Kultur und Wissen
28.05.2026

Aussichtspunkte in Rom

Panorama über Kuppeln und Gärten

Alle Wege führen nach Rom. Doch einmal angekommen, fällt es gar nicht so leicht, den Überblick über die Drei-Millionen-Einwohner-Stadt zu wahren. Zum Glück gibt es mehr als ihre sieben berühmten Hügel, um ihre ganze Schönheit von oben zu entdecken.
  

Der Sonnenuntergang lässt sich mit Blick auf Rom besonders gut genießen. Der Sonnenuntergang lässt sich mit Blick auf Rom besonders gut genießen. Foto: © imago/ZUMA Press

Der Gianicolo, einer der berühmtesten Aussichtspunkte Roms, hat eine Besonderheit: Der Petersdom ist dort nicht Teil des Stadtpanoramas. Wer den steilen Anstieg vorbei am päpstlichen Kinderkrankenhaus Bambino Gesù geschafft hat, dem liegt Rom zu Füßen. Untermalt wird die Aussicht von knutschenden Italienern, Live-Musik, Touristenselfies – und dem lauten Kanonenschuss, der jeden Tag um Punkt 12 Uhr abgefeuert wird. Wechselt man auf die andere Seite des Garibaldi-Platzes, zeigt sich dann auch die weltberühmte Kuppel des Petersdoms zwischen sattgrünen Bäumen.

Ein Geheimtipp ist der Gianicolo unweit des Vatikans zwar nicht. Dafür bietet er einen unschlagbaren Vorteil für all jene, die nach ausgiebigen Rom-Spaziergängen nicht mehr ganz so lauffreudig sind: Ein Linienbus bezwingt die Strecke auf 82 Meter Höhe.
   

Der grüne Monte Mario ist mit 139 Metern der höchste Hügel in Rom. Auf ihm verläuft auch ein Abschnitt des historischen Pilgerwegs der „Via Francigena“. Der grüne Monte Mario ist mit 139 Metern der höchste Hügel in Rom. Auf ihm verläuft auch ein Abschnitt des historischen Pilgerwegs der „Via Francigena“. Foto: © imago/Dreamstime

Auf dem Monte Mario

Noch höher geht es auf dem Monte Mario, mit 139 Metern der höchste Hügel in Rom. Damit qualifiziert er sich nicht nur als Standort einer Sternwarte, sondern auch als idealer Panoramapunkt über der italienischen Hauptstadt. Etwas außerhalb des historischen Zentrums gelegen, verirren sich keine großen Touristengruppen auf den grünen Hügel – der Besuch einer Wildschweinfamilie dürfte wahrscheinlicher sein. Der Wald schluckt den Großstadtlärm und lässt den Betrachter in aller Ruhe auf den sich durch Rom schlängelnden Tiber und bis in die Berge schauen.

Zwar mittendrin, aber trotzdem etwas versteckt liegt der Piazzale Caffarelli. Er befindet sich direkt an den Kapitolinischen Museen an der kleinen „Via delle Tre Pile“. Zwischen Brunnen, Bäumen und Büschen bietet sich hier ein weiter Blick über die Dächer und viele Sehenswürdigkeiten Roms. Nur wenige Meter weiter gibt es einen kostenfreien Zugang zu Toiletten und zur Bar der Kapitolinischen Museen. Diese verfügt übrigens über eine große Dachterrasse, auf der man die Aussicht auch mit einem Getränk genießen kann.

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Das antike Rom

Nur wenige Gehminuten entfernt lässt der „Belvedere Tarpeo“ Besucher tief in das antike Rom eintauchen. Vor dem Aussichtspunkt erstreckt sich das berühmte Forum Romanum. Eine andere Perspektive auf das alte Rom bietet der Panorama-Spot benannt nach dem italienischen Denkmal- und Umweltschützer Antonio Cederna (1921–1996). Er gilt als einer der ikonischsten Aussichtspunkte der Stadt mit Blick auf die Kaiserforen, das Kolosseum und das Nationaldenkmal „Altare della Patria“. Nach zwölf Jahren Schließung ist der „Belvedere Cederna“ wieder für die Öffentlichkeit zugänglich – mit neuen Sitzmöglichkeiten und dekoriert mit Zitronen- und Olivenbäumen. Er befindet sich auf Höhe des „Clivo di Acilio“, etwa 150 Meter vom Kolosseum entfernt.

Die Villa Medici auf dem Pincio-Hügel liegt inmitten herrlicher Gartenanlagen. Die Villa Medici auf dem Pincio-Hügel liegt inmitten herrlicher Gartenanlagen. Foto: © imago/ABACAPRESS
Raus aus der Antike, rein ins barocke Rom: Wer die Spanische Treppe erklommen hat, kann mit Daueraussicht in Richtung des nächsten Panoramapunkts auf dem Pincio-Hügel spazieren. Die Straße führt vorbei an der Villa Medici mit ihren herrlichen Gärten – ein Abstecher lohnt sich – und mündet auf der großzügigen Terrasse oberhalb der Piazza del Popolo.

Von hier bietet sich ein grandioser Panoramablick über Rom inklusive Petersdom, Monte Mario und dem Gianicolo in der Ferne. Im großen Stadtpark „Villa Borghese“, der sich direkt an den Aussichtspunkt anschließt, kann man wunderbar weitere Runden im Grünen drehen – auch wortwörtlich. Denn hier gibt es auch einen Fahrradrikscha-Verleih.

Üppige Orangebäume wachsen im bezaubernden Giardino di Sant'Alessio auf dem Aventin. Üppige Orangebäume wachsen im bezaubernden Giardino di Sant'Alessio auf dem Aventin. Foto: © imago/Panthermedia

Azurblauer Himmel und Orangenblüten

Etwas ruhiger geht es im Orangengarten auf dem Aventin-Hügel zu, einem der romantischsten Parks in Rom. Die großen Mauern einer mittelalterlichen Festung umschließen den Garten mit Pinien und Orangenbäumen nahe der frühchristlichen Basilika Santa Sabina. Von hier sind es nur wenige Meter bis zum berühmten Schlüsselloch der Malteser-Villa, durch das man auf die Kuppel des Petersdoms schauen kann.

„Aber sag mir, wie oft hast du den Himmel über Rom betrachtet und gesagt, wie schön er ist ...“ Diese Liedzeile kommt dem Betrachter unweigerlich in den Sinn, wenn er die Aussicht vom Monte Ciocci genießt. Darum wohl hat sie ein Künstler direkt auf die kleine Mauer des eher unbekannten Panoramapunkts geschrieben. Der Hügel direkt an der Haltestelle „Valle Aurelia“ ist ein Naherholungsgebiet für die Bewohner des Viertels nahe dem Vatikan. Touristen verirren sich nur selten auf die Anhöhe, die seit einiger Zeit auch ein kleines Restaurant beherbergt. Dabei führt ein neuer Rad- und Fußweg direkt von der Stazione San Pietro auf den grünen Berg mitten in der Stadt.

Mit einer optischen Täuschung überrascht die Via Nicolò Piccolomini, die sich nicht weit vom Monte Ciocci befindet. Der Petersdom erhebt sich majestätisch vor der Anhöhe – doch je näher man kommt, desto weiter scheint sich die Kuppel zu entfernen. Der Effekt hat zwar nichts mit Magie, sondern mit der Perspektive zu tun – ein Blick lohnt sich aber auf jeden Fall.

Knuspriges Porchetta gibt’s im kleinen Ort Ariccia in den Bergen südöstlich von Rom. Knuspriges Porchetta gibt’s im kleinen Ort Ariccia in den Bergen südöstlich von Rom. Foto: © imago/ZUMA Press

Panorama mit Porchetta und Prosecco

Nachts sieht man ihre Lichter von vielen Aussichtspunkten der Stadt: die Castelli Romani in den Bergen südöstlich von Rom. Warum also nicht mal einen Perspektivwechsel wagen? Die kleinen Städtchen bieten nicht nur einen weiten Blick über die Ebene bis nach Rom, sondern auch allerlei kulinarische Köstlichkeiten.

Der kleine Ort Ariccia ist besonders bekannt für seine Porchetta, einen mit Wildkräutern herzhaft gewürzten Schweinerollbraten mit krachend-knuspriger Kruste. Die Empfehlung: den Sonnenuntergang auf der Piazza di Corte genießen – in der einen Hand eine Semmel mit dem „römischen Gyros“, in der anderen ein Glas prickelnder Prosecco. 

Severina Bartonitschek
KNA
Artikel von KNA
Katholische Nachrichten-Agentur
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