Lasst mich einfach hier sitzen und Yakisoba essen

Roman. 'Mit Genuss pulverisiert Tsumura das neoliberale Arbeitsideal. Surreal und sehr böse' DAZED
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Buchprofile - Rezension
Frauenroman über eine von ihren Jobs genervte Japanerin.
Vorab gesagt: Die im Titel erwähnten Yakisoba sind Hähnchenspieße und es kommt sehr auf die Soße an, wie geschmackvoll sie sind. Die 47-jährige japanische Autorin ist hierzulande noch unbekannt, der vorliegende Roman ihre erste Buchveröffentlichung in deutscher Sprache und in der Übersetzung von Katja Busson präsentiert sich eine sehr schmackhafte Lektüre. Tsumura erzählt in der Ich-Form von einer Frau, die den alltäglichen Ritualen mit einer Reihe von eher skurrilen und prekären Beschäftigungsverhältnissen zu entkommen sucht. Das beginnt gleich mit dem Auftrag zur Observation einer Schriftstellerin, als würde die Figur ihrer Autorin über die Schulter schauen. Und natürlich geht es immer auch um Essen, Kollegen und Vorgesetzte in den fünf episodenartig geschilderten Arbeitsverhältnissen. Auch wenn Tsumura zügig und mit Fantasie in diese wundersame Welt des japanischen Kapitalismus einführt, mögen die Leser an mancher Stelle ins Stocken geraten, wenn japanische Begriffe und auch die seelische Verfasstheit der Figuren zu erklären sind. – Mit koboldhaftem Witz versteckt Tsumura gar in den vielen Szenen ihres Romans Hinweise auf Literarisches, wie etwa den Schriftsteller Koldo Izagirre (S. 236). Es ist ein großes Lesevergnügen und interessant vor allem für etwas anspruchsvollere Leser und jene, die japanischem Leben Interesse entgegenbringen. Herzliche Empfehlung zur Auffrischung für alle Bestände.
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Artikelbeschreibung

Die Erzählerin in diesem Roman ist müde - von der Arbeitswelt, ihren absurden Ritualen und entfremdenden Herausforderungen. Gebeutelt von den nie enden wollenden Anforderungen des, na ja: Kapitalismus, wünscht sie sich einen Job, bei dem sie möglichst wenig investieren muss, also am liebsten sehr wenig denken. Allerdings entwickeln auch die abseitigsten Anstellungen ihre Tücken - von Läden, die wie von Zauberhand vom Erdboden verschwinden, über mysteriösen Sekten, zu einem Landschaftspark, der von einem Geist heimgesucht scheint. Fast könnte man meinen, das System ist das Problem ...Ein abgründiger Roman über die Tücken des modernen Alltags - lustig, surreal, hellsichtig und manchmal ganz schön beunruhigend.

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Pressestimmen

"Mit scharfem Humor und surrealen Elementen entlarvt Tsumura die Absurditäten des Alltags und die Einsamkeit moderner Arbeitswelten. Brillant!" ELLE
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