Höher, älter, auffälliger
In den 743 Pfarreien und Kuratien der Erzdiözese München und Freising stehen insgesamt weit über 3.000 Kirchen und Kapellen. Zwar ist jedes dieser Gotteshäuser auf seine Weise einzigartig, mit jeweils individueller Bausubstanz, Ausstattung und Geschichte – doch fallen manche Kirchen besonders aus der Reihe. Sei es, weil sie von ihren Ausmaßen her Rekordhalter sind, sei es, weil sie über eine andere ungewöhnliche Eigenschaft verfügen. Wir stellen einige von ihnen vor.
Dom zu Unserer Lieben Frau, München. Foto: © imago/imagebroker
Der Münchner Liebfrauendom gilt als die größte Kirche im Erzbistum und zugleich in ganz Bayern. Allerdings ist „groß“ relativ, denn damit kann Unterschiedliches gemeint sein: Fläche, Länge, Volumen, Gebäudehöhe, Zahl der Sitz- und Stehplätze … Der Liebfrauendom wird auch immer wieder als eine der größten Hallenkirchen der Welt bezeichnet, teils auch als die größte von allen.
[inne]halten - das Magazin 10/2026
Uralt und wunderschön
Eine einzigartige Lage, eine über tausendjährige Geschichte und eine romanische Kirche voller Schätze: Das ist Kloster Seeon.
Lesen Sie im [inne]halten-Magazin unseren Themenschwerpunkt und weitere Geschichten und Berichte aus dem kirchlichen Leben.
St. Michael, München
Normalerweise hat jede Kirche einen ins Bauwerk integrierten Kirchturm oder einen freistehenden Campanile. Die bedeutendste und größte, die keinen hat, ist die Jesuitenkirche St. Michael in der Münchner Innenstadt.
St. Michael, München. Foto: © Burghardt
St. Martin, Landshut
Die Stiftsbasilika St. Martin in Landshut hat den mit 130 Metern höchsten Backsteinturm der Welt. Von den Kirchtürmen anderer Bauart sind weltweit nur 13 höher.
St. Martin, Landshut. Foto: © imago/Dreamstime
St. Alto und St. Birgitta, Altomünster
In der ehemaligen Klosterkirche St. Alto und St. Birgitta in Altomünster musste eine Dreiteilung des Raums zwischen Ordensleuten und Volk realisiert werden, da das Kloster zeitweilig ein Doppelkloster mit Mönchen und Nonnen war. Die komplex hinter- und übereinander angelegten Chorräume für Nonnen, Mönche und Volk werden noch ergänzt durch den Altarraum und eine Vorhalle, sodass sich insgesamt ein einzigartiges Raumsystem ergibt.
St. Alto und St. Birgitta, Altomünster. Foto: © imago/Michael Westermann
St. Michael, Langenpettenbach
St. Michael in Langenpettenbach im Dachauer Land wirkt auf den ersten Blick wie eine ganz normale Dorfkirche. Ihr Geheimnis wird erst sichtbar, wenn man sich die Form des Baus näher anschaut. Im Jahr 1922 wurde quer durch die bestehende spätgotische Kirche eine neue Kirche gebaut. Auf diese Weise durchdringen sich die alte und die neue Kirche und bilden gemeinsam einen kreuzförmigen Kirchenraum.
St. Michael, Langenpettenbach. Foto: © K.Baas auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Heilig Kreuz, München-Fröttmaning
Die Kirche Heilig Kreuz in Fröttmaning wartet mit mehreren Besonderheiten auf: Sie ist die älteste erhaltene Kirche auf Münchner Stadtgebiet und beinhaltet die älteste gemalte Christus-Darstellung in ganz Bayern; zudem befindet sie sich genau im Winkel eines Autobahnkreuzes. Schließlich hat die Kirche auch noch eine Doppelgängerin, ein nahezu identisch aussehendes Kunstobjekt, das 175 Meter vom Original entfernt im Hang „versinkt“ (Foto). Damit soll der Untergang des alten Dorfs Fröttmaning symbolisiert werden, von dem die Heilig-Kreuz-Kirche das einzige Überbleibsel ist.
Heilig Kreuz, München-Fröttmaning. Foto: © Burghardt
St. Peter und Paul, Petersberg bei Erdweg
Eine seltene Ausnahme in Altbayern stellt die romanische Basilika St. Peter und Paul auf dem Petersberg im Dachauer Land dar. Während andere romanische Kirchen oft abgerissen, überbaut oder umgestaltet wurden, ist sie noch in ihrer ursprünglichen romanischen Schlichtheit und Formvollendung erhalten.
St. Peter und Paul, Petersberg bei Erdweg. Foto: © imago/imagebroker
Patrona Bavariae auf dem Wendelstein
Die Wendelsteinkirche Patrona Bavariae, auf 1.740 Meter Höhe knapp unterhalb des Wendelsteingipfels gelegen, ist die höchstgelegene Kirche Deutschlands. Lässt man auch andere Sakralgebäude gelten (die kirchenrechtlich nicht den Status einer Kirche haben), ist die Kapelle Maria Heimsuchung auf dem Zugspitzplatt mit einer Höhe von 2.600 Meter am höchsten gelegen.
Patrona Bavariae auf dem Wendelstein. Foto: © imago/Wirestock
Herz Jesu, München-Neuhausen
Die weltweit vermutlich größten Kirchenportale – mit 14 Meter hohen Glasflügeln – öffnen sich in Herz Jesu im Münchner Stadtteil Neuhausen.
Herz Jesu, München-Neuhausen. Foto: © imago/Reinhard Kurzendörfer
St. Johann Baptist und Heilig Kreuz, Westerndorf
St. Johann Baptist und Heilig Kreuz in Westerndorf bei Rosenheim wird von Deutschlands größtem Zwiebeldach und einer der größten freitragenden Holzkuppelkonstruktionen Europas gekrönt.
St. Johann Baptist und Heilig Kreuz, Westerndorf. Foto: © imago/imagebroker
Mariä Himmelfahrt, Laufen
Die Stiftskirche Mariä Himmelfahrt in Laufen an der Salzach ist die älteste gotische Hallenkirche Bayerns und sticht mit ungewöhnlichen äußeren Proportionen ins Auge.
Mariä Himmelfahrt, Laufen. Foto: © imago/imagebroker
St. Pius, München-Berg am Laim
Eine auffällige äußere Form besitzt St. Pius im Münchner Stadtteil Berg am Laim mit einem ungewöhnlich breiten Turm.
St. Pius, München-Berg am Laim. Foto: © Aisano bei Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Seliger Pater Rupert Mayer, Poing
Zu den neueren Kirchenbauten, die auch in ihrer optischen Wirkung bewusst eigene Wege gehen, zählt die 2018 errichtete Kirche Seliger Pater Rupert Mayer in Poing.
Seliger Pater Rupert Mayer, Poing. Foto: © imago/agefotostock



