Das Buch Helga

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Buchprofile - Rezension
Die Autorin erinnert an die früh verstorbene Mutter und erzählt die Geschichte eines viel zu kurzen Frauenlebens.
Im zarten Alter von neun Jahren verliert die Autorin und Ich-Erzählerin ihre Mutter. Anhand von Fotos und Erzählungen von Verwandten und Freunden versucht die nunmehr erwachsene Tochter, das Leben der Mutter zu rekonstruieren. Welche Kleidung hat sie getragen, welche Musik gehört? Was hat sie gelesen? Wie war das Verhältnis zu ihren Eltern, zu den Freundinnen? Wie war sie als Ehefrau und Mutter? Nach und nach erschließen sich die biografischen Details: eine unbeschwerte Kindheit im ländlich geprägten Oberösterreich, der Besuch der Klosterschule, die Ausbildung zur Kindergärtnerin, Heirat, die Geburt dreier Kinder. Es ist kein ungewöhnliches, aber ein einmaliges Leben. Das von der Tochter verfasste Porträt ist eine zarte, fast zurückhaltende Annäherung, in der immer wieder eigene Erinnerungen aufleuchten. Es sind einige unschöne dabei, aber auch welche, die trösten und an denen sie sich festhalten kann. Ihr Schreiben ist der Versuch, diese Erinnerungen als kostbares Gut zu bewahren. – Das persönliche, feinsinnige und berührende Büchlein wird für alle Bestände sehr gern empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Helga war einmal ein beliebter Vorname. Auch Christina Maria Landerls Mutter heißt so. Hieß, besser gesagt. Sie ist früh verstorben, da waren ihre beiden Töchter und der Sohn noch Kinder.Die mittlere Tochter, Christina, hat sich aufgemacht, dem Menschen Helga auf die Spur zu kommen. Doch die Spuren sind spärlich; der Vater redet nicht gern über die Zeit mit Helga, und der Großmutter scheint die Erinnerung an ihre Tochter körperliche Schmerzen zu bereiten. Am verlässlichsten berichten noch die Freundinnen, über den streng reglementierten Tagesablauf im Klosterinternat zum Beispiel. Und zum Glück haben sich Fotos und Briefe erhalten. So lassen sich die Eckpfeiler des ,Buches Helga' rekonstruieren, doch die Farben, die Nuancen dazwischen muss die Autorin sich vorstellen. Welche Musik hat Helga gehört, wenn sie verliebt war? Hat sie, ein Kind aus einfachen, ländlichen Verhältnissen, manchmal von einem anderen Leben geträumt? Hat sie gelacht, bis ihr die Tränen kamen, und hat sie gebetet, als sie von ihrer Krankheit erfuhr?In ihrem bisher persönlichsten Buch erweist sich Christina Maria Landerl einmal mehr als ,Meisterin der Zurückhaltung'. Hinter der scheinbaren Sachlichkeit ist immer der übergroße Verlust spürbar. Von einem viel zu kurzen Frauenleben erzählt uns dieses Buch, das der einen und zugleich all den anderen Helgas gewidmet ist.

Produktsicherheit

Hersteller: Müry Salzmann Verlag
Anschrift: Rainbergstraße 3c
AT-5020 Salzburg
Kontakt: office@muerysalzmann.at

Personeninformation

Christina Maria Landerl, 1979 geboren, wuchs in Sierning/OÖ auf. Nach einem Studium der Germanistik an der Universität Wien studierte sie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig, wo sie 2011 mit ihrem vielbeachteten Debüt "Verlass die Stadt" (Schöffling & Co) abschloss. Bei Müry Salzmann erschienen die Romane "Donnas Haus" (2016) und "Alles von mir" (2020) sowie der Foto-Text-Band "TelAviVienna" in Kooperation mit der Künstlerin Ronny Aviram.Landerl ist ausgebildete Sozialpädagogin sowie Traumafachberaterin und arbeitete viele Jahre mit Jugendlichen und jungen Frauen*. Aktuell lebt sie als freie Schriftstellerin in Wien und Berlin.
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