In Zeiten des abnehmenden Lichts

Roman einer Familie
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Buchprofile - Rezension
Ein Deutschlandroman über den Verlust ideologischer Illusionen in einer ostdeutschen Familie über mehrere Generationen.
Wie die Sonne gehen auch Ideologien unter. Welche Verwüstungen sie zurücklassen, beschreibt Ruges in einer herrlich frischen Sprache verfasster Roman, der in einzigartiger Weise ideologiekritischen Witz mit der Melancholie verlorener, vergeudeter Leben verbindet. Vier Generationen umfasst die episodenartig ausgebreitete Geschichte einer DDR-Familie, deren erste durch ideologische Verbohrtheit und nicht zuletzt durch die Launen des Schicksals in den Stand der sozialistischen Nomenklatura aufsteigt - ohne dabei allerdings ihre kleinbürgerlichen Attitüden aufzugeben -, bis die letzte abgestumpft sich in der bundesrepublikanischen Realität von Suff, Drogen und rechtem Milieu verliert. Die Buddenbrooks im real existierenden Sozialismus also, mit diesen nicht allein durch den Niedergang verbunden, sondern durch den Konflikt zwischen den Vorstellungen von Wirklichkeit und der nicht bewältigten Wirklichkeit selbst. Das verbietet eine klare Scheidung von Tätern und Opfern; aus einer anfänglichen Fehlorientierung, so schildert es Ruge, wird eine tiefe Orientierungslosigkeit, die Alexander, den todkranken Protagonisten der vorletzten Generation, hilflos in der Lebensgeschichte seiner Eltern und Großeltern suchen lässt. Mehr als bruchstückhafte Erinnerungen, gar Sinn erbringt diese Suche nicht. So bleibt nach dem Vorübergang der Systeme - auch das westliche erscheint fragwürdig - nur die Sehnsucht nach dem gelungenen Leben. - Unbedingt lesenswert. (Preisträger des Deutschen Buchpreises 2011)
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Artikelbeschreibung

International gefeiert, ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis - ein halbes Jahrhundert gelebter Geschichte, ein Familienroman voller überraschender Wendungen: groß durch seine Reife, seinen Humor, seine Menschlichkeit.
Die Großeltern haben noch für den Kommunismus gebrannt, als sie aus dem mexikanischen Exil kamen, um ein neues Deutschland aufzubauen. Der Sohn kehrte aus der Sowjetunion heim: mit einer russischen Frau, der Erinnerung ans Lager und doch in dem Glauben an die politische Idee. Dem Enkel bleibt nur ein Platz in der Realität der DDR, und er flieht - an eben dem Tag, an dem sich Familie, Freunde und Feinde versammeln, um den neunzigsten Geburtstag des Patriarchen zu begehen.
Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr 1989 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.
2009 erhielt Eugen Ruge für In Zeiten des abnehmenden Lichts den Alfred-Döblin-Preis. 2011 wurde der Roman mit dem Aspekte-Literaturpreis und mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Er verkaufte sich bisher in 28 Länder, stand mehr als 40 Wochen auf der Bestsellerliste und wurde von Matti Geschonneck nach einem Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase fürs Kino verfilmt.

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Personeninformation

Eugen Ruge wurde 1954 in Soswa (Ural) geboren. Der diplomierte Mathematiker begann seine schriftstellerische Laufbahn mit Theaterstücken und Hörspielen. Für «In Zeiten des abnehmenden Lichts» wurde er unter anderem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Seitdem erschienen die Bände «Theaterstücke» und «Annäherung», die Romane «Cabo de Gata», «Follower» und zuletzt «Metropol».

Pressestimmen

Die Bögen wie von Thomas Mann, aber sehr viel komischer. The Sunday Telegraph
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