Spaltkopf

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein in der Sowjetunion der 70er Jahre aufgewachsenes Mädchen sucht in der Wahlheimat nach Lebensorientierung.
Laura und Lev, ein in Leningrad, dem heutigen und historischen St. Petersburg, lebendes Künstlerehepaar, hat die weitverzweigte Verwandtschaft zum Abschiedsfest eingeladen. Sie gehören zu jenen russisch-jüdischen Intellektuellen, die sich für eine Ausreise nach Israel oder Westeuropa entschieden haben. Ihre ersehnte Ankunft in Wien verheißt die erhoffte Freiheit, bringt aber zunächst Ernüchterung. Vor allem die siebenjährige Mischka vermisst ihre Freundinnen und trauert um den Verlust ihrer ersten Liebe. Den Entwicklungsweg des subtil porträtierten Mädchens stellt die 1970 in Leningrad geborene Julya Rabinowich in den Mittelpunkt ihres anspruchsvollen, zwei Erzählebenen umfassenden Debütromans. Die sich im Titel auf eine russische Märchenfigur beziehende lesenswerte Prosa lässt die seelische Not der Heranwachsenden erkennen, die zwischen zwei Welten geraten ist. Obwohl die Autorin Märchenmotive einbringt und metaphernreich schreibt, bleibt Raum für realistische Darstellungen. Vor allem dem von ihr geschilderten Leningrader Alltag dürfte Selbsterlebtes zugrunde liegen.
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Artikelbeschreibung

Mischka wurde in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, in einer russisch-jüdischen Großfamilie geboren. Als sie sieben Jahre alt ist, erzählen ihr ihre Eltern, dass sie Urlaub in Litauen machen. Doch das Flugzeug landet in Wien. Mischka muss sich, gespalten zwischen den Mythen ihrer Kindheit und den Verheißungen des Westens, im Exil einen eigenen Weg suchen. Rabinowich überzeugt nicht nur durch ihren Sinn für Komik, sondern auch mit ihrem eigenständigen Stil: Nüchtern und überzeichnend zugleich beschreibt sie das Vakuum zwischen den Kulturen, in das einen die Emigration zu treiben vermag.

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Personeninformation

Julya Rabinowich, geboren 1970 in St. Petersburg, lebt seit 1977 in Wien, wo sie auch studierte. Sie ist Schriftstellerin und Kolumnistin und war viele Jahre als Dolmetscherin tätig. Bei Deuticke erschienen »Spaltkopf« (2008, u. a. ausgezeichnet mit dem Rauriser Literaturpreis 2009), »Herznovelle« (2011, nominiert für den Prix du Livre Européen), »Die Erdfresserin« (2012) und »Krötenliebe« (2016). Ihr erstes Jugendbuch »Dazwischen: Ich« (2016) wurde u. a. mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis, dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Luchs (von Die Zeit & Radio Bremen) ausgezeichnet. Es folgten »Hinter Glas« (2019), »Dazwischen: Wir« (2022) und »Der Geruch von Ruß und Rosen« (2023). Ihr neues Jugendbuch »Mo & Moritz« erscheint im Frühjahr 2026.

Pressestimmen

"Ein Entwicklungsroman von grosser Anschaulichkeit, dessen souveräne und freche Sprache Beweis dafür ist, dass Julya Rabinowich nicht nur in einer neuen Heimat angekommen ist, sondern auch in der Literatur." Paul Jandl, Neue Zürcher Zeitung, März 2009 "In stark rhythmisierten, bildreichen Sätzen erzählt Julya Rabinowich die Geschichte einer Orientierung in der Fremde, die auch ihre sein könnte." Cornelia Niedermeier, Der Standard "Kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion besucht Mischka das erste Mal seit der Emigration ihre Geburtsstadt Leningrad. Die Beschreibung dieser Reise mit ihren grotesken Verwandtenbesuchen, Fressorgien und Reminiszenzen schwankt zwischen Wehmut, Witz und Entsetzen und ist mit das Beste, was dieser Roman zu bieten hat." Vladimir Vertlib, Die Presse
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