Exil

Geschichte einer Vertreibung 1933-1945
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Buchprofile - Rezension
Der Exodus vieler Deutscher aus Hitlers Machtbereich.
"Die Fahrt ins Exil ist the journey of no return." (Carl Zuckmayer) Diese für die meisten Menschen, die zwischen 1933 und 1945 das nationalsozialistische Deutschland verließen, bedrückende Aussage analysiert und belegt der Zeithistoriker Wolfgang Benz in diesem Buch. Dabei legt er den Fokus nicht vornehmlich auf prominente Exilanten wie Thomas Mann, Albert Einstein, Hannah Arendt oder Siegmund Freud, sondern auf das Schicksal all der Menschen, deren Lebensweg wenig bekannt ist bzw. erst im Rahmen der Exilforschung konkret sichtbar wurde. Detailliert, gestützt auf zahlreiche Quellen, erläutert der Autor die jeweiligen Beweggründe, die zwar alle durch die wachsende Bedrohung durch den Nationalsozialismus bedingt sind, aber dennoch ganz individuelle Ausformungen in den entehrenden und demütigenden Umständen der Flucht aufweisen, die Schwierigkeiten beim Ankommen am angestrebten oder zugewiesenen Zielort, die enttäuschten Hoffnungen, die ungewohnten Lebensbedingungen, die spürbare Ablehnung als unerwünschte Fremde und letztlich die Möglichkeit einer gelungenen Integration oder eines abgrundtiefen Scheiterns. All diese Aspekte zeigt Benz an ganz unterschiedlichen historischen Fakten, Ereignissen und Personen und geht ausführlich auf die Rettung jüdischer Kinder und Jugendlicher durch zionistische Organisationen (Ziel: Palästina) sowie durch das englische "Refugee Childrens Movement" ein. Benz beendet seine umfassende Darstellung mit konkreten Verweisen auf die großen Schwierigkeiten beim Ankommen und Sesshaftwerden im ersehnten Gelobten Land, mit der Rolle der Literatur und ihrer Urheber im Exil sowie mit der problematischen Situation der Exil-Heimkehrer im sich distanziert verhaltenden Nachkriegsdeutschland. – Sehr empfehlenswert! Historisches Interesse des Lesepublikums sollte vorhanden sein!
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Artikelbeschreibung

Auf der Flucht vor Hitler - die erste große Gesamtdarstellung des deutschen Exils

Eingepfercht auf einem Schiff hoffen jüdische Flüchtlinge auf ein neues Leben in Israel. Thomas Mann ist als berühmter Schriftsteller in den USA zwar privilegiert, aber auch er muss sich in einem Leben im Exil einrichten. Marianne Cohn gelingt die Rettung nicht. Sie wird auf der Flucht in die Schweiz geschändet und erschossen. Das Exil in der Zeit des Nationalsozialismus besteht aus unendlich vielen Geschichten und führt in alle Weltgegenden. Wolfgang Benz, einer der besten Kenner des Themas, legt nun die erste große Gesamtdarstellung vor.

Das Dritte Reich zwang hunderttausende Menschen dazu, Deutschland zu verlassen. Jüdinnen und Juden mussten ebenso um ihr Leben fürchten wie solche Deutsche, die sich gegen die Nazis engagiert hatten oder nicht mit ihrer Weltanschauung übereinstimmten. In seiner grundlegenden Darstellung erzählt Wolfgang Benz ebenso eindringlich wie quellennah die Geschichte dieser gewaltigen Fluchtbewegung. Er zeichnet minutiös die Etappen und Orte des Exils nach, die oft demütigenden Umstände der Visabeschaffung und die schwierigen Lebensbedingungen als Fremde und häufig Unwillkommene in einem anderen Land. Dabei gibt er den «Berühmtheiten» wie Hannah Arendt, Sigmund Freud oder Thomas Mann eine Stimme, vor allem aber auch Menschen, denen sonst nur wenig Aufmerksamkeit zuteil wird. So steht das Schicksal einer unbekannten jüdischen Kinderfürsorgerin gleichberechtigt neben dem Weg des weltberühmten Begründers der Relativitätstheorie.

  • "Exiliert zu sein, heißt, besiegt, geschlagen zu sein." Etel Adnan
  • Die erste umfassende Gesamtdarstellung des deutschen Exils
  • Von einem der renommiertesten Zeithistoriker Deutschlands
  • Auf der Grundlage jahrzehntelanger Forschungen

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Personeninformation

Wolfgang Benz ist einer der renommiertesten Zeithistoriker Deutschlands und war bis 2010 Professor an der Technischen Universität Berlin, an der er das Zentrum für Antisemitismusforschung leitete.

Pressestimmen

"Zeichnet die Flucht normaler Menschen aus Nazi-Deutschland eindrücklich nach."
Süddeutsche Zeitung, Florian Keisinger

"Hunderttausende Deutsche verließen das Land wegen der Nazis. Wohin und mit welchen Schwierigkeiten legt der renommierte Zeithistoriker in dieser Übersicht dar."
Sachbuch-Bestenliste von WELT, NZZ, RBB Kultur und Radio Österreich 1 im März 2025

"Eine eindringliche Analyse, die auch zeigt, wie schwer es die Rückkehrenden nach 1945 hatten, in ihrer Heimat wieder Fuß zu fassen."
Süddeutsche Zeitung, Robert Probst

"Benz' neues Buch ist eine umfassende Studie über Beweggründe und Zielorte, über Hoffnungen in Palästina und Kindertransporte in letzter Minute, über Literatur im Exil und die schwierige Heimkehr nach dem Krieg in ein Deutschland, in denen die Geflohenen alles andere als willkommen waren."
Nürnberger Nachrichten, Bernd Noack

"Benz zeichnet detailliert die Etappen und Orte des Exils nach, die oft unwürdigen und demütigenden Umstände der Visabeschaffung und die schwierigen Lebensbedingungen als Fremde."
Sächsische Zeitung, Christian Ruf

"Kaum jemand außer Benz wäre imstande, diese eindrucksvolle Integration von scharf geschliffener historischer Rahmung und quellenbasierter epischer Ausbreitung vieler Einzelschicksale zu leisten, die sich in einem Buch auskristallisiert, das den Rang eines Klassikers der Exilforschung einnehmen wird."
WELT am Sonntag, Eckart Goebel

"Der Historiker schildert die Flucht Hunderttausender vor den Nazis. Er lässt dabei Berühmtheiten wie Thomas Mann zu Wort kommen, gibt aber auch Menschen eine Stimme, deren Schicksal bisher kaum Aufmerksamkeit fand." Focus

"Benz setzt den Schwerpunkt seiner Darstellung … bei den nicht so bekannten Exilanten und der Analyse politischer und sozialer Strukturen."
Das Parlament, Ulrike Schuler

"Neben vielen bekannten erzählt Benz auch nicht weniger interessante Lebensgeschichten unbekannter Emigranten. Sein Buch ist eine Mahnung, in einer Zeit der Verhärtung die Menschlichkeit gegenüber Migranten zu wahren."
Neue Osnabrücker Zeitung

"Eine ebenso übersichtliche wie differenzierte Zusammenschau ... ein Standardwerk."
Der Freitag, Erhard Schütz

"Wolfgang Benz bietet in seiner Monografie eine umfassende Zusammenschau der Exil-Thematik. Und trotz der sachlich-wissenschaftlichen Darstellung bleibt die erschütternde Dramatik der Geschehnisse durchweg spürbar."
SWR Kultur, Eberhard Falcke

"Wolfgang Benz schildert zahlreiche Einzelschicksale anschaulich und illustriert so die verschiedenen Facetten der Emigration auf eindrückliche Art. Man liest das Buch deshalb mit Gewinn, auch wenn das Gesamtbild die eine oder andere Leerstelle aufweist."
NZZ online, Ernst Piper

"Wolfgang Benz‘ Buch über das Exil – bei C.H. Beck erschienen – ist eine Bilanz jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit der Vertreibung aus Deutschland."
Bayern2 Buchgefühl, Niels Beintker

"Wolfgang Benz, der renommierte Historiker und Exilforscher, hat mit seinem Buch ‚Exil‘ der Fluchtbewegung von 1933 bis 1945 und den Flüchtigen ein bewegendes Denkmal gesetzt."
DAMALS, Prof. Dr. Philipp Austermann
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