Weihnachten 1945
20.000 Weihnachtspäckchen: So schenkte die Münchner „Karitas“ 1945 Hoffnung für Bedürftige und Gefangene.
Blick auf die beschädigte Münchener Frauenkirche 1945. Foto: © IMAGO / Rolf Poss
Der „Katholische Karitasverband“ der Erzdiözese München und Freising unterstützte zu Weihnachten 1945 tausende Bedürftige, Flüchtlinge und Kriegsgefangene. Neben 20.000 Weihnachtspäckchen und Gebäck wurden Spielzeug, Bücher und Hilfsgüter verteilt. Ein Weihnachtsgruß von Kardinal Michael Faulhaber begleitete die Pakete für Gefangene und spendete Hoffnung auf Heimkehr. Zudem organisierte die Caritas Weihnachtsfeiern für Einsame und leistete Nothilfe in München.
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Gruß des Kardinals an die Gefangenen
Der Katholische Karitasverband der Erzdiözese München und Freising hat zum Weihnachtsfest 1945 durch seine Liebe und seine Gaben wieder viele arme, leidgeprüfte Menschen erfreut. Hier seien einige Zahlen verraten: In 20 000 Tüten gab er über 5000 Pfund Gebäck an Flüchtlingslager und an sonstige Bedürftige. Die ganze Erzdiözese hat weit Patenschaften über die Lager der Gefangenen übernommen unter dem Motto: „Unbekannt zu Unbekannt kommt das Christkind.“ Ebenfalls 20 000 weihnachtlich geschmückte Päckchen wurden als Gruß der Heimat mit allerlei Nützlichem, mit Lebensmitteln, Getränken usw. verteilt. Auch Musikinstrumente, Noten, Spiele aller Art usw. konnten gegeben werden.
Den Patenschaftspäckchen an die Gefangenen wurde ein faksimilierter Sondergruß des Hochwürdigsten Herrn Kardinals beigelegt, der, wie wir glauben, viele Herzen erfreut und aufgerichtet hat.
„Männer und Brüder, hieß es darin, wir haben Euch nicht vergessen und denken an Euch mit einem besonderen Fürbittgebet zum Weihnachtsfest. Wir senden Euch durch Karitasverband und Pfarrämter unsere kleinen Gaben. Bleibt stark im Herrn, bis die Stunde der Heimkehr schlägt! Mit Gruß und Segen Euer Erzbischof Michael Faulhaber.“
Der Karitasverband stellte auch seine Helfer für die „Nothilfe“ der Stadt München zur Verfügung. Tausenden Flüchtlingskindern und 3000 Kleinen in den Kinderhorten konnte mit schönem Spielzeug Weihnachtsfreude bereitet werden. Besonders die katholische Jugend und die Klöster haben daran gearbeitet; ein Kloster allein fertigte Spielzeug für 200 Kinder.
In Sälen, Baracken, Durchgangsheimen, Heimkehrerunterkünften usw. Münchens veranstaltete die katholische Karitas Weihnachtsfeiern für Einsame mit Bescherung und Abendessen. Jedes Flüchtlings- und Gefangenenlager sowie Lazarette erhielten je eine Kiste mit wertvollen, zum weitaus größten Teil neuen Büchern religiösen und anderen Inhalts. Überall, wo der Karitasverband Christbäume aufgerichtet hat, brannten auch Kerzen! Und ein besonderes Erlebnis: In der neuen „Karitasbaracke“ im Münchener Hauptbahnhof feierte in einer Kapelle Karitasdirektor Jandl die erste Christmette.
Foto: © Archiv



