Nevermore

Roman. Ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2022 in der Kategorie Übersetzung
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Buchprofile - Rezension
Eine französische Schriftstellerin begibt sich nach Dresden, um dort ein Buch von Virginia Woolf ins Französische zu übersetzen.
Bei der Etikettierung dieses Buches als ein ‚Roman beginnt man zu zögern. Es gibt in dem Buch wahrscheinlich ebenso viele erzählende Passagen wie essayistische Abschweifungen über den Glockenklang, über Musikwerke, über die Geschichte der Stadt Dresden. Auch das Zentralthema ist sehr verschachtelt und erschließt sich erst nach und nach: Eine französische Schriftstellerin begibt sich in die deutsche Stadt Dresden, um dort einen Text von Virginia Woolf ins Französische zu übersetzen. Das alles zusammen ist dann für die deutsche Übersetzerin des Buches (Anne Weber) noch einmal eine ganz besondere Herausforderung. Als thematisches Basso Continuo durchzieht das Buch neben der Übersetzung des Textes von Virginia Woolf die Trauer der Zentralfigur (mit stark autobiographischen Zügen der Autorin) über eine verstorbene Freundin. Nach der Lektüre dieser Erkundung einer anderen Stadt, einer anderen Sprache ist man kein anderer Mensch geworden, aber man wird gewiss ein anderes, respektvolleres Verhältnis zu der Arbeit von Übersetzern haben. Großartig, wie die Autorin die Leser teilhaben lässt an der Suche nach richtigen, dem Sinn des Originaltextes von Virginia Woolf angemessenen Übersetzungen. Eine Übersetzerin muss nicht nur die Grammatik der Sprache kennen, die sie in eine andere Sprache überträgt. Dass dazu viel, viel mehr gehört, lernt man durch die Lektüre dieses Buches. Für literarisch Interessierte sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Über das Vergehen der Zeit, über Verschwinden und Wiederkehr, Vergänglichkeit und Ewigkeit - Cécile Wajsbrots neuer Roman, kongenial übersetzt von Anne Weber.Nach dem Tod einer befreundeten Schriftstellerin zieht sich eine Übersetzerin nach Dresden zurück, um dort an der Übertragung von Virginia Woolfs Roman »To the Lighthouse« zu arbeiten. Aus ihren tastenden Versuchen, sich der fremden Sprache und Zeit anzunähern, und den Überlegungen, die sie dabei anstellt, entsteht eine betörende Musik. Bei ihren nächtlichen Spaziergängen glaubt sie der toten Freundin zu begegnen und noch einmal mit ihr reden zu können. Ihre Einsamkeit weitet sich zu einem gewaltigen Echoraum, der von dem verfallenen Haus in Virginia Woolfs Roman über das einstmals zerstörte Dresden bis zur High Line, einer ehemaligen New Yorker Industrieruine, und zur Verbotenen Zone um Tschernobyl reicht.Orte, die dem Verfall, der Zerstörung anheimgegeben sind und doch wieder aufleben, abgebrochene Welten, in denen noch Kraft schlummert für einen Neuanfang. Übersetzen als Über-Setzen zu anderen Ufern, zu den Verschwundenen; in eine andere Zeitlichkeit.

Produktsicherheit

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Anschrift: Geiststr. 11
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Kontakt: info@wallstein-verlag.de

Personeninformation

Cécile Wajsbrot, 1954 in Paris geboren, schreibt Romane - manchmal auch Essays und Hörspiele. Sie übersetzt aus dem Englischen (u. a. Virginia Woolf) und aus dem Deutschen (u. a. Marcel Beyer, Peter Kurzeck). Sie lebt abwechselnd in Paris und in Berlin.2007 war sie Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Seit 2017 ist Sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie seit 2019 der Akademie der Künste in Berlin. 2014 erhielt sie den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis, 2016 den Prix de l`Académie de Berlin. 2024 erhielt sie den Grand Prix de Littérature Henri Gal und den Aleksandar Tisma International Prize. Im selben Jahr wurde sie für ihren Roman »Nevermore« mit dem Literaturpreis der Darmstädter Jury ausgezeichnet. Anne Weber, geb. 1964, ist eine deutsche Autorin und literarische Übersetzerin. Ihre Werke wurden u. a. mit dem Heimito von Doderer-Literaturpreis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literaturpreis, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet. 2020 wurde ihr für ihr Buch »Annette, ein Heldinnenepos« der Deutsche Buchpreis verliehen. Für ihre Übersetzung von Cécile Wajsbrots »Nevermore« erhielt sie 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie »Übersetzung«. 2024 wurde sie mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis sowie dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Ein Roman von tiefer innerer Spannkraft über Sprache und Orte und ihre Verbindung mit unserem Leben und nicht zuletzt über die Bedeutung der Kunst darin. Die Leistung der Buchpreisträgerin Anne Weber, einen französischen Text über das Übersetzen so kongenial in die deutsche Sprache zu übertragen, muss hier dringend hervorgehoben werden. Der Festeinband mit 230 fadengeheftete Seiten in einem sehr schönem Schutzumschlag gehört für mich zu den bemerkenswertesten Neuerscheinungen des Jahres.« (Jens Fleischer, Gottfried Huebener Buchhandlung, Bremerhaven)
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