Die Glasscherbenvilla

Roman
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Bayern im Buch-Rezension
Drei Frauen, drei Generationen einer niederbayerischen Familie.
Marie ist fünfzehn, als sie 1920 als Magd auf einen fremden Hof geschickt wird. Obwohl sich das Mädchen sträubt, sie hat keine Wahl. Weil der Bauer ihre Freundin schwängert, werden beide mit Schimpf und Schande weggejagt. Eine Tante hilft und bringt Marie in Passau als Küchenhilfe, später als Hausmädchen in der Villa eines Reichsbahndirektors unter. Marie fühlt sich wohl, wird wegen ihres Fleißes geschätzt. Als Anton, der Neffe des Hausherrn auftaucht, verliebt sie sich in den charmanten und weltgewandten Mann. Eine Liebe, die sie verletzen und enttäuschen, von der sie aber nicht lassen wird. Anton ist Kommunist und gerät daher immer wieder mit den nun herrschenden Nazis in Konflikt. Nachdem er sich von seiner Frau trennt, kann Marie ihn 1944 endlich heiraten. Johanna, Antons kleinen Tochter, kommt mit in die Ehe. Mit siebzehn soll sie, 1951 auf Wunsch ihres Vaters, im Büro der KPD in München als Sekretärin beginnen. Dort lernt sie Peter, einen Funktionär, kennen und lieben. Doch wenig später kommt es zu einem tragischen Autounfall. Peter stirbt, Johanna überlebt schwer verletzt. Über Jahre müssen sich nun Marie und Anton um die kleine Gisela, ihr Enkelkind, kümmern. Die Zeit vergeht, Gisela ist ein schwieriges Kind. Sie lehnt sich, je älter sie wird, immer mehr gegen ihre ideologisch verbohrte Mutter auf. Nach dem Abitur 1972 studiert sie Psychologie, erneut gegen den Wunsch der Mutter. Zum Ende des Romans fährt Gisela, nun bald 60 Jahre alt, mit ihrem Patenkind noch einmal nach Passau, der Stadt ihrer von Oma und Opa geprägten, sorgenfreien Kindheit. - Marie, Johanna, Gisela, drei Frauen, die jede auf ganz eigene Art ihr Leben mit Mut, Kraft und Durchsetzungswillen bewältigen. Historisch ist der Roman zugleich ein Streifzug durch etwa hundert Jahre deutscher Geschichte. Für alle Büchereien geeignet.
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Artikelbeschreibung

Über beinahe ein Jahrhundert hinweg erzählt Die Glasscherbenvilla von drei Generationen einer niederbayerischen Familie, deren Leben eng mit einem geheimnisvollen Haus über den Dächern Passaus verknüpft ist. Was mit der jungen Marie in den 1920er-Jahren beginnt - einem Mädchen, das dem harten Bauernleben entfliehen möchte - wird zu einer vielschichtigen bayerischen Familiensaga, die durch die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche des 20. Jahrhunderts geprägt wird. Krisen der Weimarer Republik, die düsteren Jahre des Nationalsozialismus, Krieg, Verlust und Neubeginn hinterlassen Spuren, die bis in die Gegenwart reichen. Zwischen ländlicher Enge, Hoffnung auf ein besseres Leben in der Stadt und dem steten Wandel einer ganzen Region entfaltet sich eine bewegende Chronik über Mut, Widerstandskraft und den Willen, sich immer wieder neu zu erfinden. Ein historischer Roman über Frauen, die trotz Gewalt, Armut und Entbehrungen niemals aufhören, sich ihr Leben zurückzuerobern.

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Personeninformation

Monika Sadegor, Jahrgang 1953, aufgewachsen in München und Passau, lebt heute zwischen Ammersee und Lech. Nach dem Studium der Psychologie, Verwaltungswirtschaft und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München war sie lange Zeit als Führungskraft und Trainerin in der Wirtschaft tätig. Ihr lebendiger Erzählstil und die wortgewaltige Sprache lassen den Leser eintauchen in die Gegenwart ihrer Texte. Ihre bildhafte und ausdrucksstarke Sprachschöpfung, untermalt mit psychologisch-philosophischem Gedankengut, erzeugt so ein ganz eigenes Sprachgefühl voll Sinnlichkeit und Emotionalität. Ästhetik der Sprache und Klarheit des Geistes gehen in ihrer Lyrik und Prosa eine gelungene Synthese ein. Ihre Bücher sind stets von wahren Begebenheiten inspiriert, die - literarisch überformt - von zeitloser Aktualität sind. Zuletzt erschien: "Die englische Tochter".
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