Nichts, wirklich nichts?

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Buchprofile - Rezension
Hund und Katze philosophieren über Etwas und Nichts.
Die Langeweile ist eine gute Stimmung, um sich in Ruhe Gedanken zu machen, z.B. darüber, dass es einem bewusst nicht gelingen kann, an nichts zu denken. Diese Einsicht ist das Initial für einen Hund und eine Katze zu einem Gedankenaustausch über die Leere, das Nichts, über Etwas und das Warten. Während der Hund in großer Gelassenheit die langen reflexiven Linien verfolgt, springt die Katze nervös von einer Idee zur nächsten. Die beiden so unterschiedlichen Charaktere ergänzen sich im Dialog, sie weichen ihren Differenzen nicht aus und schätzen einander als Kontrapunkte. Die doppelseitigen Bilder dieses Buchs bilden eine Bühne für diese Godotschen Figuren. Während Hund und Katze in slapstickhafter Manier ihre Possen treiben, bilden die farbgetränkten Hintergründe die Kulissen für ihr Schauspiel. Zunächst ist ein Innenraum mit Fenster definiert, doch bald schon werden die Bewusstseinsströme der beiden als abstrakte Marker, Liniengewirr und Farbwolken wiedergegeben. So wird neben Samuel Beckett auch der (etwa gleichaltrige) Mark Rothko zitiert – zwei große Repräsentanten der existentiellen Strömungen im 20. Jh. Die jungen Leser:innen und Betrachter:innen werden das nicht anfechten. Wenn auch sie einen Dialogpartner bei der Lektüre haben (was ihnen zu wünschen ist!), dann werden sie sich in die Gedankenschleifen über das Sein und das Nichts einfädeln können. – Mit Kindern Philosophie zu betreiben, bedarf manchmal nur eines geringen Anstoßes. Wie gut, wenn dies mit einem so klugen und schön gestalteten Buch geschehen kann!
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Artikelbeschreibung

Ein Hund bittet eine Katze, ihm etwas zu erzählen, irgendetwas. Aber der Katze fällt nichts ein. Da dreht der Hund den Spieß um und fordert die Katze auf, an nichts zu denken. Das bringt die Katze aus der Fassung: Es gibt immer etwas. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Nichts ...

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Personeninformation

Gaea Schoeters ist eine flämische Autorin, Journalistin, Librettistin und Drehbuchautorin. Sie hat viele verschiedene Textformen verfasst, darunter beispielsweise Reiseberichte, Romane, Opern, Theaterstücke und Kinderbücher. Für ihren viel beachteten Roman "Trophäe" wurde sie mit dem Literaturpreis "Sabam for Culture" ausgezeichnet. Gerda Dendooven ist eine belgische Illustratorin. Sie studierte Grafikdesign in Gent und wurde mehrfach für den renommierten Hans Christian Andersen Award nominiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Ihre Illustrationen spielen oft, wie auch in "Nichts", mit Archetypen und absurdem Humor. Ira Wilhelm studierte Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft an der LMU München und übersetzt seit 1994 hauptberuflich Literatur aller Art aus dem Niederländischen. 2015 schloss sie eine germanistische Promotion an der FU Berlin ab. Ira Wilhelm lebt heute in Berlin und ist ebenfalls als Lektorin und Publizistin tätig.

Pressestimmen

"Ein absolutes Spektakel. Verspielt, provokant und tiefgreifend, als hätte Samuel Beckett selbst seine Finger im Spiel gehabt." "Gaea Schoeters hat eine philosophische Geschichte für Jung und Alt geschrieben. Zusammen mit den Bildern von Gerda Dendooven ist daraus ein auffälliges und originelles Bilderbuch entstanden, das sich allmählich in Körper und Seele einnistet. Es bietet keine vorgefertigte Geschichte, wie es sie wie Sand am Meer gibt, aber wenn man sich darauf einlässt, eröffnet sich eine Welt, die die Fantasie anregt und zum Nachdenken anregt." Pluizuit "Dendooven platziert die beiden Figuren in einem farbenfrohen Dekor, das stark an die Werke des amerikanischen Malers Mark Rothko mit seinen abstrakten, eindringlichen Farbflächen erinnert. Mit einem scheinbar lässigen Zeichen- und Malstil mit vagen Flecken und verspielten Linien schafft sie überraschende Kompositionen. Die beiden Tiere stellt sie ausdrucksstark mit menschlichen Zügen und Bewegungen dar." Pluizuit "Der Text ist puristisch. Jeder Satz ist wohlüberlegt, aber flüssig formuliert, ohne ein Wort zu viel. Dadurch bleibt zwischen den Zeilen so viel mehr zu fühlen und zu erahnen. So werden beim Leser/Zuhörer viele Fragen aufgeworfen, die man nicht ignorieren kann." Pluizuit "Das Schöne an der Geschichte ist, dass sie jedes Mal etwas anderes hervorrufen kann. Man kann das Buch nämlich sehr schnell und oberflächlich lesen. Man kann es aber auch langsam lesen und bei jeder Seite innehalten." StoerLeesVoer "Nichts ist Philosophie in verständlicher Sprache und damit für jedes Alter geeignet. Für viele Erwachsene bleibt Philosophie in schwieriger Sprache zu abstrakt. Auch für einen bildhaften Denker wie mich. Deshalb ist ein Bilderbuch umso schöner. Die Bilder unterstützen und verstärken den Text. Wenn es zum Beispiel um "mehr" und "umfassen" geht, ist die Katze genauso groß wie die Seite. Außerdem sind es schöne Bilder mit vielen verschiedenen Farben. Auf jeder Seite sind der Hund und die Katze in einer anderen Haltung zu sehen. Ihr Gesicht zeigt immer einen anderen Ausdruck." StoerLeesVoer
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