Das können wir uns nicht leisten

Was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein - Von der Gastgeberin des beliebten Podcasts Danke, gut. SPIEGEL-Bestseller
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Buchprofile - Rezension
Eine junge Frau mit Migrationshintergrund beschreibt, wie sie lernte, durch eine Welt zu navigieren, die sie entweder nicht wahrnimmt oder auf sie herabblickt.
Als Tochter einer rumänischen Mutter und eines iranischen Vaters verbringt Miriam ihre ersten Lebensjahre in Bukarest. Kurz vor Miriams Einschulung zieht die Familie nach Bad Säckingen. Da die Abschlüsse der Eltern nicht anerkannt werden, kommen sie in schlecht bezahlten Jobs unter. Es reicht nur für das Nötigste, sodass Miriam schon früh die Erfahrung macht, wie es ist, in einem reichen Land arm zu sein. Ob es um neue Kleidung, Spielsachen oder Kinobesuche geht – der Satz "Das können wir uns nicht leisten" wird zum Mantra ihrer Kindheit und Jugend. Miriam ist eine gute Schülerin, besucht das Gymnasium, macht Abitur und beginnt ein Studium. Mit dieser erfolgreichen Schullaufbahn widerlegt sie die gängige These, dass "arm" mit "bildungsfern" gleichzusetzen sei. – Arme Menschen werden, so die Autorin, gesellschaftlich unsichtbar gemacht, bekommen weniger Räume zum Sprechen, nehmen weniger am sozialen Leben teil. Die einzelnen Kapitel zeigen, wie sich Armut auswirkt: in der Wohnsituation, in Schule, Studium und Freizeit, in Beziehungen, in Aufstiegsmöglichkeiten. Dabei ist Miriams eigene Geschichte nur exemplarisch; das Buch gibt all denjenigen eine Stimme, die Erfahrung mit Armut gemacht haben. Breit empfohlen.
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Artikelbeschreibung

»Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten.«

Um Jungs machte sie lange einen Bogen, denn Miriam Davoudvandi wusste, jeder Typ muss irgendwann ihre Wohnung von innen sehen: im schäbigen Sozialbau inmitten von Einfamilienhäusern, die vollgestellten Zimmer, das abgenutzte Bad. Die Scham, nichts bieten zu können und nicht dazuzugehören, prägte Miriam Davoudvandi spätestens seit ihrer Einschulung - und sie ist bis heute ein Teil von ihr.

Inzwischen ist sie sozial aufgestiegen und verdient mehr, als ihre Eltern es je taten. Ihr Fazit: Geld macht sogar sehr glücklich. Aber zu welchem Preis? Und welche Spuren haben ihre Erfahrungen hinterlassen? Ehrlich und berührend erzählt Miriam Davoudvandi, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Dabei blickt sie nicht nur auf die offensichtlichen Schauplätze von Armut, sondern auch auf Aspekte wie Dating, Freundschaften, Familiengründung und Psyche, auf die Bedeutung des Fernsehers und das Leben als erste Studierende der Familie. Und zeigt, warum Arme sogar beim Sterben benachteiligt sind.

Armut lässt sich vielleicht bemessen. Zahlen helfen jedoch nicht zu verstehen, wie sich Armut anfühlt und was sie langfristig mit Menschen macht. Umso wichtiger ist es, Miriam Davoudvandis Geschichte zu hören. Sie spricht auch für all jene, die bisher keine Stimme hatten.

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Personeninformation

Miriam Davoudvandi wurde 1992 in Bukarest als Tochter einer Rumänin und eines Iraners geboren und wuchs in einer Kleinstadt in Süddeutschland auf. Sie ist freie Journalistin, Moderatorin und Autorin, wurde mehrfach ausgezeichnet und ist Host des WDR-Podcasts »Danke, gut«, in dem sie mit Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, über psychische Gesundheit spricht. Ihre journalistische Laufbahn begann sie mit Texten über Rap. Später war sie Chefredakteurin eines Hip-Hop-Magazins. Heute erscheinen ihre Beiträge über Popkultur, Politik und Psyche u.a. im Spiegel und der Zeit. Außerdem hat sie Texte fürs Theater (»It's Britney, Bitch!«, Berliner Ensemble) verfasst. In der Bestseller-Anthologie »Unlearn Patriarchy II« erschien ihr Text »Unlearn Mental Health«.

Pressestimmen

»Eine persönliche Geschichte, die so viel Liebe enthält. Dieses Buch heilt Wunden.« Tahsim Durgun, Autor des Nummer-1-Spiegel-Bestsellers »Mama, bitte lern Deutsch«
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