Zukunft
16.09.2025


Schule muss sich ändern

Unsere Schulen brauchen Hitzeschutz!

Unser Klima ändert sich, im Sommer ist immer mehr mit Hitzewellen zu rechnen. Doch Schulen und Kitas sind nicht darauf vorbereitet. Ein Kommentar des KEG-Landesvorsitzenden Martin Goppel.
  

Über Hitzefrei dürfen Schüler in Deutschland trotz höherer Temperaturen nicht mehr so oft jubeln wie früher. Umso wichtiger ist ein angenehmes Unterrichtsklima – in jeder Bedeutung des Wortes. Über Hitzefrei dürfen Schüler in Deutschland trotz höherer Temperaturen nicht mehr so oft jubeln wie früher. Umso wichtiger ist ein angenehmes Unterrichtsklima – in jeder Bedeutung des Wortes. Foto: © imago/photothek

Die zunehmenden Hitzewellen sind längst keine Ausnahmen mehr – sie sind Teil unserer neuen Realität. Der Klimawandel zwingt uns dazu, eingefahrene Strukturen zu überdenken, besonders in Schulen, wo die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und pädagogischen Fachkräften im Mittelpunkt stehen sollten.

Jetzt ist Mut gefragt. Mut, bestehende Pläne loszulassen, kreative Wege zu gehen und flexibel auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren. Aktivitäten wie Lesen unter schattigen Bäumen, Wasserspiele im Schulhof, kühle Tücher oder das Eintauchen der Füße in Wasserbecken – all das sind keine Luxuslösungen, sondern einfache, wirkungsvolle und kostengünstige Maßnahmen mit großer Wirkung.
   

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Rückgriff auf bewährte Hausmittel

Hitzeschutz beginnt eben nicht nur mit Technik und Bauprojekten – er beginnt mit Haltung. Eigenverantwortung, Flexibilität und der Rückgriff auf bewährte Hausmittel können dabei genauso entscheidend sein wie bauliche Veränderungen. Es braucht Schulen, die bereit sind, ihren Rhythmus anzupassen – etwa durch einen früheren Unterrichtsbeginn an heißen Tagen, wie es in südlichen Ländern längst üblich ist. Ein starres Festhalten an gewohnten Abläufen kann unter neuen klimatischen Bedingungen zur Belastung werden.

Besonders im Ganztagsbereich geraten Schulen und Kitas an ihre Grenzen: Viele Gebäude sind weder räumlich noch klimatisch auf anhaltende Hitze ausgelegt. Doch der alleinige Ruf nach den Kommunen als Sachaufwandsträgern greift zu kurz. In Zeiten knapper öffentlicher Mittel muss Hitzeschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Es geht darum, gemeinsam kreative, tragfähige Lösungen zu entwickeln – ohne ausschließlich auf große Investitionen zu hoffen, die oft lange auf sich warten lassen.
   

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Haltung und Ideenreichtum

Wir stehen an einem entscheidenden Punkt: Der Mensch muss sich veränderten Bedingungen anpassen – mit Haltung, Ideenreichtum und solidarischem Handeln. Wenn wir heute gemeinsam Verantwortung übernehmen, können Schulen und Kitas zu Orten werden, an denen Kinder auch bei großer Hitze gesund, sicher und mit Freude lernen und leben können.

Martin Goppel, Landesvorsitzender der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) Bayern