Die goldene Stunde

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Buchprofile - Rezension
Roman über einen Flüchtling, der dem Grauen in seiner Heimat entfliehen konnte und dennoch in Europa sein Glück nicht fand.
Mari ist eigentlich Archäologin, arbeitet jetzt aber als Sozialarbeiterin in der Flüchtlingshilfe. Hier lernt sie auch Ahmad kennen, der aus dem Nahen Osten in die Niederlande geflohen ist. Mit ihm und anderen baut sie in einer Schrebergartenanlage ein kleines, buntes Refugium auf. Sie kommen sich dabei näher, beginnen sich zu lieben. Als aber die Kleingärten eines Nachts abbrennen, ist Ahmad verschwunden. Zurück lässt er nur eine Aktentasche gefüllt mit zahlreichen in seiner Muttersprache vollgeschriebenen Blättern. Mari macht sich nun auf den Weg in Ahmads Heimat. Sie will sich an einem Projekt beteiligen, bei dem frühe Felszeichnungen gefunden und ausgewertet werden sollen. Doch in dieser archaischen Gegend interessiert sich niemand wirklich für sie und ihre Forschung. Man stellt ihr lediglich einen Fahrer zur Verfügung. Tarik, auch er einer, der hier fremd ist, wird zum täglichen Begleiter und Dolmetscher. Er hat jahrelang als Soldat in einem KZ-ähnlichen Lager Regimegegner bewacht, bewusst gequält und getötet. Aus diesem Grund zerbrach auch seine Beziehung zu einer Frau. Jetzt aber bittet Mari ihn, ihr Ahmads Texte ins Englische zu übersetzen. Das, was er liest, ist die brutale Beschreibung der Umstände, unter denen Regimegegner in seinem Land leben mussten, wie sie, um nicht eingesperrt und umgebracht zu werden, Heimat, Familie und Freunde verlassen, auf welch abenteuerliche Weise sie flohen und wie abweisend man sie in Europa empfing. In Ahmad begegnet Tarik all dem, was er an Schuld auf sich geladen hat. – Ein sehr aktueller, aufrüttelnder und erschütternder Roman, der die gegenwärtige Flüchtlingsproblematik aus verschiedenen Perspektiven in den Blick nimmt und so auch etwas zum Verständnis für die Situation von Migranten beitragen könnte. Absolut empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Mari, Ahmad und Tarik wissen nicht weiter. Alle drei sind auf der Suche nach Trost und Errettung und finden sie nicht. Ahmad ist vor dem Krieg in seiner Heimat geflohen, stieß in den Niederlanden jedoch auf neue Hindernisse. Mari wollte ihn beschützen und lieben, aber es gelang ihr nicht. Und der ehemalige Soldat Tarik hat sich in ein abgelegenes Grenzgebiet zurückgezogen, doch sein Gewissen nagt an ihm. Dort trifft er nun auf Mari, die mittlerweile ihr Zuhause hinter sich gelassen hat, nachdem ihr idealistisches Projekt katastrophal gescheitert ist.Die drei Leben sind auf fatale Weise miteinander verflochten, die Geschichte droht sich zu wiederholen - und dennoch gibt es Hoffnung. Wytske Versteeg verfügt über eine besondere Menschenkenntnis, große Empathie und Scharfsinn. So schafft sie es, in äußerst prägnanten Bildern und Dialogen die Konflikte unserer Zeit in einen reichen, vieldeutigen Roman zu verwandeln. Ein lange nachhallendes Leseerlebnis.

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Pressestimmen

»Versteeg wusste von Beginn an, wovon sie erzählen wollte und vor allem wie. In ihrem klug komponierten und psychologisch genau gearbeiteten Roman stellt sie die Frage, ob ein Land wie die Niederlande offen für Menschen ist, die anders sind.« Holger Heimann, Deutschlandfunk, über »Boy«

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