Die Eroberung Amerikas

Roman. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2021 (Longlist).
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Buchprofile - Rezension
Faszinierend geschriebener historischer Roman über die Florida-Expedition des spanischen Eroberers Ferdinand Desoto.
Spanien im Jahre 1537: Ferdinand Desoto hat sich als erfolgreicher Konquistador in Mittelamerika, vor allem bei der Eroberung Perus mit Pizarro einen Namen gemacht und ist damit reich geworden. Nun möchte er sich noch mit einer eigenen Expedition einen Namen in den Geschichtsbüchern und den Titel eines Großgouverneurs sichern. Doch anstatt in die verheißungsvollen Goldländer schickt ihn Kaiser Karl V. nach Florida. Die Entdeckungsfahrt, die ganze vier Jahre dauern wird, endet als Desaster, und Desoto kommt dabei ums Leben. - Diese kurze Zusammenfassung gibt bei Weitem nicht das wieder, was den Leser mit diesem Buch erwartet: Es ist nicht nur die Geschichte eines Eroberers, es ist ein ebenso detailreiches Sittengemälde wie eine schonungslose Abrechnung mit der Zeit der Conquista, aber auch dem Leben im Europa des 16. Jh., einer Zeit, die geprägt ist von Abenteuergeist und dem Aufeinanderprallen himmelweit unterschiedlicher Kulturen, einer Gesellschaft, in der der Einzelne alles unternimmt, sich ein besseres Leben zu schaffen, einer Zeit aber auch, die geschlagen ist mit ebenso arroganten wie unfähigen Herrschern und militärischen Führern. - Franzobel schreibt in einem Stil und mit einer Verve, die an die großen lateinamerikanischen Autoren wie Garcia Márquez erinnert, fabuliert mit einer immensen Erzählgewalt, einem Stil, der mal ironisch, mal bissig ist, dokumentarisch, subtil und, ja, durchaus auch poetisch. Sein Buch hat epische Breite, gewinnt auch durch seine Nebenhandlungen, wird trotz der inhaltlichen Fülle in keiner Zeile langatmig, sondern zieht Leserin und Leser sofort in seinen Bann. Dieses Buch ist eine Wucht, ein echtes literarisches Highlight gleich zu Beginn des Jahres, das zeigt, wie gut, wie spannend, wie fesselnd Literatur sein kann. Absolut lesenswert.
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Artikelbeschreibung

Nach dem Bestseller "Das Floß der Medusa" begibt sich Franzobel in seinem neuen Roman auf die Spuren eines wilden Eroberers der USA im Jahr 1538.Ferdinand Desoto hatte Pizarro nach Peru begleitet, dem Inkakönig Schach und Spanisch beigebracht, dessen Schwester geschwängert und mit dem Sklavenhandel ein Vermögen gemacht. Er war bereits berühmt, als er 1538 eine große Expedition nach Florida startete, die eine einzige Spur der Verwüstung durch den Süden Amerikas zog. Knapp 500 Jahre später klagt ein New Yorker Anwalt im Namen aller indigenen Stämme auf Rückgabe der gesamten USA an die Ureinwohner.Franzobels neuer Roman ist ein Feuerwerk des Einfallsreichtums und ein Gleichnis für die von Gier und Egoismus gesteuerte Gesellschaft, die von eitlen und unfähigen Führern in den Untergang gelenkt wird.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, erhielt u. a. den Ingeborg-Bachmann-Preis, den Arthur-Schnitzler-Preis, den Nicolas-Born-Preis und den Bayerischen Buchpreis. Bei Zsolnay erschienen zuletzt die in zahlreiche Sprachen übersetzten historischen Romane »Das Floß der Medusa« (2017), »Die Eroberung Amerikas« (2021), »Einsteins Hirn« (2023) und »Hundert Wörter für Schnee« (2025).

Pressestimmen

"Ein über 500-seitiges Panorama mit kauzigen Figuren, eingefangen in einer bilderreichen, vor satirischen Bonmots strotzenden Sprache. (...) Ein großes Vergnügen!!" Gerard Otremba, Rolling Stone, Mai 2021 "Mit derben Witzen und aufklärerischem Anspruch erzählt Franzobel von der "Eroberung Amerikas". ... Aus seinen Recherchen und den historischen Fakten ist ein bunter, vielstimmiger Roman voller skurriler Figuren entstanden." Steffen Herrmann, Frankfurter Rundschau, 30.03.21 "Ein Stoff, der ganz im Sinne Franzobels als umtriebiger, fabulierlustiger Liebhaber für Grotesken und schrägen Humor ist. ... Mal muss der Leser schallend lachen, mal bleibt einem das Lachen vor Entsetzen im Halse stecken." Lerke von Saalfeld. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.03.21 "Der Name Franzobel steht für gepflegte Groteske, für Absurdität und schwarzen Humor. Bei dieser Literatur darf oft gelacht werden, mit Vorliebe böse und abgründig. ... Franzobel überzeugt einmal mehr durch Einfallsreichtum und stilistische Virtuosität." Christian Schacherreiter, Kurier, 14.03.21 "Skurril und mit sehr viel Humor erzählt. ... Franzobel bringt einen ungeheuer leichten Ton hinein, ohne das alles zu banalisieren. ... Das ist wirklich ganz ganz große Kunst." Irene Binal, Ö1 ex libris, 14.02.21 "Ein spannender und effektvoller, aber auch zutiefst verstörender Roman", Günter Kaindlstorfer, WDR5 Bücher, 05.02.21 "Ein Roman, der den Opfern der Geschichte Gerechtigkeit widerfahren lässt, und das ganz ohne pädagogischen Missionierungseifer." Katja Gasser, ORF Zeit im Bild, 27.01.21 "Mit viel Einfallsreichtum spielt der vielfach ausgezeichnete Schriftsteller in seinem neuen Roman ein Szenario durch, das an den Machtstrukturen der heutigen Gesellschaft rüttelt." Martina Kothe, NDR Kultur, 25.01.21 "Dass Franzobel Poetik mit Faktischem verknüpft, dass er, wenngleich dem Surrealismus durchaus nahe, von Realem berichtet, macht den besonderen Reiz seines jüngsten Romans aus. 'Die Eroberung Amerikas' ist, bei aller grotesken Farbigkeit, ein politischer Roman, der besser nicht in unsere Gegenwart passen könnte." Thomas Rothschild, Die Presse, 23.01.21 "Mit Verve, Fabulierlust und Mitteln der Volksoper entwirft Franzobel farbenprächtige Bilder und ein Panoptikum skurriler Figuren. So ist 'Die Eroberung Amerikas' Erkenntnis- und Lesevergnügen zugleich, mit einer Utopie am Ende - und preisverdächtig." Cornelia Zetzsche, BR2 KulturWelt, 22.01.21
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Bewertungen

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