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Politik ist langsam, bürokratisch und geht am Leben der Menschen vorbei?Ryyan Alshebl, syrischer Kleinstadtbürgermeister aus Schwaben, beweist das Gegenteil.
Obwohl Ryyan Alshebl erst 2015 aus Syrien nach Deutschland kommt, wird er 2023 mit absoluter Mehrheit zum Bürgermeister von Ostelsheim in Schwaben gewählt - er ist gerade einmal 29 Jahre alt. Seine Devise: anpacken statt abwarten. Sein Buch ist der optimistische Gegenentwurf zu Politikverdrossenheit und Populismus.
Alshebl zeigt anhand zahlreicher Beispiele, wie Politik ganz konkret das Leben der Menschen verbessern kann. Sein Erfolgsrezept? Er packt Probleme dort an, wo sie entstehen und findet pragmatische Lösungen, ob in Fragen der Bildungs-, Wohnungs- oder Migrationspolitik.
Zugleich erzählt er von seinem täglichen Kampf mit Bürokratie und Befindlichkeiten: Was haben Fledermäuse mit der deutschen Bahn oder dem Bau von Geflüchtetenunterkünften zu tun? Wie kann es sein, dass ein Windpark einen ganzen Ort spaltet? Alshebl schildert bemerkenswerte Begegnungen, seine täglichen Auseinandersetzungen mit der Regelwut und erläutert, warum er trotz aller Widerstände nie den Mut verliert.
Ryyan Alshebls ehrliches und mitreißendes Buch ist ein eindrucksvolles Plädoyer für mehr Zusammenhalt, Verständnis und Tatkraft in der deutschen Politik und Gesellschaft.
Der beliebte Entertainer Yared Dibaba über Vielfalt und ein besseres Miteinander
Geboren im ostafrikanischen Hochland von Oromiya in Äthiopien, aufgewachsen auf dem platten norddeutschen Land im Kreis Oldenburg und seit fast 30 Jahren in Hamburg zu Hause: Yared Dibaba. Der beliebte Entertainer liebt es, Plattdeutsch zu sprechen. Sein Markenzeichen sind sein ansteckendes Lachen und seine positive Art. Halt und Zuversicht gibt ihm sein christlicher Glaube.Diskriminierung und Alltagsrassismus
Und er kennt auch bedrohliche Zeiten. Mit seiner Familie hat er den Bürgerkrieg in Äthiopien erlebt, sie waren in Lebensgefahr und mussten fliehen. In Norddeutschland angekommen, fühlte er sich lange zwischen zwei Welten. Sowohl Oromiya als auch der Norden sind seine Heimaten. Auf der einen Seite ist er hier zu Hause und erlebt gleichzeitig Diskriminierung. Sein Buch ist eine warmherzige, humorvolle und zugleich tiefgreifende Auseinandersetzung mit Identität, Alltagsrassismus und der Frage, wie wir ein echtes »Wir-Gefühl« in einer vielfältigen Gesellschaft schaffen können.Eine Einladung zum Dialog
Dibaba sagt: »Es ist an der Zeit, dass wir lernen, anders, verständnisvoller und offener miteinander umzugehen. Denn die meisten Menschen, die ich kenne, haben selbst auch mehr als einmal Diskriminierung erfahren. Deshalb erzähle ich in diesem Buch meine Geschichte, stellvertretend für viele. Keine Angst: Es geht mir nicht darum, mahnend den Zeigefinger zu erheben und Forderungen aufzustellen. Ich suche immer das Verbindende, nicht das Trennende. Wer mein Buch liest, wird viel zu lachen haben - selbst wenn einem manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt.«
«Eine Familien- und Leidensgeschichte, eine deutsch-polnische Coming-of-Age-Story, in der er die Jahre der Pflege verarbeitet und die Mutter verewigt hat.» Der Spiegel
Marcin wächst auf in prekären Verhältnissen: Seine Mutter floh in den 1980ern aus Polen nach Deutschland, um ihn, ihr zweites Kind, hier großzuziehen. Sie arbeitet hart als Altenpflegerin, sie trinkt zu viel, und irgendwann sieht sie in ihrem Sohn nur noch den Antagonisten. Währenddessen versucht Marcin, mit Videospielen, Nu Metal und Gedichten herauszufinden, wer er ist und hier in Deutschland sein kann._ In dieser Spannung leben die beiden mit- und gegeneinander.
Erst spät im Leben - die alternde Mutter ist schwer krank, und Marcin pflegt sie - offenbart sich die Familiengeschichte in Gänze: eine Lebenserzählung zwischen Anekdote und Abgrund. Der Krieg ist nicht vorbei. Kein Krieg ist je vorbei._
2023 fand Martin Piekar mit einem Auszug aus diesem Roman beim Bachmann-Preis in Klagenfurt begeistertes Echo; er wurde mit dem Robert-Gernhardt-Preis 2024 ausgezeichnet und war 2025 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert.
Ein Thema, das uns alle angeht, ein Buch, das Hoffnung macht: Ece Temelkuran schreibt so schonungslos wie persönlich über Exil und die Notwendigkeit, eine neue Heimat zu finden. Dabei richtet sie sich an uns alle, die wir uns in einer immer monströseren Welt entfremdet fühlen, und zeigt dabei, wie wir im Miteinander Trost finden und Kraft schöpfen können.
«Ich komme nicht wieder heim.» Mit diesem Satz, in einem kurzen Telefonat an ihre Mutter gerichtet, beginnt für Ece Temelkuran ihre unfreiwillige Existenz als Weltbürgerin. Nach dem Putsch 2016 verlässt die erfolgreiche türkische Journalistin und Schriftstellerin das Land, um ihrer Verhaftung zu entgehen. Sie wird Teil der «Nation von Fremden», Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten oder sich in ihrem Land, auch mitten in Europa, aufgrund der politischen Entwicklungen nicht mehr zu Hause fühlen, die im Exil leben, geflüchtet sind. Gegen das Alleinsein, das Heimweh und das Gefühl der Orientierungslosigkeit sucht sie andere Heimatlose auf. Am Ende steht die Hoffnung, anzukommen, eine neue Heimat zu finden - ob in einem neuen Land, im Dialog mit anderen oder in sich selbst.
«Ece Temelkurans Briefe an uns alle haben eine ungeheure Wucht; ich kenne niemanden, der Politik und Poesie, Menschenliebe und Ratio so überzeugend verschmilzt.» Eva Menasse
Wie schafft es ein ausgegrenztes Kind, das Gewalt und Perspektivlosigkeit erlebt, zu einem anerkannten Künstler zu werden, der weltweit für Menschlichkeit und Erinnerung steht? Luigi Toscano wächst als Sohn sizilianischer Einwanderer auf. Er wird für seine Herkunft als "Kanakenkind" beschimpft, durchlebt eine schwierige Kindheit und driftet ab an den Rand der Gesellschaft. Erst die Fotografie wird für ihn zum Wendepunkt und zu seiner Bestimmung. Heute steht Toscano weltweit für gelebte Erinnerungskultur und gegen das Vergessen. Dieses Buch erzählt seine außergewöhnliche Geschichte.
Der Fotograf Luigi Toscano, von der UNESCO zum Artist for Peace ernannt, stellt sich mit seiner Arbeit dem wachsenden Hass und der zunehmenden Gleichgültigkeit. Toscanos eindringliche Porträts von mehr als 600 Opfern von Krieg und Grausamkeit sind weltweit zu sehen, in deutschen Bahnhöfen, in Babyn Jar, in Paris und New York. Sie sind Mahnung und Erinnerung: nie wieder.
Die Biografie des Fotografen der Holocaust-Überlebenden verbindet sich mit dem Leben von Anna Strishkowa aus Kiew, Herzstück seiner Ausstellungen. Anna, blond und blauäugig, wurde 1943 als Kleinkind von den Deutschen nach Auschwitz deportiert. Ihr Leben lang war sie auf der Suche nach ihrer Herkunft und ihrer Familie. Luigi Toscano fängt an nach Anna Strishkowas wahrer Identität zu forschen.
Ein bewegendes und hochaktuelles Buch über Herkunft, Erinnerung und die Kraft, die eigene Geschichte zu verändern. Für Leserinnen und Leser, die verstehen wollen, wie persönliche Erfahrungen in gesellschaftliches Engagement münden können. Und für alle, die sich von einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte berühren lassen möchten.
Porträt einer vergessenen Provinz
14 Millionen Flüchtlinge: Zwei Generationen nach Marion Gräfin Dönhoff liefert Jochen Buchsteiner eine Familienerzählung, die einen aktuellen Blick auf die deutsche Vergangenheit wagt.
»Es war der 26. Januar 1945. Der Krieg in Europa sollte noch mehr als drei Monate toben, aber für meine Großmutter ging, wie für die meisten Ostpreussen, die alte Welt schon jetzt zu Ende. Sie wollte nicht warten, bis die russischen Soldaten, die durch jahrelange deutsche Verwüstungen rachsüchtig gestimmt waren, in die Heimat einmarschierten und die Herrschaft übernahmen.«
»Selten hat mich in letzter Zeit die Lektüre eines Werkes zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts so bewegt wie diese.« Heinrich Augsut Winkler
Der detaillierte Fluchtbericht seiner Großmutter ist Ausgangspunkt für Jochen Buchsteiners Buch über Ostpreußen. Persönlich aber unsentimental verfolgt er den Weg der Gutsbesitzerfamilie in den Westen und spürt dabei dem Verlust nach, der nicht nur den Betroffenen entstanden ist. Es entsteht ein Portrait der fast vergessenen deutschen Provinz, die in ihrer Tragik, aber auch in ihrer historischen und kulturellen Einzigartigkeit sichtbar wird - als verdrängter Teil unserer nationalen Identität.
Wenn Träume wahr werden
1995: Tara Paighambari ist fünf Jahre alt, als sie aus dem Iran nach Berlin kommt. Dort lebt die Familie jahrelang in Flüchtlingsunterkünften. Trotz großer Widrigkeiten gelingen Tara ein glänzendes Abitur und Studium. Nach lukrativen Jobs in der Unternehmensberatung eröffnet sie ein Café und gründet ein Start-up. Bei einem Besuch in Teheran begegnet sie ihrer großen Liebe. Doch Kavi wird politisch verfolgt und muss fliehen. Also schmiedet Tara einen abenteuerlichen Plan ...
Eine Geschichte vom Durchhalten und Weitermachen, von Mut und dem Vertrauen auf die großen und kleinen Zeichen des Schicksals.
»Die schönen Geister begegnen sich gewiss.« Hafis
»Ich glaube, in einer Stadt wie Berlin, in der du oft deine eigenen Gedanken nicht mehr hören kannst, weil es so voll und so laut ist, tut es gut, an einen Ort zu kommen, an dem dir zugehört wird. So ein Ort will unser Café sein. Ich bin hier, um Geschichten zu hören und Geschichten zu erzählen. Um einen Raum zu schaffen, an dem sich Menschen willkommen und zu Hause fühlen können. Weil sie wissen: Hier werde ich erst einmal aufgefangen - was immer auch passiert ist und noch passieren wird.«
Vom Flüchtlingskind zur Unternehmerin: Eine Geschichte, die Mut macht
Katerina Gordeeva - ausgezeichnet mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2024 des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern e. V. und der Landeshauptstadt München. »In ihrem auch literarisch sehr beeindruckenden Buch Nimm meinen Schmerz stehen die Stimmen dieser Frauen und einiger Männer im Vordergrund.«
Nimm meinen Schmerz: 24 erschütternde Berichte aus dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine - erstmals in Buchform festgehalten von der preisgekrönten russischen Journalistin Katerina Gordeeva.
In der Übersetzung von Jennie Seitz. Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Übersetzung, 2024.
»Viele haben erst durch Gordeeva verstanden, was der Krieg bedeutet.« 3SAT Kulturzeit, 14.6.2024
»Geschichten aus der Wirklichkeit mit ungeheurer literarischer Kraft und tätigem Mitgefühl.« Volker Weidermann, DIE ZEIT 48, 16.11.2023
»Gordeeva lässt die Menschen einfach reden - und die oft bizarren Details der Realität lassen die Wirklichkeit zur Literatur gerinnen.« Klaus Rimpel, Münchner Merkur Nr. 245 | Dienstag, 24. Oktober 2023
»In seinen besten Momenten hat das Buch etwas von der erschütternden Präzision derTexte Swetlana Alexijewitschs, man spürt, eine nackte, existenzielle Unbehaustheit umgibt diese Menschen.« Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung Nr. 244, Montag, 23. Oktober 2023
»Das Buch bringt diesen Krieg viel näher als die allbekannten Berichte, unerträglich nahe. Man spricht häufiger davon, dass ein Buch erschütternd sei. Dieses hier ist es.« Holger Heimann, Andruck - Das Magazin für Politische Literatur I Deutschlandfunk, 02. Oktober 2023, 19:15 Uhr
Die russische Journalistin und Trägerin des Internationalen Anna-Politkowskaja-Journalistenpreises, Katerina Gordeeva, interviewte nach Ausbruch des Krieges betroffene Menschen in Flüchtlings-Zentren in der Ukraine, in Russland und Europa. Sie sprach mit Flüchtlingen, russischen Dissidenten und Helfern, den Menschen in Europa, die Geflüchtete aufgenommen haben.
24 erschütternde Kriegsschicksale: von Butscha über Mykolajiw bis Mariupol
Mit großer literarischer Kraft und dokumentarischem Blick schildert Gordeeva die Kriegs-Erlebnisse dieser Menschen und fängt die Gräuel und Ungerechtigkeiten des Krieges auf besonders nahbare Art ein. So entsteht ein direktes, unverfälschtes, schmerzvolles Stimmungsbild.
Geschichten von Leben, Flucht und Überleben, die unser Wissen über den Krieg verändern werden
Katerina Gordeevas Buch ist ein brisanter Text, der umfassend das Kriegserleben schildert, sowohl von russischer als auch ukrainischer Seite. Diese Geschichten werden unser Wissen über den Krieg verändern und sind zugleich Zeugnis und Appell für Demokratie, objektiven Journalismus, für Wahrheit und für Frieden.
Das Buch wurde bislang in 14 Sprachen übersetzt.
Als die Komponisten Europa verließen
Zahlreiche, besonders jüdische Komponisten versuchten, vor dem Nationalsozialismus ins Ausland zu fliehen. Diejenigen, die sich retten konnten, hatten im Exil aber oft Schwierigkeiten, ihre Karriere fortzusetzen.Michael Haas erzählt die bewegenden Geschichten vieler Größen der Klassik, wie etwa Erich Wolfgang Korngold, der für Hollywood komponierte, oder Kurt Weill, deren Musik sich jedoch durch ihr neues Leben im Ausland teils drastisch veränderte.
»Bestes Buch des Jahres 2023« Financial Times
»Hinter Gittern wurde ich zum Schriftsteller.« Liao YiwuWährend seiner Haftzeit sammelt Liao Yiwu - ausgezeichnet mit dem Geschwister-Scholl-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels - die Geschichten von Inhaftierten. Diese stammen sowohl aus den unterschiedlichsten Schichten der Gesellschaft als auch aus verschiedenen Jahrzehnten und Epochen der chinesischen Geschichte. Ähnlich wie Alexander Solschenizyn dokumentiert er so den Horror im »größten Gefängnis der Welt«. Er gibt einen Querschnitt durch die Gesellschaft und versammelt die Geschichten zu einer alternativen Historie Chinas.»18 Gefangene« erzählt aber nicht nur von 18 Biographien oft politischer Häftlinge, sondern auch von 18 Ausbrüchen. Denn 18 Mal gelingt die Flucht über die Berge oder über das Meer: Freiheitsliebe, Erfindungsgabe und schierer Überlebenswille sind stärker als jede politische Unterdrückung.
Alles was wir über Migration wissen müssen: faktenbasiert und klar
Der Migrations-Experte Hein de Haas liefert Wissen statt Meinung zu einem der drängendsten und umstrittensten Themen unserer Gegenwart: Migration.
»Das Migrationsaufkommen ist so hoch wie nie zuvor«, »Die Klimakrise wird zu einer Massenmigration führen«, »Wenn der Wohlstand in Herkunftsländern wächst, wird es weniger Migration geben«. Hein de Haas zeigt: All das sind Mythen, die zwar gerne von Politik und Medien verbreitet werden, aber jeglicher Faktengrundlage entbehren.Ausgehend von jahrzehntelanger Forschung bringt er Klarheit in die Gemengelage von Panikmache und naivem Optimismus und räumt mit 22 gängigen Mythen auf. Er zeigt: Migration ist weder ein Problem, das gelöst werden müsste, noch eine Lösung für andere Probleme. Auf Basis unzähliger Daten erklärt Hein de Haas, wie Migration wirklich funktioniert und befähigt uns, fundierte und differenzierte Debatten führen zu können - jenseits von politischen oder ideologischen Interessen.
Ebo ist ganz allein.Seine Schwester ist schon seit Monaten fort. Nun ist auch sein Bruder verschwunden und hat sich auf die gefährliche Reise nach Europa gemacht. Ebos langer Weg führt ihn durch die Sahara in die bedrohlichen Straßen von Tripolis und schließlich hinaus aufs endlose Meer. Doch mit jedem Schritt wächst Ebos Hoffnung auf eine bessere Zukunft.Eine eindrückliche und aktuelle Geschichte, einfühlsam erzählt vom Team der Bestseller-Comics von «Artemis Fowl».
Von einem durch Kriege zerstörten Kontinent zu einer sich ausdehnenden Zone demokratischen Friedens - die vergangenen 75 Jahre erzählen die Geschichte eines europäischen Wunders, das immer noch missverstanden wird. Heute geht es darum, dieses Wunder gegen entschlossene Feinde zu verteidigen, bevor wir es verlieren. Denn nicht nur Europa und die Europäische Union, auch das Nachdenken und die Diskussion über die europäische Integration stecken in der Krise.
In diesem Buch geht es um die Suche nach den Ursachen von Gewalt zwischen Staaten, um Nationalismus und Identität und eine Theorie des nachhaltigen Friedens. Es geht um große Denker und mutige Politiker, die uns daran erinnern, wie das europäische Wunder entstand - und was wir tun können, um es zu bewahren.
Kein anderes Thema hat die europäische Politik in den letzten Jahren so beeinflusst wie die Debatte um Geflüchtete, Asyl und Migration. Dabei wird die Diskussion dominiert von Schlagworten, falschen Tatsachenbehauptungen und Scheinlösungen. Gerald Knaus erklärt in seinem Buch, worum es tatsächlich geht, und zeigt, dass humane Grenzen möglich sind. Der Migrationsexperte, dessen Analysen Regierungen in ganz Europa beeinflusst haben, erläutert, welche Grundsatzprobleme wir dafür lösen müssten und wie aus abstrakten Prinzipien mehrheitsfähige umsetzbare Politik werden kann. Er erklärt außerdem, warum das vielen Gesellschaften schwer fällt und selbst viele Bürger mit widersprüchlichen Emotionen ringen - hier Empathie, da Angst vor Kontrollverlust - und wie eine Politik, die Fakten und Emotionen ernst nimmt, möglich wird.
Migration ist eines der bestimmenden Themen unserer Zeit. Kein Tag vergeht, an dem im Fernsehen oder in den sozialen Medien nicht über Flüchtlinge, Fluchtursachen oder Flüchtlingshilfe diskutiert würde. Häufig gerät dabei in den Hintergrund, welche Konsequenzen Begriffe und Ausdrucksweisen haben. Zu oft bringt schon unsere Sprache die Betroffenen zum Schweigen, etwa wenn aus Menschen »Asylanten«, »Fremde« oder in den Worten von US-Präsident Trump: »Illegale« werden.
In dem Versuch, jenen, die ihre »Sprache verloren« haben (Hannah Arendt), eine Stimme zu leihen, erzählt M. Gessen Geschichten der Migration. Gessen berichtet von Menschenrechtsaktivisten aus Russland, Homosexuellen aus dem Iran - und aus der eigenen Familiengeschichte. Die Porträts fügen sich zu einem beeindruckenden Plädoyer für die menschliche Würde.
Seit September 2015 gibt die Berliner Musikerin und Autorin Christiane Rösinger Deutschunterricht für Geflüchtete. Ihr Kreuzberger Anfänger-Kurs ist Teil einer freien Deutschkurs-Initiative für Menschen, die oft keine anderen Angebote zum Spracherwerb bekommen und die, wie es im Behördenjargon heißt, »keine gute Bleibeperspektive« haben. Aber nicht nur die Kursteilnehmer kämpfen mit trennbaren Verben und »den verdammten drei 'sie'« der deutschen Sprache, auch Christiane Rösinger hat alle Mühe, das »Lernziel« zu erreichen und sich selbst zu integrieren. Bis das gelingt, schlägt sie sich mit den beiden größten Hindernissen für eine gelingende Integration herum - der deutschen Gesellschaft und der deutschen Grammatik.
Lampedusa ist der Schauplatz einer der großen menschlichen Katastrophen unserer Zeit. Und Pietro Bartolo ist zum heldenhaften Symbol der Insel geworden. Dies ist die bewegende und aufrüttelnde Geschichte eines Arztes, dessen Menschlichkeit ein Vorbild ist - für uns alle.Seit mehr als 25 Jahren ist er für sie da. Pietro Bartolo ist der Erste, der den Migranten auf europäischem Boden begegnet. Er versorgt sie, kümmert sich um sie, stärkt sie. Aber das Wichtigste: Er hört ihnen zu. Es sind Leidensgeschichten und Geschichten der Hoffnung, Erzählungen von Verlust und unendlichem Schmerz. Bartolo bekommt aber auch die unermessliche Erleichterung derer zu spüren, die es auf die sizilianische Insel geschafft haben und nun zögernd-hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. In seinem Memoir verwebt Bartolo all diese Geschichten mit seiner eigenen: Aufgewachsen als Sohn einer armen Fischerfamilie, musste auch er einen langen und harten Weg beschreiten. Heute kämpft er voller Wut und Verständnislosigkeit, aber auch mit Nächstenliebe und Solidarität dafür, dass es den Geflüchteten nach ihrer Ankunft besser geht. Ein großes Beispiel an Mut und Zivilcourage. Und ein Beispiel dafür, wie verflucht selbstverständlich Menschlichkeit sein kann.