Die Buchhandlung der Exilanten

Paris 1940 - Zuflucht und Widerstand
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Buchprofile - Rezension
Zwei mutige Buchhändlerinnen im von der Wehrmacht besetzten Paris.
In Paris gab es in der Rue de l‘Odeon zwei Buchhandlungen, die für das kulturelle Leben dieser Weltstadt von großer Bedeutung waren, „La maison des Amis des Livres“ und „Shakespeare and Company“. Adrienne Monnier hatte bereits 1915 ihr „Haus der Bücherfreunde“ eröffnet, das vor allem moderne Literatur anbot und zum Treffpunkt der damaligen Avantgarde wurde. Diesem Buchladen gleichsam gegenüber hatte die Amerikanerin Sylvia Beach etwas später ihre englischsprachige Buchhandlung aufgemacht, die zu einem Treffpunkt von Literaten und Komponisten wurde. Beide Buchhändlerinnen veranstalteten Lesungen, Gesprächsrunden und Ausstellungen, waren auch als Verlegerinnen tätig. Kunden konnten Bücher sogar ausleihen. Berühmte Freunde dieser Buchhändlerinnen waren u.a. James Joyes und Ernest Hemingway, Jean Cocteau, André Gide, Paul Valéry, aber auch Pablo Picasso, George Braque oder Igor Strawinsky. Die beiden Frauen boten auch missliebige oder verbotene Literatur an, was besonders zur Zeit der deutschen Besatzung mutig war. Adrienne Monnier versteckte deutsche Exilanten und half ihnen weiter, so z.B. Arthur Koestler, Walther Benjamin, Siegfried Kracauer, Gisèle Freund. 1941 wurde Sylvia Beach als „feindliche Ausländerin“ interniert. Adrienne Monnier, homosexuell, Helferin verfolgter Juden und Unterstützerin der Resistance, war mehrfach gefährdet, blieb aber verschont. Uwe Neumahr, Schriftsteller und Literaturagent, zeichnet ein lebhaftes Bild der Kulturmetropole Paris in der Zeit zwischen den Weltkriegen, der Jahre der Nazi-Okkupation und danach. Der Untertitel des Buches fokussiert das Thema mit „Paris 1940: Zuflucht und Widerstand“. Eine Reihe von Schwarzweißfotos vermittelt Atmosphäre dieser Zeit. Anmerkungen und Register sowie ein Literaturverzeichnis ergänzen diese sehr informative Darstellung. Insgesamt chronologisch angelegt, werden viele Themenschwerpunkte gebildet. Die biografischen Skizzen lesen sich durchaus spannend.
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Ihre beiden gegenüberliegenden Buchhandlungen waren seit den 1920er das literarische Herz von Paris und wurden in den 1940er Jahren zum Zufluchtsort für deutsche SchriftstellerInnen in Exil und Widerstand. Uwe Neumahr („Das Schloss der Schriftsteller“) setzt den beiden Buchhändlerinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach ein Denkmal in Form eines bewegenden Sachbuchs über Hoffnung in einer dunklen Zeit. Ein Besuch in der heute noch existierenden Buchhandlung „Shakespeare and Company“ steht auf der Liste eines jeden literaturaffinen Paris-Reisenden, die „Maison de des Amis des Livres“ existiert leider nicht mehr, der Geschichte ihrer Gründerinnen, die auch ein Liebespaar waren, kann man in diesem Buch nachspüren. Ein Fest für alle, die Literaturgeschichte lieben.

Susanne Steufmehl, Buchberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Zwei Buchhändlerinnen im besetzten Paris: Eine Geschichte von Liebe und Literatur

Sie sind literarische Legenden. Adrienne Monnier und Sylvia Beach haben mit ihren benachbarten Buchhandlungen über Jahrzehnte das literarische Paris geprägt. Doch 1940, mit der deutschen Besatzung, ändert sich auch für sie alles. Aus der literarischen Oase im Herzen der Stadt wird ein Zufluchtsort für deutsch-jüdische Exilanten und ein Ort des Widerstands. Uwe Neumahr erzählt in seinem bewegenden Buch die Geschichte dieses großen Paares und ihrer Freunde.

In den wilden Zwanzigerjahren sind "Shakespeare and Company" und "Das Haus der Bücherfreunde", die Buchhandlungen von Sylvia Beach und Adrienne Monnier, Anlaufstellen für Schriftsteller, Intellektuelle und Künstler. Hier trifft sich die Avantgarde, von James Joyce und Ernest Hemingway über Pablo Picasso bis zu Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir. Mit dem Einfall der Deutschen in Frankreich im Mai 1940 aber gerät auch die Literatur in Gefahr. Zu den Besatzern gehört Ernst Jünger, während die amerikanisch-jüdische Schriftstellerin Gertrude Stein sich dem neuen Regime in Vichy anschmiegt. Adrienne Monnier und Sylvia Beach setzen alles daran, ihre Freunde Walter Benjamin, Gisèle Freund, Siegfried Kracauer und manche andere zu retten. Bis Sylvia Beach selbst von der Gestapo abgeholt und in ein Internierungslager gebracht wird. Auf der Grundlage von Archivstudien schildert Uwe Neumahr erstmals dieses dramatische Kapitel aus dem besetzten Paris.

Es ist eine Geschichte von großer Literatur und ihrer Entstehung, von Verfolgung, Gewalt und Menschlichkeit und von der Liebe zweier ganz und gar ungewöhnlicher Frauen.

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Personeninformation

Uwe Neumahr ist promovierter Romanist und Germanist. Er arbeitet als Literaturagent und freier Autor.

Pressestimmen

"Von der ersten bis zur letzten Seite gleicht es einem kulturhistorischen Füllhorn, eine Dichte, die ihresgleichen sucht"
Münchner Feuilleton, Florian Welle

"Die vielen Einzelschicksale, aber auch die Frage, wie sich die deutsche Besatzung auf das literarische Paris zwischen Widerstand und Kollaboration auswirkte, machen die Lektüre spannend."
Berliner Morgenpost, Uwe Sauerwein

"Neumahr macht Kulturgeschichte in Episoden lebendig, ähnlich wie Florian Illies und Uwe Wittstock."
WELT-Bestenliste März 2026, Platz 8
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