Kaskaden

Roman - "Ein starkes Debüt." Der SPIEGEL
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Buchprofile - Rezension
Jojo muss sich mit ihrer Herkunft und ihrer ehemaligen besten Freundin auseinandersetzen, um sie selbst zu werden.
Ein furioser, ehrlicher, authentischer Debütroman der jungen Autorin, die in Hamburg lebt. Sie erzählt vor allem Jojos Geschichte: Aufgewachsen in einer "grauen Vorstadt", immer mit Geldsorgen behaftet, studiert sie Molekularbiologie. Das kommt ihrem extremen Kontrollzwang und ihrer panischen Angst vor Bakterien entgegen – hier ist alles klar gegliedert und planbar. Sie hat fürchterliche Angst, dass jemand herausfindet, aus welchen Verhältnissen sie kommt, und leidet unter ständigem Kopfkino, was alles passieren könnte, wenn … Deshalb bringt sie ein Lebenszeichen ihrer früheren besten Freundin, von der sie sich verraten fühlt, völlig aus dem Gleichgewicht. Mit Jakob, dem Tutor des Seminars, findet sie zunächst ein – wenn auch instabiles– Gleichgewicht. Auch ihre WG-Partnerin Melle trägt viel dazu bei, dass sie irgendwie durchkommt. All das erzählt die Autorin im ersten Teil, der mit "Apoptose" (kontrolliert gesteuerter Zelltod) überschrieben ist. Der zweite Teil "Metamorphose" (Umgestaltung, Veränderung) beschreibt nach dem Furioso des ersten, wie Jojo, intensiv unterstützt vor allem von Melle, endlich bei sich selbst ankommt, indem sie Geschehenes ausspricht und akzeptiert. – Der Roman zieht die Leser:innen wie ein Sog in das Geschehen. Die lässige, generationentypische klare Sprache wird vielleicht den ein oder die andere stolpern lassen, ist aber Teil dieser sagenhaft überzeugenden Geschichte. Der absolut treffend gewählte Titel "Kaskaden" beschreibt das Tempo und die Intensität des Geschehens genau. – Sehr zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

"Kaskaden" erzählt vom Erwachsenwerden in den 2010er-Jahren, von Freundschaft, die brechen und heilen kann und von Liebe in allen Dimensionen

»Diese Autorin aus Hamburg ist anders als andere - da kommt was auf uns zu.« Hamburger Abendblatt


Wenn Jojo ihre Herkunft einfach ausradieren könnte, würde sie es tun. Zwar hat sie das Vorstadtgrau weit hinter sich gelassen, doch an der Uni hat sie trotzdem ständig Angst, jemand könnte herausfinden, dass sie nicht hierhergehört. Einzig die Arbeit im Labor gibt ihr Halt. Als Jakob in ihr Leben tritt, findet Jojo zu einer neuen Leichtigkeit. Doch dann erhält sie ein Lebenszeichen ihrer ehemals besten Freundin, und plötzlich ist alles wieder da: die Jahre mit Yara, mit der sie mehr Zeit verbrachte als mit ihren eigenen Eltern. Die auf jeden Spruch eine Erwiderung parat hatte. Und die von einem Tag auf den anderen verschwand, obwohl sie doch gemeinsam ausbrechen wollten aus der Vorstadt.

Voller Klugheit und doch federleicht erzählt Louise K. Böhm die Geschichte einer tiefen Freundschaft. Ein elektrisierender Roman über Herkunft und Zugehörigkeit - mit zwei Heldinnen, die man nicht wieder vergisst.

»Kein simples Coming-of-Age. 'Kaskaden' ist ein Buch über Schuld und Vergessen. (...) Und weil Böhm [ihre Figur] Jojo weder entschuldigt noch verurteilt, sondern sie im Schwebezustand zwischen Schuld und Selbstschutz belässt, gewinnt der Roman seine größte literarische Spannung (...) Sie erzählt mit einer Stimme, die so direkt, so ungeschönt und so präzise rhythmisiert ist, dass man sich fragt, warum nicht mehr Gegenwartsliteratur so klingt.« SWR Kultur

»Was dieses Buch so besonders macht, sind die gesellschaftlichen Themen, die es anspricht: Klassizismus, Bafög-Struggle und psychische Belastungen. Böhm verleiht dem Roman eine große Authentizität und trifft den Sprachgebrauch einer ganzen Generation. Wer den atmosphärischen Schreibstil von Caroline Wahl mag, wird wahrscheinlich an 'Kaskaden' Gefallen finden.« m94.5 Uniradio Bayern - Fettgedruckt (Literaturmagazin)

»'Kaskaden' hat mich gut unterhalten. Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind besonders spannend, denn die romantische Liebe ist für Jojo nicht die Lösung für all ihre Probleme, sondern eben nur eine wichtige unter vielen wichtigen Beziehungen ist. Das habe ich als sehr bestärkend und auch dem Zeitgeist entsprechend gelesen.« Deutschlandfunk Kultur

»Ein Buch über Freundinnenschaft als Lebenslinie: 'Kaskaden' erzählt messerscharf und zärtlich davon, wie tief dieses Band gehen kann.« Eva Pramschüfer

»Dieses Buch zeigt so deutlich, wie Freundschaft die tiefste Form von Liebe sein kann: leise, kompliziert und prägend fürs ganze Leben.« Maria Popov

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Personeninformation

Louise K. Böhm, geb. 2000 in Berlin, studierte nach einem ersten Studium im Medienbereich Literarisches Schreiben, Kulturjournalismus und Kulturpolitik in Hildesheim, bevor es sie beruflich in die Musikbranche und privat nach Hamburg verschlagen hat. Ihre Texte erscheinen in verschiedenen Literaturmagazinen und Anthologien. Auf Social Media teilt sie als @louschreibt_ Literaturempfehlungen, gibt Einblicke in ihren Alltag als Autorin und klärt über Klassismus in der Kulturbranche auf. »Kaskaden« ist ihr erster Roman.

Pressestimmen

»Ein starkes Debüt!« Shereen Sayda, Der Spiegel

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