Die neue Mauer

Ein Gespräch über den Osten
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Buchprofile - Rezension
Eine hochinteressante Diskussion zweier profunder Kenner Ostdeutschlands.
Bodo Ramelow ist vornehmlich als Politiker der Linken, von 2014 bis 2024 Ministerpräsident von Thüringen, bekannt. In der Öffentlichkeit weniger präsent, zumindest in der westdeutschen, ist Ilko-Sascha Kowalczuk, ein DDR-Historiker, der aber nach der Wende in diversen Ausschüssen, Tagungskreisen, als wissenschaftlicher Referent und als Berater bei der Enquete-Kommission des deutschen Bundestages "Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit" mitgewirkt hat, um nur einige seiner Aktivitäten zu nennen. Der Verlag C.H. Beck hatte die beiden Akteure gefragt, ob sie denn nicht in einem Gespräch einige grundlegende Probleme unserer Zeit diskutieren wollten, und aus den Mitschnitten wurde die Textgrundlage zu diesem Buch erstellt. In einer Vorbemerkung von Ramelow wird darauf verwiesen, dass die Demokratie in Deutschland und Europa in großer Gefahr ist. In dem Gespräch werden Ursachen und Wirkungen en détail aufgezeigt. Die Diskussion dreht sich hauptsächlich um die deutsch-deutschen Belange, um die neue Mauer in den Köpfen der Menschen in der erweiterten BRD. Thematisiert werden im Wesentlichen Versäumnisse und Fehler im Vereinigungsprozess, Befindlichkeiten Ost-West, der schwierige Umgang mit "den Anderen", der Traum von einer gerechten Gesellschaft. Und es gibt weitere Themen, z.B. Antifaschismus und Antiamerikanismus, weshalb braucht es dringend eine Verfassungsdebatte. Die AfD und das BSW sind genauso Thema wie die neue politische Situation in den USA wegen Trump. – Es ist eine wohltuend sachliche, von profundem Kenntnisstand geprägte Diskussion. Durch diverse Rückblenden in die DDR-Vergangenheit werden, gerade von Kowalczuk, viele Facetten aufgezeigt, die für manche Leser neue Einsichten darstellen dürften. Es ist eine bemerkenswerte, leicht verständliche Darstellung der jüngeren deutschen Vergangenheit und eine Gegenwartsanalyse, die nicht nur für politisch Interessierte sehr interessant ist, insofern einem breiten Lesepublikum empfohlen!
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Artikelbeschreibung

Der Osten, der Westen und die gefährdete Demokratie

Vieles von dem, was nach 1990 im Osten schiefgelaufen ist, lässt sich aus Versäumnissen und Fehlern im Vereinigungsprozess erklären. Anderes geht auf überzogene Erwartungen und ein falsches Verständnis von Freiheit zurück. So ist eine toxische Stimmung entstanden, die immer größere Teile der Bevölkerung erfasst nicht nur im Osten, sondern auch im Westen. Denn die «neue Mauer» verläuft nicht nur entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, sondern auch zwischen den Verteidigern der Demokratie und jenen, die sie gezielt oder leichtfertig in Gefahr bringen.

Ilko-Sascha Kowalczuk ist einer der besten Kenner der DDR-Geschichte und seit vielen Jahren ein ebenso kritischer wie kluger Beobachter des Vereinigungsprozesses. Die FAZ nannte ihn den «Punk unter den deutschen Historikern». Bodo Ramelow ist seit 1990 in Ostdeutschland politisch aktiv und war von 2014 bis 2024 Ministerpräsident in Thüringen. Die beiden haben sich zusammengesetzt, um nach den Ursachen für den flächendeckenden Wahlsieg der AfD in den neuen Bundesländern und nach den Perspektiven für unsere Demokratie zu fragen. Der Zeithistoriker und der Politiker lassen es dabei nicht an deutlichen Worten fehlen und gelangen zu einem sehr differenzierten Bild der deutsch-deutschen Gegenwart.

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Personeninformation

Ilko-Sascha Kowalczuk ist Historiker und Publizist sowie wissenschaftlicher Berater der Geschäftsführung des Berliner „DDR Museum“. Er ist einer der renommiertesten deutschen Experten für die Geschichte der DDR und des Kommunismus.

Bodo Ramelow ist einer der profiliertesten deutschen Politiker. Er war von 2014 bis 2024 Ministerpräsident in Thüringen und ist heute Vizepräsident des Deutschen Bundestages. Ilko-Sascha Kowalczuk ist Historiker und Publizist sowie wissenschaftlicher Berater der Geschäftsführung des Berliner „DDR Museum“. Er ist einer der renommiertesten deutschen Experten für die Geschichte der DDR und des Kommunismus.

Bodo Ramelow ist einer der profiliertesten deutschen Politiker. Er war von 2014 bis 2024 Ministerpräsident in Thüringen und ist heute Vizepräsident des Deutschen Bundestages.

Pressestimmen

"Was dieses Buch ausdrücklich leistet, ist gelebte Gesprächskultur: So streitet man, so argumentiert man, so hört man einander zu … Wenn mehr politische Auseinandersetzungen so respektvoll abliefen, hätten wir sicher ein paar Probleme im Land rasch gelöst."
Deutschlandfunk Andruck, Catrin Stövesand

"Eine neue Mauer verläuft durch Deutschland. Der Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk und der Politiker Bodo Ramelow haben ein paar Ideen, wie sie eingerissen werden könnte."
Stern, Martin Debes u. Miriam Hollstein

"Ein Buch, das wachrüttelt, begeistert und Hoffnung gibt. Ein Gespräch, das längst überfällig war. Und ein Werk, das man nicht nur lesen, sondern weitertragen sollte – in jede Familie, jede Schule, jede Diskussion über die Zukunft unserer Demokratie."
Bibliomaniacs

"Es ist ein Gespräch geworden, wie man es in deutschen Talkshows schon lange nicht mehr erlebt. Die beiden hören einander zu, begründen, was sie sagen, schütteln auch mal den Kopf und streiten. Aber sie fallen sich nicht ins Wort. Denn im Kern wissen sie, dass es um unser alle Verständnis von Demokratie geht."
Leipziger Zeitung, Ralf Julke

"Ein über knapp 240 Seiten geführtes Küchentischgespräch mit unendlich vielen Facetten."
dpa, Verena Schmitt-Roschmann

"Empfehlenswert für alle, die mit den Basisdaten zur Geschichten von Wende und Wiedervereinigung vertraut sind."
mdr KULTUR, Max Waibel

"Diese Unterhaltung ist ein Mix aus Gedankenaustausch und Streitgespräch, der die aktuellen Schwierigkeiten zwischen Ost und West in ihrer geschichtlichen Einbettung so präzise auf den Punkt bringt wie kein anderer bisher."
Dresdner Morgenpost

"Ein Buch, das Debatten prägt"
der Freitag

"Es ist diese Verknüpfung von biographischer Erzählung und Reflexion, die das „Gespräch über den Osten“ von Kowalczuk und Ramelow ... produktiv macht. Gegenmodell zum schnellen, auf Pointen trainierten Schlagabtausch und zugleich doch gut zu lesen."
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Julia Encke

"Suchen nach den Ursachen für den Erfolg der AfD in Ostdeutschland."
SPIEGEL BESTSELLER Sachbuch - Herbst 2025

"Ein Geschichtsbuch, das sich aus den Biographien der zwei ungleichen Gleichen speist" Frankfurter Allgemeine Zeitung, Markus Wehner
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