Beutezeit

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein deutscher Bankmitarbeiter gerät Anfang der 2000er Jahre in den Korruptionssumpf Kasachstans, während er in der ehemaligen Sowjetrepublik ein florierendes Stahlunternehmen aufbaut.
Der Manager Anton befindet sich auf dem absteigenden Ast seiner Karriere, als er von New Yorker Geschäftsleuten ein Angebot bekommt: Er soll eine Firma in Kasachstan gründen und sie zu einer führenden Kraft im Stahlgeschäft aufbauen. Kaum in Almaty angekommen, macht Anton Bekanntschaft mit Alisha, einer jungen Frau, die mit einer kasachischen Politgröße liiert ist. Alisha verschafft Anton die nötigen Kontakte, sodass er zusammen mit der chinesischen Geschäftsfrau Xenia ein Unternehmen namens Kazmat erwirbt. In wenigen Jahren entwickelt sich Kazmat zu einem profitablen Konzern, was allerdings nicht ohne dubiose Machenschaften möglich ist. Am Ende wird auch Anton von der allgegenwärtigen Korruption in Gestalt von Xenia ausgebootet. - Der Roman beschäftigt sich auf humorvolle Weise mit der Korruption und den autoritären Verhältnissen in Kasachstan. Trotz der Gewissensbisse, die Anton hinsichtlich seiner Rolle in der Entwicklung Kazmats hat, wirkt er, wie alle anderen Figuren auch, wie ein Komödiant in einer eher harmlosen Diktatur. Die Stärke des Buchs liegt sicherlich in seiner Ironie, die die Probleme der postsowjetischen Gesellschaften am Beispiel Kasachstans unterhaltsam aus humorvoller Distanz präsentiert.
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Ein Lehrstück über Korruption und Clanhierarchien in den ehemaligen Sowjetrepubliken und obendrein ein unterhaltsamer Wirtschaftsthriller.

Anton lässt sich anheuern für einen richtig gut bezahlten Job in Kasachstan. - der Osten reizt ihn, obwohl er das Ende der Sowjetunion in Moskau erlebt hat. Seine aktuelle Lebensstation New York steht für Langeweile und Lustlosigkeit. Dann doch lieber Chaos, Energie und gefährliche Herkulesaufgaben – ab nach Almaty in Kasachstan. Dort soll er mit Geld aus anonymen Quellen einen Stahlkonzern aufbauen. Er pflegt die besten Beziehungen – meist sind Frauen seine Türöffner, kennt die Codes und versucht trotzdem, sie zu unterlaufen. Geschäfte machen ohne die ortsüblichen Schmiergelder - er muss es ausprobieren. Als nach zwei Jahren Erfolgsgeschichte der Premier Gesprächsbedarf anmeldet, wird das kein entspannter Smalltalk und Anton muss umschalten auf andere Tonarten. Das örtliche Prinzip „Loyalität oder Vernichtung“ wird nun auch auf ihn angewendet werden.

Artikelbeschreibung

»Wer Russland heute verstehen will, sollte Norris von Schirach lesen.« Viktor Jerofejew - Nach dem hochgelobten Debütroman »Blasse Helden« der zweite Roman des Autors

Als Wladimir Putin im Januar 2000 Staatspräsident wird, verlässt der reich gewordene Rohstoffhändler Anton fluchtartig Moskau. Hinter ihm liegen acht atemraubende Jahre im postsowjetischen Raubtier-Kapitalismus, vor ihm gähnende Langeweile im gutsituierten Milieu New Yorks. Doch auch mit vierzig ist Anton noch immer ein unverbesserlicher Romantiker auf der Suche nach dem nächsten Kick. Da macht ihm ein Headhunter ein verlockendes Angebot. Anton soll im an Bodenschätzen so reichen Kasachstan mit Geld aus anonymen Quellen einen Stahlkonzern aufbauen. Der Deutsche lässt sich auf das Abenteuer ein und muss schmerzhaft erfahren, wie lokale Clans und unersättliche Eliten ihre nach dem Fall der Sowjetunion zusammengeraffte Beute skrupellos verteidigen. Trotzdem findet Anton Verbündete und schließt einen folgenschweren Pakt.

"Beutezeit" ist ein beeindruckend aktueller Roman über eine postsowjetische Gesellschaft, die im Sumpf aus Korruption und Terror versinkt. Durch die Brille seines Helden Anton erzählt von Schirach, wie in einer landschaftlich überwältigend schönen Nation Zentralasiens die globalen Auseinandersetzungen zwischen Russland, China und dem Westen um Bodenschätze, Macht und Einfluss mit den härtesten Bandagen ausgetragen werden - und wie der Einzelne dabei zerrieben wird, sollte er den kommerziellen Codes der neuen Epoche nicht folgen.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Schirach, Norris vonNorris von Schirach, 1963 in München geboren, arbeitete nach Abitur und kaufmännischer Ausbildung in London und New York. Nach dem Studium lebte er von 1993 bis 2003 in Moskau. Dort erlebte er Euphorie und Frustration der Jelzin-Jahre, als sich die Grenze zwischen organisierter Kriminalität und staatlichen Institutionen auflöste, während große Teile der Bevölkerung verarmten. Norris von Schirach hat einen Sohn und lebt nach längeren Aufenthalten in Kasachstan und Australien heute in Rumänien. 2018 erschien sein erster Roman "Blasse Helden", zunächst unter dem Pseudonym Arthur Isarin.

Pressestimmen

»Die realitätsgesättigte, intime Schilderung der Welt von Millionären und skrupellosen Unternehmern macht seinen flott geschriebenen Roman zu einer spannenden Lektüre.« BR Bayern2 "Diwan", Jochen Rack
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