Der Götzendiener

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Buchprofile - Rezension
Der bekannte französische Comicartist Joann Sfar (*1971) reflektiert den Zusammenhang zwischen dem frühen Tod seiner Mutter und seiner Berufung zum Comiczeichner.
Nachdem sich der erfolgreiche französische Comicautor und -zeichner Joann Sfar (u.a. "Die Katze des Rabbiners" (zuletzt: BP/mp 19/722), "Donjon") zuletzt in "Die Synagoge" (BP/mp 24/489) autobiografisch mit seinem Vater, seiner jüdischen Identität und antisemitischen Anfeindungen als Jugendlicher auseinandergesetzt hat, stehen in seinem neuesten Werk die Erinnerung an seine jung verstorbene Mutter (Sfar war gerade drei Jahre alt) sowie seine früh erwachte Zeichenleidenschaft im Mittelpunkt dieser erneuten autobiografischen Sentenzen. In der Leere durch den frühen Verlust seiner Mutter sieht er einen wichtigen Impuls für sein zeichnerisches Handeln. Bei einer insgesamt recht sprunghaften und zugleich humorvollen Erzählweise kommt er in seinen brillant und eigenwillig gezeichneten Sequenzen dabei immer wieder auf Gespräche mit seinem Psychotherapeuten und die dadurch gewonnenen Einsichten und auf Begegnungen mit einem Rabbiner zurück, mit dem er als Jugendlicher z.B. die Frage erörtert, ob er als Comiczeichner nicht gegen das jüdische Bilderverbot verstößt und somit einen Götzendienst leistet. Auch der mühevolle Weg, als Student und noch unbekannter Autor einen Einstieg in die Verlagswelt der Bilderzählungen zu bekommen, wird thematisiert. Doch für Sfar ist Zeichnen das Leben. Die umfangreichen autobiografischen Erinnerungen erfordern angesichts des Erzählstils und etlicher Bezüge, die zu Autorinnen und Autoren vor allem der französischen Literatur- und Kulturszene hergestellt werden, einen konzentrierten und ausdauernden Lesenden. Daher wie der Vorgängerband vor allem für große Graphic Novel-Bestände denkbar.
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Artikelbeschreibung

Während es in "Die Synagoge" um seinen Vater und den Männlichkeitsbegriff ging, setzt sich Joann Sfar in Der Götzendiener mit der Abwesenheit seiner Mutter auseinander. Diese starb, als er noch ein Kleinkind war. Inwiefern hat diese Leere in seinem Leben seinen Werdegang als Künstler beeinflusst? Erneut blickt er zurück auf seine Kindheit und die prägenden Momente und Begegnungen auf seinem Weg zum gefeierten Comicautor. Joann Sfar erzählt mit Humor und Fantasie von seiner Faszination für Bilder und wie er sich durch das Zeichnen die Welt erschließt. Zeichnen ist für ihn Lebenselixier, gibt ihm Sinn und Trost im Leben.Mit dem für Joann Sfar typisch lockeren Strich werden Aspekte der jüdischen Religion, wie das Bilderverbot, aufgegriffen und mit seinem Schaffen verbunden. In dieser tiefgründigen Reflexion über Verlust und Kreativität stellt er die provokante Frage, ab welchem Punkt er durch seine Arbeit als Comiczeichner zum Götzendiener wird.Joann Sfar wird im Mai 2024 mit dem Max und Moritz-Preis für ein herausragendes Lebenswerk beim Comic-Salon Erlangen 2024 geehrt.

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