Nevermore

Roman
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Buchprofile - Rezension
Eine französische Schriftstellerin begibt sich nach Dresden, um dort ein Buch von Virginia Woolf ins Französische zu übersetzen.
Bei der Etikettierung dieses Buches als ein ‚Roman beginnt man zu zögern. Es gibt in dem Buch wahrscheinlich ebenso viele erzählende Passagen wie essayistische Abschweifungen über den Glockenklang, über Musikwerke, über die Geschichte der Stadt Dresden. Auch das Zentralthema ist sehr verschachtelt und erschließt sich erst nach und nach: Eine französische Schriftstellerin begibt sich in die deutsche Stadt Dresden, um dort einen Text von Virginia Woolf ins Französische zu übersetzen. Das alles zusammen ist dann für die deutsche Übersetzerin des Buches (Anne Weber) noch einmal eine ganz besondere Herausforderung. Als thematisches Basso Continuo durchzieht das Buch neben der Übersetzung des Textes von Virginia Woolf die Trauer der Zentralfigur (mit stark autobiographischen Zügen der Autorin) über eine verstorbene Freundin. Nach der Lektüre dieser Erkundung einer anderen Stadt, einer anderen Sprache ist man kein anderer Mensch geworden, aber man wird gewiss ein anderes, respektvolleres Verhältnis zu der Arbeit von Übersetzern haben. Großartig, wie die Autorin die Leser teilhaben lässt an der Suche nach richtigen, dem Sinn des Originaltextes von Virginia Woolf angemessenen Übersetzungen. Eine Übersetzerin muss nicht nur die Grammatik der Sprache kennen, die sie in eine andere Sprache überträgt. Dass dazu viel, viel mehr gehört, lernt man durch die Lektüre dieses Buches. Für literarisch Interessierte sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Über das Vergehen der Zeit, über Verschwinden und Wiederkehr, Vergänglichkeit und Ewigkeit - Cécile Wajsbrots neuer Roman, kongenial übersetzt von Anne Weber.Nach dem Tod einer befreundeten Schriftstellerin zieht sich eine Übersetzerin nach Dresden zurück, um dort an der Übertragung von Virginia Woolfs Roman 'To the Lighthouse' zu arbeiten. Aus ihren tastenden Versuchen, sich der fremden Sprache und Zeit anzunähern, und den Überlegungen, die sie dabei anstellt, entsteht eine betörende Musik. Bei ihren nächtlichen Spaziergängen glaubt sie der toten Freundin zu begegnen und noch einmal mit ihr reden zu können. Ihre Einsamkeit weitet sich zu einem gewaltigen Echoraum, der von dem verfallenen Haus in Virginia Woolfs Roman über das einstmals zerstörte Dresden bis zur High Line, einer ehemaligen New Yorker Industrieruine, und zur Verbotenen Zone um Tschernobyl reicht.Orte, die dem Verfall, der Zerstörung anheimgegeben sind und doch wieder aufleben, abgebrochene Welten, in denen noch Kraft schlummert für einen Neuanfang. Übersetzen als Über-Setzen zu anderen Ufern, zu den Verschwundenen; in eine andere Zeitlichkeit.

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Pressestimmen

»Ein unheimlich geistfunkelnder Abenteuerroman. Für alle, die Freude an Literatur und Sprache haben, und es gerne auch mal ein bisschen anspruchsvoller mögen.« (Denis Scheck, SWR2 Lesenswert, 24.10.2021) »ein subtil komponierter, sprachlich außergewöhnlich reicher Roman« (Sigrid Brinkmann, Deutschlandfunk Kultur, 11.08.2021) »Mit ihrem kunstvoll komponierten Dresden-Roman feiert (Cécile Wajsbrot) die Nuancen der Sprache.« (Karin Großmann, Sächsische Zeitung, 17.08.2021) »Dass die Autorin den Leser unmittelbar an ihrer schöpferischen Arbeit teilhaben lässt, mit Momenten der Frustration und der Freude, ist ein seltenes Geschenk.« (Frank Hahn, tell review, 11.10.2021) »Roman, der zur gedanklichen Tour de Force durch die europäische und außereuropäische Literatur wird.« (Joachim Schwend, Kreuzer, 02.10.2021) »Es ist ein zarter, anspielungsreicher, komplexer Roman, den Cécile Wajsbrot da geschrieben hat« (Günter Kaindlstorfer, BR Diwan) »Wer für solche offene literarische Formen empfänglich ist, wird viel aus dem Buch mitnehmen. Und dass die Übersetzung von (...) Anne Weber (...) besorgt wurde, ist der nicht geringste Reiz dieses literarischen Selbstgesprächs für Kenner und Liebhaber.« (Joseph Hanimann, SZ, 23.09.2021) »von (...) Anne Weber wunderbar ins Deutsche übertragen« (Fokke Joel, Neues Deutschland, 19.10.2021) »getragen von einer leisen Melancholie und Trauer, die jedoch nicht verzehrt, sondern die Welt und uns im besten Sinne durchlässiger werden lässt.« (Frank Hahn, tell - Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft, 11.10.2021) »Es ist ein meisterhaftes Buch übers Verschwinden, die Abwesenheit als menschliche Grunderfahrung. (...) Doch was ist aus diesem Verschwinden alles gewonnen! 'Forever' sollte der Roman heißen.« (Andreas Platthaus, FAZ, 02.12.2021) »Das Unwahrscheinliche an der geistfunkelnden Prosa Wajsbrots ist, dass es ihr gelingt, das Glück und das Abenteuer gelingenden literarischen Übersetzens in diesem Roman wunderbar anschaulich zu machen.« (Denis Scheck, Buchszene, 16.11.2021) »'Nevermore' ist eine Elegie des Verschwindens. (...) Doch manche verschlossenen Türen gehen auch wieder auf.« (Ingeborg Waldinger, Die Furche, 02.12.2021) »Cécile Waijsbrot lässt einen ganz nah an diesem Prozess teilhaben, an all den Gedankenschleifen des Übersetztens - und Anne Weber hat dies beeindruckend ins Deutsche übertragen.« (Das Erste, 12.12.2021) »Man kann Anne Webers literarischem Wirken kaum mit genügend Preisen und Lob gerecht werden (...) eine exzellente Leistung! Chapeau!« (Der Freitag, 03.03.2022) »Cécile Wajsbrots Roman 'Nevermore' ist schon eine Klasse für sich. Anne Weber hat hier die kunstvolle Geschichte über eine Übersetzerin, die dabei ist, Virginia Woolfs 'To the Lighthouse' zu übersetzen, übersetzt.« (Gerrit Bartels, Tagesspiegel, 18.03.2022) »von der Autorin Anne Weber hervorragend ins Deutsche übertragen« (Katharina Borchardt, SWR2, 17.03.2022) »Wajsbrots ganzes Sprachdenken (...) brachte luzide Romane hervor.« (Cornelia Geissler, Berliner Zeitung, 27.01.2022) »Wajsbrot spielt virtuos mit literarischen Formen, lotet die unbestimmten Ängste des Unterbewusstseins aus, entwirft beklemmende Bilder aus dem Grenzgebiet von Leben und Tod« (Barbara von Machui, Wiener Zeitung, 17.03.2022) »Sprachkunst durch und durch!« (Maria Nowotnick, Buchkultur 5/2022) »ein Hochfest der literarischen Übersetzung« (Konrad Holzer, Buchkultur, 31.05.2024)
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