Hauptsache

Hüte, Hauben, Hip-Hop-Caps
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Bayern im Buch-Rezension
Vom Huttragen und Hutträger:innen - bayerische Hutkultur und ihr Potenzial im Wandel der Zeit.
In der Modegeschichte gibt es wohl kein anderes Accessoire, das neben dem schmückenden Aspekt in seinen visuellen Botschaften so sehr Bedeutungsträger sein kann wie der Hut oder die Haube. Diese multiple Funktionalität wird in der hervorragend kuratierten Ausstellung des Bayerischen Nationalmuseums München (20. Oktober 2022 - 30. April 2023) und dem dazu erscheinenden Katalogband aus vielen Blickwinkeln sachkundig aufbereitet. Anhand ausgewählter Typen verschiedener Kopfbedeckungen (der Bestand des Museums liegt bei ca. 1200 Objekten) und der Lesart ihrer "Codes", offenbaren sich die vielschichtigen Konnotationen zu Politik, Kunst, Gesellschaft, Berufs- und Standeswelt, regionaler Identität im Allgemeinen, sowie jeweiligem Zeitgeist, Lebensgefühl und Kleidungstraditionen im Besonderen. Auch deshalb ist der Hut wohl im Sprichwörtlichen und in vielen Redewendungen häufig als Metapher zu finden. In diesem repräsentativen Querschnitt vom Mittelalter bis zur Gegenwart gibt, die Textbeiträge ergänzend, eine umfangreiche und deshalb meist kleinformatige Bebilderung beredt Zeugnis: vom unerschöpflichen Repertoire der Formensprache und von der handwerklichen Meisterschaft ihrer Fertigung. An Autor und Verlag dieser gelungenen, äußerst lesenswerten Publikation gerichtet, bleibt deshalb abschließend nur zu sagen: CHAPEAU!
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Artikelbeschreibung

Nicht nur für Modeliebhaber: "Hauptsache" prunkt mit einer reich bebilderten Tour durch die Kulturgeschichte der Kopfbedeckungen vom Mittelalter bis heute, von Hennin und Gugel bis Fedora und Baseball Cap.Der einzigartige Bestand des Bayerischen Nationalmuseums mit seiner Sammlung "Textilien, Kostüme, Leder und Trachten" spielt dabei die Hauptrolle. Knapp 600 Originale haben es mit brillanten Farbaufnahmen in den Prachtband geschafft - der Blick auf die genuin bayerische Hutmode bildet dabei einen Schwerpunkt: von der bürgerlichen Frauenkleidung, die sich im 17. Jahrhundert in den Städten entwickelte und durch das Tragen unterschiedlichste Hauben gekennzeichnet war, über die sogenannten Volkstrachtenhauben um 1800 bis zu den bayerischen Trachtenhüten des 19. Jahrhunderts. In der Darstellung aktueller Kopfbedeckungen haben die Kreationen moderner Münchner Modistinnen einen besonderen Platz.In den kurzweiligen Begleittexten kommen neben der Modehistorie auch gesellschaftliche und ökonomische Zusammenhänge zur Sprache. Dazu geht der Autor Johannes Pietsch den verschiedenen Materialien und Herstellungstechniken auf den Grund.

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