Walzer für Niemand

Roman
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Buchprofile - Rezension
Kindheit und Coming-of-Age einer Schweizer Musikerin.
Das Buch trägt den Titel eines der bekanntesten Songs von Sophie Hunger (aus ihrem zweiten Album „Monday’s Ghost“). Sie (geb. 1983 als Emilie Jeanne-Sophie Welti) schildert die Kindheit und Jugend zusammen mit dem ominösen, eng verbundenen „Niemand“, einem zugleich distanziert wirkenden Lebenspartner. Als Kind Schweizer Diplomaten wechselt sie häufiger den Wohnort, was aber trägt, vorantreibt und zugleich festhält, was überhaupt die Grundlage ihrer Existenz scheint, ist die Musik. Kaum eine der 181 Seiten des Buches, auf der nicht Songtexte, Interpreten und Musikalben erwähnt werden, kaum ein Kapitel, das nicht wie der Inhalt eines Songs zu lesen ist. Durchbrochen sind diese Abschnitte von eingefügten, ethnographisch anmutenden Berichten über die Frauen der Walser, denen Hunger mütterlicherseits zugehört. Die Ich-Form der Erzählung zieht die Leser:innen direkt in diese Sphäre aus Schweizer Herkunft und Musikwelt. So rätselhaft die Existenz und Aufgabe von „Niemand“ bleibt, so reizvoll ist dieser Rest Unverständnis in einem sonst ohne spektakuläre Schicksalswendung und Spannungsmomenten auskommenden Roman. – Musikinteressierten Lesern und Freunden der Schweizer Literatur sei dies Buch empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Ein Aufwachsen mit dem Zauber und der Kraft der Musik - und die Geschichte einer Freundschaft, deren Innigkeit zerstörerisch ist. Die Ausnahmemusikerin Sophie Hunger schenkt uns einen so abgründigen wie poetischen, einen tragikomischen und raffinierten Coming-of-Age-Roman, der davon erzählt, was wir verlieren müssen, um etwas zu werden.

Ein Mädchen und ihr bester Freund Niemand. Als Kinder von Militärattachés ist ihr Aufwachsen geprägt von ständigen Ortswechseln. Vom Rhythmus der Musik getragen erleben sie Magie und Erschütterungen von Kindheit und Jugend. Am glücklichsten sind sie, wenn sie sich in ihrer Plattensammlung verlieren, wenn sie im Atlas die Welt nach Bandnamen neu kartografieren, wenn sie im Klavierunterricht Dezibelangaben herausbrüllen oder in Songs die Sätze finden, die schon immer in ihnen gelauert haben. Sie verstecken sich in der Musik und werden von ihr versteckt, aber immer haben sie einander.

Doch dann bekommt die Freundschaft Risse. Während Niemand eine Obsession für die Volkskunde der Walserinnen entwickelt, von denen die Erzählerin abstammt, und während sie selbst erste eigene Lieder schreibt, bahnt sich eine Katastrophe an.

Sophie Hunger gelingt es auf beeindruckende Weise, ihre besonderen Qualitäten als Songwriterin in einen vielschichtigen und bewegenden Roman über das Werden, die Freundschaft und das Elementare der Musik zu verwandeln.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Sophie Hunger ist eine Schweizer Musikerin. Sie debütierte 2008 mit ihrem Album "Monday's Ghost" (Universal Jazz France) und spielte 2010 als erste Schweizer Künstlerin beim Glastonbury Festival. In Deutschland erhielt sie 2015 den LEA für die beste Live-Tournee und 2019 den Preis für Popkultur. In Frankreich erhielt sie 2017 den Prix Lumières für ihre Filmmusik des Oscarnominierten Films "Ma Vie de Courgette". Sie studierte Anglistik und Germanistik in Zürich, Konstanz und Bern.

Pressestimmen

»Jede Stelle könnte jeden Poetry-Slam gewinnen.« Michael Zirnstein Süddeutsche Zeitung Online 20250425
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