Das Game

Roman
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Buchprofile - Rezension
Mit Mut und Willenskraft versucht Anne, für sich und ihren Sohn eine neue Lebensperspektive zu erkämpfen.
Anna verdient den Lebensunterhalt für sich und ihren 14-jährigen Sohn Leo mit einer fahrbaren Hähnchenbraterei. Ihr Wagen ist nach einem Unfall schrottreif. Sie sucht sich daher eine Putzstelle. Leo glaubt, durch das Dealen von im heimischen Schuppen gestohlenem Cannabis, den die Mutter zum Eigengebrauch anbaut, einen Weg aus diesem Dilemma finden zu können. Beide begleitet bei allem ein inniges Miteinander, das Denken an den beim Surfen zu Tode gekommen Partner und Vater sowie die eigene Leidenschaft für das Surfen. In der Not nimmt Anna an einem menschenverachtenden Wettbewerb teil: Wer am längsten seine Hand an einen teuren Wagen halten kann, ohne jede Unterbrechung, dem gehört der Wagen am Ende. Der Wettbewerb, initiiert von einem Autokonzern, live in öffentlichen und privaten Medien übertragen, dient der Absatzsteigerung und den Einschaltquoten/dem Verkauf der begleitenden Medien. Dazu ist er ein zynisches Spiel um Macht und Einfluss zwischen dem Konzernchef und der Medienverantwortlichen, die ohneeinander nicht können, sich gegenseitig unter Druck setzen. – Passend zu seinem Stoff schreibt der Schweizer Joseph Incardona flott, mit harten Szenenwechseln, packend und ob der nachvollziehbaren Härten manchmal schwer zu ertragen. Die Zuneigung von Mutter und Sohn stehen gegen die Brutalitäten des Lebens, die Machtkämpfe unter Jugendlichen, die Gier der Mediennutzer sowie die ihren persönlichen und wirtschaftlichen Vorteil nutzenden Konzernchefs. Breit empfohlen, gerne auch für Jugendliche.
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Artikelbeschreibung

Anna sichert mit dem Verkauf von Brathähnchen den Lebensunterhalt für sich und ihren dreizehnjährigen, surfbegeisterten Sohn Léo. Ihr Zuhause: ein Bungalow an der Atlantikküste. Doch ihr einfaches, harmonisches Leben gerät plötzlich aus den Fugen: Nach einem Verkehrsunfall ist der alte Kastenwagen nicht mehr einsetzbar, Anna verliert ihre Einkünfte, Schulden häufen sich an.Léo kennt einen Ausweg: Eine Teilnahme am Game, einer Fernsehshow, die in der Gegend stattfindet und in den Medien gepusht wird, könnte die Rettung aus der Misere bedeuten. Die einzige Aufgabe: das zur Verfügung gestellte Auto im Wert von 50000 Euro anzufassen und nicht mehr loszulassen. Wer am längsten durchhält, gewinnt. In ihrer Verzweiflung lässt Anna sich darauf ein. Mit bissiger Ironie und treffender Schärfe karikiert Joseph Incardona den brutalen Zynismus unserer konsumorientierten Mediengesellschaft. Zugleich erzählt er mit viel Sensibilität von der Suche nach Würde in einer materialistisch geprägten Welt.

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Personeninformation

Joseph Incardona, geboren 1969 in Lausanne. Der Schriftsteller und Drehbuchautor veröffentlichte zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, Theaterstücke und Comics, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde. Seine Romane "Asphaltdschungel" und "One-Way-Ticket ins Paradies" sind in deutscher Übersetzung im Lenos Verlag erschienen. 2014 führte er zusammen mit Cyril Bron Regie beim Film "Milky Way". Joseph Incardona lebt in Genf. Lydia Dimitrow, geboren 1989 in Berlin. Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft in Berlin und Lausanne. Autorin von Theatertexten und Prosastücken (u.a. Stipendiatin in der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin) und Übersetzerin aus dem Englischen und dem Französischen (u.a. Jamey Bradbury, Isabelle Flükiger, Bruno Pellegrino). Für ihre Übertragung des Romans "Der Zoo in Rom" von Pascal Janovjak wurde ihr 2022 der Terra Nova Preis Übersetzung der Schweizerischen Schillerstiftung verliehen. Sie lebt in Berlin.

Pressestimmen

"So fesselnd wie eine amerikanische Serie, so intelligent wie ein Thriller, so tiefgründig wie eine Gesellschaftsanalyse." (La Dépêche)
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