue Roman von Gaea Schoeters - über die unausweichlichen globalen Fragen aus europäischer PerspektiveElefanten mitten in der Großstadt, und es werden immer mehr. Was geht hier vor? Rasch muss der Bundeskanzler erkennen, dass die Tiere nicht aus dem Zoo entkommen, sondern ein Geschenk des Präsidenten von Botswana sind. 20 000 Elefanten hat er nach Deutschland geschickt, nachdem die deutsche Regierung ein Einfuhrverbot von Jagdtrophäen beschlossen und damit den armen Regionen Botswanas die Lebensgrundlage entzogen hat. »Ihr Europäer wollt uns vorschreiben, wie wir zu leben haben. Vielleicht solltet ihr es einmal selbst versuchen ...«Gaea Schoeters nähert sich nach ihrem Sensationserfolg »Trophäe« den existenziellen Themen des globalen Zusammenlebens aus einer anderen Richtung - und mit blitzgescheitem Humor. Ein neues Lese- und Nachdenkvergnügen!

Produktsicherheit

Hersteller: Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG
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Kontakt: info@hanser.de

Personeninformation

Gaea Schoeters, geboren 1976, ist eine flämische Autorin, Journalistin, Librettistin und Drehbuchautorin. 2012 hat sie den Großen Preis Jan Wauters für ihren kreativen Umgang mit Sprache gewonnen. Für »Trophäe« wurde sie mit dem Literaturpreis Sabam for Culture ausgezeichnet. 2024 ist ihr Roman »Trophäe« und 2025 »Das Geschenk«, beides aus dem Niederländischen von Lisa Mensing, bei Zsolnay erschienen. Lisa Mensing, geboren 1989, übersetzt niederländischsprachige Literatur und moderiert Lesungen. Sie hat u.a. Werke von Gaea Schoeters, Frank Martinus Arion, Gerda Blees, Sacha Bronwasser und Connie Palmen ins Deutsche übertragen.

Pressestimmen

»Eine politische Parabel, die mit faszinierender Leichtigkeit die Herausforderungen der Gegenwart vor Augen führt, ohne sich vor deren Komplexität zu drücken.« Thomas Hummitzsch, Republik, 24.09.25 »Wirklich was Besonderes! Ein höchst amüsanter, kluger, kurzer Roman.« Manuela Reichart, DLF Kultur Lesart, 16.08.25 »Gaea Schoeters hat sich mit ihrem neuen Roman etwas ausgedacht, was zwischen Dystopie und Satire schillert und dabei beachtliche Phantasie entwickelt.« Paul Jandl, NZZ, 05.08.25 »Ein Buch, das einen beim Lesen regelrecht 'wegbläst' und noch mal besser als ihr Vorgänger Trophäe ist. Es ist ein politischer Roman, der dabei aber überaus witzig ist ... Eine fulminante Leseerfahrung, satirisch und sehr vergnüglich.« Denis Scheck, WDR2, 27.07.25 »Eine fein beobachtete, vergnüglich boshafte Politsatire, die man gerne liest.« Barbara Beer, Kurier; 27.07.25 »In Schoeters Roman bringen 20.000 Elefanten die deutsche Gesellschaft an den Rand des Zusammenbruchs. Völlig absurd erscheint das nur, wenn man das Buch noch nicht gelesen hat.« Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 24.07.25 »Schoeters schreibt bildstark ... Eine witzig, leichte Politsatire in vier Akten und ein Buch, das globale Fragen stellt und dazu einlädt über mögliche Antworten nachzudenken.« Annette König, SRF Kultur, 23.07.25 »Ein kluges, bissiges Buch und wie jede gute Komödie bitter im Abgang.« Katja Weise, NDR, 23.07.25 »Ich liebe bei dieser Autorin ihre große Fantasie.« Anne-Dore Krohn, rbb Radio3, 22.07.25 »Das Geschenk' zielt geradlinig auf das Herz der Gegenwart - und filetiert es mit scharfer Klinge.« Joachim Leitner, Tiroler Tageszeitung, 22.07.25 »Unterhaltsam und klug zeigt Gaea Schoeters, dass Trophäenjagd nicht in ein Schwarz-Weiß-Schema passt, dass die Thematik komplexer und komplizierter ist.« Zita Bereuter, FM4, 22.07.25 »Literatur, in die man sich verlieben muss, weil sie so ideenträchtig ist.« Denis Scheck, WDR3 Mosaik, 21.07.25 »Viel Stoff zum Nachdenken und jede Menge zum Lachen.« Anja Witzke, Donaukurier, 19.07.25 »Ein komisches, entlarvendes und blitzgescheites Buch über das globale Zusammenleben.« Bernd Melichar, Kleine Zeitung, 19.07.25
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