125 Jahre Michaelsbund
02.07.2026

1918: Neubeginn nach dem Weltkrieg

Nach Krieg und Revolution ruft das Wochenblatt zu Glauben, Verantwortung und gesellschaftlichem Aufbau auf.
    

Revolution in München am 08. November 1918. Revolution in München am 08. November 1918. Foto: © IMAGO / KHARBINE-TAPABOR

Der Erste Weltkrieg endete am 11. November 1918. Wenige Tage zuvor wurde in München der Freistaat Bayern ausgerufen. Am 17. November 1918 erscheint die neue Ausgabe des "Wochenblatts für die katholischen Pfarrgemeinden Münchens". Der Leitartikel darin mit dem Titel „Wachstum und Kraft“ versteht das Ende des Ersten Weltkriegs und die Revolution von 1918 als tiefen Einschnitt, aber nicht als Anlass für Resignation. Die politische und gesellschaftliche Ordnung sei erschüttert, viele Sicherheiten seien verloren gegangen. 

Gerade deshalb müsse sich die Kirche auf ihre eigentliche Aufgabe besinnen: den Glauben zu stärken und den Menschen Orientierung zu geben. Nicht Macht, Besitz oder staatliche Privilegien seien ihre wahre Grundlage, sondern die innere Kraft des Evangeliums. Die neue Zeit verlange Christen, die ihren Glauben überzeugend leben und Verantwortung für das Gemeinwohl übernehmen.

Der Autor mahnt zu Einigkeit, Opferbereitschaft und tätiger Nächstenliebe statt zu Verbitterung und parteipolitischer Spaltung. Aus der religiösen Erneuerung des Einzelnen könne auch die Erneuerung von Familie, Gesellschaft und Staat erwachsen. So deutet der Artikel den Zusammenbruch des Kaiserreichs nicht nur als Krise, sondern auch als Chance für einen geistigen und moralischen Neuanfang.

In der nächsten Folge: "Katholikentag 1922".
    

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Foto: © Archiv

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Paul Hasel
Artikel von Paul Hasel
Redakteur, Channel-Management