Trophäe

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein steinreicher US-Amerikaner auf folgenschwerer Großwildjagd in Afrika.
Hunter White ist durch anrüchige Spekulationsgeschäfte sehr reich geworden, so ist es ihm möglich, seiner Jagdleidenschaft nachzugehen. Er kommt nun zum wiederholten Mal in die Lodge seines Freundes van Heeren in den Süden Afrikas, um ein Nashorn zu schießen, das ihm noch zur Vervollständigung der "big five" fehlt. Doch das Tier wird kurz vor der Jagd von Wilderern getötet. White ist enttäuscht und frustriert. Von einem Aussichtspunkt beobachten White und van Heeren, wie zwei einheimische Jungen eine Antilope erlegen. Da fragt van Heeren beiläufig, ob White schon mal von den "big six" gehört habe. White wird klar, dass es sich um die Jagd auf einen der Jungen handelt. Nach anfänglichem Entsetzen, nach Entrüstung, Empörung, gewinnt bald der Jagdinstinkt die Oberhand. Van Heeren erklärt ihm, dass er mit dem Stamm eine Vereinbarung getroffen hat, dass für eine halbe Million Dollar einer der Jungen gejagt werden darf. Also wird gejagt; White wird von Dawid, einem einheimischen Jäger, begleitet. Doch diese Jagd ist anders. Das "Wild" ist selbst Jäger und weiß, dass es gejagt wird. Als sie dann doch aufeinandertreffen, verletzt White den Jungen nur schwer und bringt es nicht über sich, ihm den Gnadentod zu geben; das muss sein Begleiter übernehmen. Die Atmosphäre ist nun angespannt. Als White von einem Skorpion gebissen wird, beginnt ein Überlebenskampf; White wird durch das Gift zunehmend gelähmt und ist total auf seinen Begleiter angewiesen. Der legt einen Feuerring an, um die Löwen und Hyänen fernzuhalten, und macht sich auf, um Hilfe zu holen ... – Eine eindringliche und zunehmend verstörende Geschichte, die nicht jedermann zusagen dürfte. Aber es ist ein sehr gut geschriebenes Buch. Die detaillierten Schilderungen der Menschen, der Tiere, der Natur, sind außerordentlich beeindruckend und eingängig. Ein außergewöhnlicher Roman der flämischen Autorin, der die Verführbarkeit des Menschen und die Zerbrechlichkeit ethischer Grenzen thematisiert. Unbedingt lesenswert, auch wenn der Einsatz vielleicht nicht überall vorbehaltslos möglich sein könnte.
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Artikelbeschreibung

Provokant, absurd und sprachgewaltig stellt »Trophäe« die existenzielle Frage: Was ist ein Menschenleben wert?

Hunter White, steinreich, Amerikaner und begeisterter Jäger, hatte schon fast alles vor dem Lauf. Endlich bietet ihm sein Freund Van Heeren ein Nashorn zum Abschuss an und damit die Chance, die »Big Five« vollzumachen. Hunter reist nach Afrika, doch dort wird sein Vorhaben jäh von Wilderern durchkreuzt. Er sinnt auf Rache, als ihn Van Heeren fragt, ob er schon einmal von den »Big Six« gehört habe. Ersatzweise könne er ihm eine andere Trophäe zum Abschuss anbieten ... Gaea Schoeters_ preisgekrönter Roman ist von einer außerordentlichen erzählerischen Wucht. Die Tiefenschärfe, mit der sie die Geräusche und Gerüche der Natur beschreibt, lässt einen sinnlich erleben, was einen moralisch an die Grenzen zwischen Richtig und Falsch führt.

  • »Schoeters zieht einem den Boden unter den Füßen weg ... Das ist große Literatur!« (Denis Scheck, WDR2 Lesen)
  • »Wie Gaea Schoeters die Hybris des weißen Mannes untergräbt und die Folgen des Kolonialismus zuspitzt, ist atemberaubend.« (Ariane Heimbach, Brigitte)
  • »Auch Menschen, die mit dem Thema 'Jagd' nichts zu tun haben (möchten), werden Trophäe fasziniert lesen.« (Katja Weise, NDR)
  • »Ein Buch, das uns gerockt hat!« (NDR eat.READ.sleep)

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Personeninformation

Gaea Schoeters, geboren 1976, ist eine flämische Autorin, Journalistin, Librettistin und Drehbuchautorin. 2012 hat sie den Großen Preis Jan Wauters für ihren kreativen Umgang mit Sprache gewonnen. Für »Trophäe« wurde sie mit dem Literaturpreis Sabam for Culture ausgezeichnet und war für den EU-Literaturpreis nominiert. Der Roman wurde auch von der deutschen Presse begeistert aufgenommen.
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