Wir, die Überlebenden

Roman
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Buchprofile - Rezension
Roman über einen malaysischen Fischer, der nach oben kommen will und unfreiwillig zum Mörder wird.
Ah Hock, ein Angehöriger der unteren Schichten in einem malaysischen Fischerdorf, erzählt einer Journalistin seine Lebensgeschichte. Es ist die Geschichte eines Mannes, der sich aus einfachsten Verhältnissen hocharbeiten möchte und der von Reichtum und Sicherheit träumt. Dabei kommt ihm ein Wanderarbeiter aus Bangladesh in die Quere, den er kurzerhand ermordet und deswegen für einige Jahre ins Gefängnis wandert. - Tash Aw beschreibt am Beispiel seines Protagonisten eindrucksvoll und mit viel erzählerischem Geschick, in welchen prekären Verhältnissen die Unterprivilegierten in den Gesellschaften Südostasiens leben. Es ist ein Leben bar jeder Hoffnung auf Besserung, in der sich nur der durchsetzen kann, der rücksichtslos genug ist. Ein fesselnder Roman, den man, einmal angefangen, bis zur letzten Seite kaum aus der Hand legen möchte.
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Was macht das Leben von Ah Hock so besonders, dass eine junge Frau, die im Ausland studiert hat, ihn regelmäßig besucht und Interviews mit ihm führt?  Ein Hinterwäldler von der Küste ist er, der nicht mal die Schule zu Ende gebracht hat. Sein Vater ist ins Ausland verschwunden, Ah Hock hängt in seiner Jugend mit einem komischen Typen ab, ein roher Kerl, der zu Gewalt neigt. Und genau der wird ihm später zum Verhängnis werden. Ah Hock hat jemanden getötet, mit einem Ast erschlagen und dafür einige Jahre im Gefängnis verbracht.


Wie kam es dazu? - das versucht die junge Frau zu ergründen und mit ihr gehen wir Leser auf eine spannende, lehrreiche Reise in das Land der Shrimpsfarmen und Palmölplantagen.
Der Traum von Ah Hocks Mutter: Ein Haus haben „im Landesinneren, das nicht von Sturmfluten, Überschwemmungen oder Stürmen weggerissen werden konnte. In einem Ort nahe der Stadt, so nah, dass man sich als Teil davon verstehen konnte, aufgenommen und beschützt -  sie hebt eine Anzeige mit so einem Haus auf. Letztlich schuftet sie sich mit ihrem Sohn halbtot auf einer kleinen Farm, die sie mit ihm zusammen rodet, da ist er etwa 15. Trotz der körperlichen Arbeit für ihn eine schöne Zeit, als sie ihr eigenes Land bebauen und sogar Vorräte anlegen können. Aber das Land wird immer wieder überschwemmt, die Farm unbrauchbar. Dank seiner Kraft und Ausdauer findet er später Arbeit auf einer Fischfarm, die er mit Pumpen und Wasserfiltern verbessert. Sogar eine Frau findet er. Für kurze Zeit fühlt sich das Leben leicht an. Nur zu Verwandten nach Singapur, führt die Hochzeitsreise der beiden, aber sie posieren für Fotos und albern herum.


Als die Arbeit auf der Farm an Cholera erkranken, steht alles auf dem Spiel. Ah Hock versucht neue Arbeiter zu finden, es gibt genug illegale Migranten, neuerdings auch Rohingya, geflohen aus Myanmar. Aber sein skrupelloser Jugendgefährte zieht Ah Hock in seine dreckigen Geschäfte hinein.

Artikelbeschreibung

Ah Hock ist ein einfacher, ungebildeter Mann aus einem malaysischen Fischerdorf, der sich Reichtum und Sicherheit wünscht - wie es allen Menschen in Südostasien versprochen, aber nur bei wenigen Privilegierten eingelöst wird. Während die Gesellschaft um ihn herum sich verändert, hangelt er sich von einem schlecht bezahlten Job zum nächsten und ermordet schließlich einen Wanderarbeiter aus Bangladesch. Einer Journalistin, die ihn nach dem Gefängnis in seiner ärmlichen Hütte besucht, erzählt er, wie es zu der Gewalttat kommen konnte. Der malaysische Autor Tash Aw zeigt mit diesem ergreifenden und beeindruckenden Porträt eines Außenseiters die Erosionen eines Menschenlebens und die Verwüstungen jeglicher Hoffnung.

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