Die Schrift des Windes

Meisterhaft inszenierter Historien-Thriller in actionreichem Samurai-Gewand
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Buchprofile - Rezension
Der Schwertkämpfer Jubei muss den Dieb geheimer Dokumente finden, um den Frieden Japans im Jahre 1649 zu sichern.
Ein streng bewachtes Dokument wird aus dem Tempel gestohlen und droht, den Frieden Japans zu gefährden. Der Schwertmeister Jubei, dessen Familie für die Bewachung des Textes verantwortlich ist, macht sich auf die Suche nach dem Dieb. Schon bald entwickelt sich das Geschehen zu einem unerbittlichen Kampf zwischen Jubei und dem Ninja Yashamaro. Den beiden ebenbürtigen Kämpfern geht es schließlich auch darum, sich in ihrer Kampfkunst zu beweisen. Die Erzählung verwebt Begebenheiten und Figuren aus Japans Vergangenheit mit einer Samuraigeschichte. Actionreiche, teils über mehrere Seiten gehende Schwertkampfszenen bilden dabei einen erzählerischen Schwerpunkt. Ein Glossar am Ende des Buches bietet erste Hintergrundinformationen zum geschichtlichen Verständnis. So entsteht ein durchaus reizvoller Mix aus Kriminalfall, japanischer Geschichte und der hohen Kunst des Schwertkampfes. Der schwarz-weiß gezeichnete Manga ist in original japanischer Leserrichtung veröffentlicht. Zur Anschaffung für Manga-Bestände empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Mit Bushid auf dem Weg in die Moderne

Japan, 1649. Nach zwei Jahrhunderten kriegerischer Auseinandersetzungen herrscht die Tokugawa-Dynastie streng aber friedlich über das Land - unter Festsetzung des Kaisers innerhalb der Stadtmauern Edos. Der Diebstahl eines geheimen Manuskripts heizt die Gemüter der Bevölkerung wieder an und führt Japan an die Grenze eines neuen Bürgerkriegs. Um diesen zu verhindern, beauftragt das Shogunat den Samurai Yagyu mit der Suche nach dem Dokument.

Mit einem Mix aus philosophischer Geschichtsbetrachtung und energiegeladener Actionszenen beschreiben Kan Furuyama und Jiro Taniguchi den Weg Japans in die Moderne.

Weitere Informationen: 

- Einzelband

- Großformatige Klappenbroschur in japanischer Leserichtung

- Ein Klassiker des Historien-Meisters Jiro Taniguchi in deutscher Erstveröffentlichung

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Personeninformation

Jiro Taniguchi wurde 1947 in Tottori, Japan, geboren und gilt heute weltweit als einer der renommiertesten Mangazeichner. Seine Karriere als Zeichner startete er 1972 mit dem Manga »Kareta Heya«. Ab 1974 entstanden unter der Mitarbeit des Journalisten Natsuo Sekikawa Kriminalstorys, zu Beginn der 1980er Jahre schuf er mit Szenarist Carib Marley mehrere Boxergeschichten. An der Serie »Botchan no Jidai Kara« (dt. etwa »In der Zeit von Botchan«), einem Werk über das intellektuelle Leben in Japan gegen Ende des 19. Jahrhunderts, arbeitete der Zeichner ab 1986 und wurde mit Erscheinen des fünften Bandes im Jahr 1998 dafür mit dem Osamu-Tezuka-Culture-Award geehrt.

Neben weiteren Genre-Arbeiten wie »NY no Benkei« (übers. »Benkei in New York«, 1994) begann Taniguchi in den 1990er-Jahren seinen Geschichten einen persönlichen Ton zu geben und aus dem Alltäglichen heraus zu erzählen. So entstand neben »Inu o Kau« (dt. TRÄUME VON GLÜCK), einer einfühlsamen Schilderung des Sterbens eines Haustieres, die Kurzgeschichtensammlung »Aruku Hito« (dt. DER SPAZIERENDE MANN). 1994 folgte »Chichi no Koyomi« (dt. DIE SICHT DER DINGE), 1997 erschien der Band »Harukana Machi-E«, für den er auf dem internationalen Comicfestival in Angoulême 2003 als bester Szenarist ausgezeichnet wurde. Dieses Schlüsselwerk erschien unter dem Titel VERTRAUTE FREMDE 2007 bei Carlsen und wurde auch in Deutschland bereits zweimal prämiert: als »Comic des Jahres 2007« sowie - auf dem Comic-Salon Erlangen 2008 - mit dem Max und Moritz-Preis als »Bester Manga«. Weitere Titel folgten, darunter der autobiografisch inspirierte Band EIN TOD IM WINTER über einen aufstrebenden Manga-Zeichner, den es in die Metropole Tokio zieht, sowie DER KARTOGRAPH, eine im historischen Edo angesiedelte Geschichte.

Jiro Taniguchi gilt heute weltweit als einer der renommiertesten Manga-Zeichner, dessen Werke auf Deutsch bei Carlsen und Schreiber und Leser erscheinen. Für einige Geschichten arbeitete er mit anderen Autoren wie Masayuki Kusumi (DER GEHEIME GARTEN VOM NAKANO BROADWAY und DER GOURMET) oder Autorinnen wie Hiromi Kawakami (DER HIMMEL IST BLAU, DIE ERDE IST WEISS) zusammen. Mit DIE WÄCHTER DES LOUVRE schuf Taniguchi 2014 ein großformatiges Album als Auftragsarbeit des Museum Louvre, das jährlich in Zusammenarbeit mit dem französischen Verlag Futuropolis berühmten Comickünstlern einen eigenen Blick auf die ehrwürdige Kulturinstitution gewähren lässt. Im Jahr 2016 erschien IHR NAME WAR TOMOJI, die Lebensgeschichte Tomoji Uchidas, die in den 1930er-Jahren den buddhistischen Shojushin-Tempel in Tachikawa gründete. Sensibel und eindringlich beschreibt Taniguchi ihre Kindheit und Jugend in einem Dorf am Fuße des Yatsugatake während der Taisho-Epoche (1912-1926).

2016 ehrte der Comic-Salon Erlangen den Künstler mit einer großen Ausstellung. Sein mit einer kleinen Rahmenhandlung versehener, komplett farbiger Bildband VENEDIG (der zunächst als Buchedition exklusiv für Louis Vuitton entstand), ist 2017 als reguläre deutsche Buchhandelsausgabe bei Carlsen erschienen.

Am 11. Februar 2017 verstarb Jiro Taniguchi im Alter von 69 Jahren.

Miyuki Tsuji wurde 1968 in Osaka geboren. Nach dem Studium der Russistik und Kunstgeschichte in Tokio reiste sie entlang der Seidenstraße nach Europa und ließ sich schließlich in Hamburg nieder. Sie veröffentlicht Artikel und Bücher in Japan und Deutschland, ihr erstes deutschsprachiges Buch kam 2006 heraus. Seit 2001 übersetzt sie Manga, u.a. die Serie NARUTO. 2024 erschien ihre erste Kinderroman-Reihe "REN, DER NINJA" in vier Bänden. Die Ninja-Fachfrau lebt mit ihrem Mann, ihrer Tochter und ihrer Shiba-Hündin im Hamburger Vorort Halstenbek.

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