Haarmann

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Buchprofile - Rezension
Die letzten Monate im Leben des Serienmörders Fritz Haarmann (1879-1925), der 1924 die Stadt Hannover in Angst und Schrecken versetzt.
1924 versetzt ein Serienmörder die Stadt Hannover in Angst und Schrecken. In der trockengelegten Leine, die durch die ärmlichen Wohnviertel der Altstadt führt, stößt die Polizei auf die Knochen und sauber abgetrennten Schädel von rund 20 Personen. Obwohl es mehrfach Hinweise aus der Nachbarschaft gab, lehnt die Polizei es ab, den dubiosen Fritz Haarmann, der in diesem Viertel wohnt, näher als möglichen Täter in Betracht zu ziehen. Denn Haarmann leistet mit einem Dienstausweis als Polizeispitzel wertvolle Dienste. Doch er nutzt diese Tarnung, um am Hauptbahnhof junge Männer anzusprechen, diese in seine Wohnung zu locken und unter teils erzwungenen sexuellen Handlungen brutal zu ermorden. Kaum zu ertragen, dass Haarmann offensichtlich anschließend seine Opfer zerlegt und das Menschenfleisch sowie die Kleidung der Ermordeten an arme Nachbarn verhökert. Doch dieser Handel wird ihm schließlich zum Verhängnis. Denn als die Bremer Eltern eines verschwundenen jungen Musikers auf der Polizeiwache verzweifelt nach ihrem Sohn suchen, begegnet ihnen per Zufall Haarmann mit einem jungen Mann, der dessen Jacke trägt. Nun kann sich auch der Polizeiapparat einer Verhaftung Haarmanns nicht länger verweigern. – Bereits 2010 hat die bekannte Comickünstlerin Isabel Kreitz zusammen mit Peer Meter diese entlang der wahren Geschehnisse erzählte Graphic Novel bei Carlsen veröffentlicht. Für die künstlerische Leistung des zeichnerischen Werkes erhielt sie 2012 den renommierten Max-und-Moritz-Preis. Auch anderthalb Jahrzehnte später überzeugt "Haarmann" weiterhin durch die absolut gelungene visuelle, das Milieu des Serienmörders überzeugend darstellende Gestaltung und die Erzählstruktur dieser ungeheuerlichen Geschichte. – Büchereien sollten also bei dieser mit einem dokumentarischen Anhang versehenen Neuausgabe aus dem Reprodukt-Verlag zugreifen.
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Artikelbeschreibung

»Ich wollte ja keinen umbringen, aber ab und zu war immer einer tot.«Hannover 1924. In den Gassen der Altstadt geht die Angst um - bereits seit Monaten verschwinden immer wieder Menschen spurlos. Als in der Leine die blanken Schädel und Gebeine mehrerer junger Männer gefunden werden, scheinen sich die schauerlichsten Gerüchte zu bestätigen, denn sämtliche Knochen wurden mit einem scharfen Messer sauber vom Körper abgetrennt.In einer fesselnden Geschichte widmen sich Peer Meter und Isabel Kreitz den letzten Monaten des wohl berüchtigsten deutschen Serienmörders, Fritz Haarmann, der seine Stellung als Spitzel der Polizei dazu missbrauchte, alleinreisende junge Männer in seine Gewalt zu bringen. Atmosphärisch dichte Bilder lassen das Hannover der Zwischenkriegsjahre wieder lebendig werden und offenbaren nicht nur die seelischen Abgründe seiner Bewohner:innen, sondern auch einen bodenlosen Justizskandal.

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Personeninformation

* 1956 in Bremen, ist neben seiner Arbeit als Comicszenarist Theater-, Drehbuch- und Sachbuchautor. Seit 2010 erschienen in Zusammenarbeit mit deutschen Zeichner:innen u. a. die viel beachteten Comics GIFT (mit Barbara Yelin), BÖSE GEISTER (mit Gerda Raidt, beide Reprodukt) und VASMERS BRUDER (mit David von Bassewitz, Carlsen Verlag). * 1967 in Hamburg, veröffentlichte zahlreiche Comics in unterschiedlichen Formaten. Neben ihren Graphic Novels wie DIE SACHE MIT SORGE oder ROHRKREPIERER (nach Konrad Lorenz) ist sie für ihre Comicadaptionen von Erich Kästners Kinderbüchern bekannt. Sie wurde mit dem Wilhelm-Busch-Preis (2019) und dem e.o.plauen Preis (2023) ausgezeichnet.
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