Die letzte Einstellung

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Buchprofile - Rezension
Als "verbotener Autor" wird Heinz Hoffmann für ein Drehbuch zu einem UFA-Filmprojekt engagiert.
Vom NS-Regime auf die "schwarze Liste" gesetzt, beschließt Heinz Hoffmann, dennoch in Berlin zu bleiben. Als seine Wohnung bei einem Fliegerangriff zerstört wird, kommt er bei seiner ehemaligen Freundin Erika unter. Sie arbeitet als Filmassistentin bei der UFA und vermittelt Hoffmann eine Arbeit als Ghostwriter für das Drehbuch zum Filmprojekt "Das Leben geht weiter". Mit größtem personalem und materiellem Aufwand wird dieser Durchhaltefilm noch bis in die letzten Kriegstage gedreht. Für Hoffmann bedeutet dies zwar die Rettung aus materieller Not, doch wollte er diese Kooperation mit dem NS-Regime in der Nachkriegszeit unbedingt verschleiern. – Diese umfangreiche Graphic Novel wirft ein Licht auf das Medium Film als Instrument der Propaganda. Die Hauptfigur ist leicht erkennbar Erich Kästner nachempfunden; das Filmprojekt der UFA gab es tatsächlich. Wie Kästner lebt Hoffmann viele Jahre in der inneren Emigration und in der Grauzone zwischen Widerstand und Opportunismus. Dieser Konflikt ist das große Thema dieser biografischen Erzählung, der noch ein sehr informatives Nachwort und ein Personenregister angefügt wurden. Dabei wird die Geschichte filmisch behandelt, mit einer Rahmenhandlung, mit Innen- und Außenaufnahmen, mit vielen Panels, die an Kamerabildern orientiert sind. Besonderes Augenmerk gilt den letzten Drehtagen des Films mit Massenszenen und Großaufnahmen, die bis zuletzt der Propaganda zuarbeiten. Auch das historische Setting ist stimmig wiedergegeben, von den Straßen- und Büroszenen bis zu den Dialogen im Berliner Jargon. So ist diese Arbeit auch als Sozialstudie eines Regimes zu lesen, in dem der Glaube an den "Endsieg" schwindet und der individuelle Überlebenskampf übermächtig wird.
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Artikelbeschreibung

Berlin, Spätsommer 1944: Heinz Hoffmann lebt seit elf Jahren als »verbotener Autor« in der inneren Emigration, als ein Luftangriff seine Wohnung zerstört und er Zuflucht bei seiner ehemaligen Geliebten Erika Harms suchen muss. Die UFA-Mitarbeiterin bringt ihn ins Spiel, als händeringend ein Ghostwriter für das Drehbuch eines vom NS-Propagandaministerium dringlichst angeforderten »Durchhaltefilms« gesucht wird. Durch Widrigkeiten und staatliche Repressalien mürbe geworden, lässt Heinz sich schließlich darauf ein... Als die Filmproduktion dauerhafter Bombardierungen wegen von Babelsberg aufs Land verlegtwird, finden sich auch Heinz und Erika unter denGlücklichen, die mitreisen dürfen. Und während in ihrem Potemkinschen Dorf bald niemand mehr weiß, ob ihr Tun angesichts der auch hier nahenden Alliierten noch zielführend ist, ringt Heinz Hoffmann mit seinem Gewissen: Wie sehr ist er um des Überlebens willen ein Teil des national-sozialistischen Systems geworden? Mitreißend und in grandios-atmosphärischen Zeichnungen erzählt e.o.plauen-Preisträgerin Isabel Kreitz angelehnt an die Biografien Erich Kästners und weiterer Kulturschaffender eine Geschichte über Künstler:innen in der Diktatur, innere Emigration und den letzten Film des »Dritten Reichs«.

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Hersteller: Reprodukt GmbH
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Personeninformation

ISABEL KREITZ , geboren 1967, hat an der Fachhoch- schule für Gestaltung in Hamburg studiert und kam während eines Gastsemesters an der New Yorker Parsons School of Design auf den Gedanken, sich fortan hauptamtlich mit Comics und Cartoons zu beschäftigen. Bereits 1996 setzte sie Uwe Timms Roman DIE ENTDECKUNG DER CURRYWURST als Comic um. 2012 wurde Isabel Kreitz mit dem Max und Moritz-Preis als »Beste deutsche Zeichnerin« ausgezeichnet.
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