Die weiße Fahne

NS-Endphasenverbrechen an Friedenswilligen in Bayern 1945
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Bayern im Buch-Rezension
Die Ermordung kapitulationswilliger Menschen in den letzten Kriegstagen durch fanatische Nazis.
"Es war eine sinnlose Raserei angesichts des eigenen Untergangs, die vor Nichts und Niemandem mehr Halt machte." So charakterisiert Norbert Göttler die Menschenverachtung und Bestialität, mit der in den letzten Kriegstagen das NS-Regime und seine willigen Helfer die Bevölkerung überall, selbst in den entlegensten Winkeln, überzogen. Als Täter taten sich all die hervor, die irgendwie in den Gehorsams- und Pflichtkodex der Nazis eingebunden waren - Generale, Gauleiter, NSDAP-Mitglieder und Gestapo-Leute, fanatische HJ- und BDM-Mitglieder. Nachdem am 15.03.1945 US-Truppen den Rhein bei Koblenz überquert hatten und gegen Süddeutschland vordrangen, erließ Himmler zusätzlich zu anderen harten Maßnahmen (u.a. Standgerichte) den Flaggenbefehl "Aus einem Haus, aus dem eine weiße Fahne erscheint, sind alle männlichen Personen zu erschießen", der von den meisten Tätern nach dem Krieg als Entschuldigung für ihr Handeln verwendet wurde. So wird - um nur einige zu nennen - in Markt Zellingen Karl Weiglein wegen "wehrzersetzenden Äußerungen" vor den Augen seiner Frau aufgehängt; in Ansbach fordert der 19-jährige Robert Limpert die Einwohner zum Hissen weißer Fahnen auf und wird am Rathaustor erhängt; in Regensburg büßt Domprediger Dr. Johann Maier seinen Einsatz für eine kampflose Übergabe der Stadt mit dem Leben. Ausführlich geht Göttler auf die "Freiheitsaktion Bayern" unter der Führung von Dr. Rupprecht Gerngross ein, die ebenfalls die kampflose Übergabe Münchens fordert, aber scheitert, was für 40 Widerständler den Tod bedeutet. Unter all den grausamen Taten stechen die "Mordnacht von Penzberg" (28.04.1945), in der 17 Bürger ermordet wurden, und der Altöttinger Aufstand (28.04.1945) mit 10 Ermordeten heraus. Der gut recherchierten Dokumentation sind ergänzende Interviews angefügt. - Eine interessante Studie, vor allem regional einsetzbar!
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Artikelbeschreibung

April 1945: Der Zweite Weltkrieg nähert sich seinem Ende. Doch noch ist die Gefahr für Leib und Leben auch vieler Deutscher nicht vorüber. Überall lauern entwurzelte Hitlerjungen und sogenannte Werwölfe, aber auch systematisch geschulte Terrorgruppen der Nationalsozialisten. Sie führen ihre Gewalttaten unmittelbar vor dem Einmarsch der Alliierten, währenddessen, aber auch noch Wochen danach mit großer Grausamkeit durch. Ihr Ziel: Friedenswillige, die eine gewaltfreie Übergabe erreichen wollen.Hunderte Menschen aus allen Teilen Deutschlands fallen ihnen zum Opfer, wenn sie etwa die weiße Fahne als Zeichen der Kapitulation hissen. In Bayern zum Beispiel der Regensburger Domprediger Johann Maier, die Altöttinger Gruppe um Hans Riehl oder zahlreiche Personen in Franken.Schreckliche und zum Teil ungesühnte Gewalttaten, deren Niederschrift ein beklemmendes Licht auf die Zeit kurz vor dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Bayern wirft.

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Personeninformation

Dr. Norbert Göttler, 1959 in Dachau geboren, studierte in München Philosophie, Theologie und Geschichte. Nach seiner Promotion war er von 1985 bis 2012 als Freier Publizist, Schriftsteller (Rowohlt, dtv, u.a.) und Fernsehregisseur (BR, ARD, 3sat, arte) tätig, von 2000 bis 2011 hauptamtlicher Kreisheimatpfleger des Landkreises Dachau, seit 2012 Bezirksheimatpfleger von Oberbayern. Er ist Mitglied des deutschen PEN-Zentrums, der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Salzburg) sowie der Literatenvereinigung »Münchner Turmschreiber«. Er veröffentlichte zahlreiche Romane, Kurzgeschichten, Lyrik und Theaterstücke. Er wurde mit dem Freundeszeichen der Katholischen Akademien Bayern und dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und erhielt den Bayerischen Poetentaler. Weitere Informationen unter www.norbertgoettler.de
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