Das Liebesleben der Stachelschweine

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Buchprofile - Rezension
Satirisch-humorvoller Roman über Politik, Familienbande und Freundschaft.
Zu Studentenzeiten waren sie politische Gegner, der eher rechtsnationale Dietrich Pernauer und der Sozialist Hans-Werner Hänsel. Während Hänsel nach seinem Studium parteipolitische Karriere macht, leidet Pernauer unter seiner Herkunftsfamilie, die nicht nur weiter an ihrer rechten Vergangenheit hängt und diese alljährlich zelebriert, sondern die auch aus lauter skurrilen Typen besteht. Als Hans-Werner Hänsel in eine "Me Too"-Affäre gerät und von einer ehemaligen Kommilitonin beschuldigt wird, sie vor gut zwanzig Jahren vergewaltigt zu haben, gerät seine Karriere ins Wanken. Und plötzlich kreuzen sich wieder die Lebenswege von Dietrich und ihm. Und Dietrich muss sich entscheiden: Will er sich jetzt an dem ehemaligen Kontrahenten rächen oder möchte er ihm helfen. - Mit einem wunderbar amüsanten, satirisch-humorvollen Stil und viel Sprachkompetenz karikiert Autor Schacherreiter in seiner Romanposse Themen wie politische Seilschaften und lästige Familienbande. Auch wenn das Ende eher flach geraten ist: Die richtige Lektüre für alle, die sich mal wieder ausgiebig an einer ebenso unterhaltsamen wie amüsanten Gesellschaftskritik delektieren möchten.
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Artikelbeschreibung

Sie waren Studenten und politisch engagiert: Hans-Werner Hänsel auf linkssozialistischer Seite, Dietrich Pernauer auf rechtsnationaler. Ihre Begegnungen in der Studentenvertretung verliefen entsprechend unfreundlich, und beide waren froh, als sich ihre Wege trennten. Zwei Jahrzehnte später treffen sie einander wieder, und es geht ihnen gar nicht gut. Dietrich hat gewaltigen Ärger mit seiner Herkunftsfamilie, sein älterer Bruder nutzt ihn aus, mit seinem dandy-haften jüngeren Bruder kann er nichts anfangen, mit der esoterisch veranlagten Schwester sowieso nicht. Beruflich sieht er sich unter Wert behandelt und in der Burschenschaft macht er sich gerade zur Witzfigur. Frustriert muss er regelmäßig den strahlenden Hans-Werner Hänsel in Talkshows bewundern, der kurz davor steht, Landesparteiobmann zu werden. Da wird Dietrichs Erzrivale von der ehemaligen Kommilitonin Gretel Kantor beschuldigt, sie vor zwanzig Jahren vergewaltigt zu haben. Die Skandalgeschichte von "Hänsel und Gretel" gerät flugs in die Schlagzeilen, Hans-Werner scheint privat und politisch ruiniert. Plötzlich hält Dietrich die Fäden in der Hand und findet sich in einer ganz neuen Rolle wieder. Es ist nun an ihm, Entscheidungen mit weitreichenden Folgen zu treffen.

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Personeninformation

Geboren 1954 in Linz, aufgewachsen im Innviertel, studierte Germanistik, Geschichte und Violine in Salzburg. In den siebziger und achtziger Jahren gemeinsam mit dem Musiker Gerald Fratt mit kabarettistischen Liedern erfolgreich (u.a. "Salzburger Stier" 1982), bis 1992 freier Mitarbeiter des ORF, langjährige Lehrtätigkeit in Gymnasien und Hochschulen, Kolumnist und Literaturkritiker für die Oberösterreichischen Nachrichten, Mitglied des Adalbert-Stifter-Instituts Linz. Zahlreiche Veröffentlichungen.
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