Zerstörung

Roman
24,00 €
(inkl. MwSt.)
Versandkostenfrei in DE
Sofort lieferbar
Buchprofile - Rezension
In einem dystopischen Frankreich versucht eine Schriftstellerin zu ergründen, wie es zu einer Diktatur kommen konnte.
Die Ich-Erzählerin wird in einem totalitären Frankreich von einem anonymen Anrufer gebeten, einen mündlichen Bericht, eine Art "Sound-Blog", über die Ereignisse der letzten Zeit und die allgemeine Atmosphäre im Land aufzuzeichnen. Es gelingt ihr nicht, nur von der Gegenwart zu sprechen, immer wieder schweift sie in die Vergangenheit ab, überlegt, wie es zur Diktatur kommen konnte, ob man die Katastrophe hätte voraussehen können und wie man die Erinnerung an die Vergangenheit doch noch bewahren kann. Denn im jetzigen totalitären Staat ist alles verboten, was Erinnerung und Vergangenheit betrifft. Der Schriftstellerin fallen viele literarische Werke ein, die die Vergangenheit analysieren, um die Gegenwart besser zu verstehen und für die Zukunft planen zu können. Trotz des Verbots erinnert sie sich: Wie sie geglaubt hatte, "das einundzwanzigste Jahrhundert ... würde das Jahrhundert des Fortschritts sein ... Wir glaubten, die Katastrophen des vorigen Jahrhunderts hinter uns gelassen zu haben ... Wir hatten gelernt ..." Und doch hatten sie die Machtübernahme nicht verhindern können, einen Staat, der dem Volk nur noch leichte Unterhaltung verordnet und der Theater, Buchhandlungen, Museen, Konzertsäle geschlossen hat. Einen der Gründe für die Veränderung scheint die Ich-Erzählerin in der "Banalität der Sprache", in deren zunehmender Verarmung zu sehen. Am Ende gibt es Demonstrationen gegen die Diktatur und die Feststellung, dass "die Kunst ... beim Überleben geholfen hat." - Der sprachmächtige Roman zeigt auf beeindruckende und erschreckende Weise die Angst vor einer Wiederholung der historischen Katastrophen. Es lohnt, sich von diesem faszinierenden Roman packen zu lassen!
Weiterlesen

Artikelbeschreibung

Über das Erinnern, das Vergessen und die Sorge davor, aus Fehlern der Geschichte nicht gelernt zu haben. Sie hatte ihr Leben dem Lesen und Schreiben gewidmet. Doch plötzlich zerbricht alles um sie herum, eine Diktatur breitet sich aus, das Schreiben wird unmöglich. Ihre einzige Ausdrucksmöglichkeit findet die Erzählerin in einem rätselhaft bleibenden »Soundblog«. Mysteriöse, beängstigende und philosophische Gedanken beschäftigen sie: Die neue Macht zerstört nach und nach auf heimtückische Weise jede Erinnerung und versucht, alle Spuren der Geschichte zu löschen. Wann und wie hat dieser Umbruch stattgefunden? Gab es Warnsignale? Ist sie selbst schuld daran, dass die Dinge geschehen? Wollte sie sich nicht aus der Vergangenheit befreien? Cécile Wajsbrot beschreibt in ihrem sprachmächtigen Roman auf beeindruckende und erschreckende Weise die Angst vor einer Wiederholung der Geschichte und beschäftigt sich mit der beunruhigenden politischen Entwicklung der letzten Jahre.

Produktsicherheit

Hersteller: Wallstein Verlag GmbH
Anschrift: Geiststr. 11
DE-37073 Göttingen
Kontakt: info@wallstein-verlag.de

Personeninformation

Cécile Wajsbrot, 1954 in Paris geboren, schreibt Romane - manchmal auch Essays und Hörspiele. Sie übersetzt aus dem Englischen (u. a. Virginia Woolf) und aus dem Deutschen (u. a. Marcel Beyer, Peter Kurzeck). Sie lebt abwechselnd in Paris und in Berlin.2007 war sie Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD. Seit 2017 ist Sie Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie seit 2019 der Akademie der Künste in Berlin. 2014 erhielt sie den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis, 2016 den Prix de l`Académie de Berlin. 2024 erhielt sie den Grand Prix de Littérature Henri Gal und den Aleksandar Tisma International Prize. Im selben Jahr wurde sie für ihren Roman »Nevermore« mit dem Literaturpreis der Darmstädter Jury ausgezeichnet. Anne Weber, geb. 1964, ist eine deutsche Autorin und literarische Übersetzerin. Ihre Werke wurden u. a. mit dem Heimito von Doderer-Literaturpreis, dem 3sat-Preis, dem Kranichsteiner Literaturpreis, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet. 2020 wurde ihr für ihr Buch »Annette, ein Heldinnenepos« der Deutsche Buchpreis verliehen. Für ihre Übersetzung von Cécile Wajsbrots »Nevermore« erhielt sie 2022 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie »Übersetzung«. 2024 wurde sie mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis sowie dem Joseph-Breitbach-Preis ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Ein großartiges Buch über Ratlosigkeit, Hoffnung, Skepsis und Erinnerung. Kurz: ein Buch, dass uns die Gefahren und Möglichkeiten des (unzuverlässigen) Erzählens vorführt.« (Theresa Mayer, autorenbuchhandlung marx & co, Frankfurt) Literaturblog »Trouvailles littéraires«
Mehr von Wajsbrot, Cécile

Bewertungen

Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.