Mo & Moritz

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Buchprofile - Rezension
Mo hat muslimische Wurzeln, macht eine Lehre in einem Frisiersalon und lernt dort den jüdischen Moritz kennen und lieben.
Als Mo einen Ausbildungsplatz in einem noblen Wiener Frisiersalon bekommt, da scheint er am Ziel seiner Wünsche angekommen. Dann taucht allerdings ein viel größerer Wunsch auf in Gestalt von Moritz, Kunde in diesem Salon. Mo spürt die enorme Anziehungskraft dieses Jungen auf ihn, und als auch Moritz sich zu seiner Liebe zu Mo bekennt, scheint sein Leben fast perfekt. Doch da sind auch Mos muslimische Wurzeln. Vor allem bei seinem Bruder findet er abgrundtiefen Hass auf Homosexuelle und auf Juden – und Moritz ist Jude. Also verstrickt sich Mo immer tiefer in Lügen, um mit seinem Freund zusammen sein zu können. Zum größten Problem wird dabei sein Bruder, dessen Verstrickung in einen geplanten islamistischen Anschlag auf ein Konzert von Taylor Swift er entdeckt. Der Konflikt, sich zwischen seiner Familie, seinem jüdischen Freund und seinen eigenen Wünschen entscheiden zu müssen, droht ihn zu zerreißen. Der Konflikt ist am Ende nicht gelöst, aber als Mo sich offen zu seiner homosexuellen Orientierung und seinen eigenen Wünschen bekennt, gibt es zumindest Hoffnung auf ein gutes Ende.
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Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Buch des Monats empfiehlt:

Mo und seine Familie sind aus einem muslimischen Land nach Wien gekommen und das Einleben ist nicht einfach: Neben der Sprache sind es andere Gepflogenheiten und Regeln. Während jedoch die jüngere Schwester den Prozess einer Emanzipation durchlebt, fliegt Mo von der Schule und beginnt eine Lehre in einem Friseursalon. Plötzlich verliebt er sich. Doch darf er Moritz lieben? Und Moritz, der aus einer jüdischen Familie stammt, wird auch mit dieser Frage konfrontiert. Klug und sensibel entfaltet Rabinowich das Leben nach dem 7. Oktober 2023 und zeigt eine traumatisierte Familie, erzählt aber auch über den Antisemitismus in Mos Familie. Mo geht einen schmerzhaften Weg und muss Entscheidungen treffen. Ein Roman, der Fragen stellt und zum Nachdenken anregt.

Artikelbeschreibung

Queere Romance mit Tiefgang: Zwei Jugendliche, die für ihre Liebe kämpfen und Vorurteile überwinden. Julya Rabinowichs neuer Jugendroman - Ausgezeichnet als »Jugendbuch des Monats« der Deutschen Akademie für Kinder- und JugendliteraturMo stammt aus einer Familie mit muslimischen Wurzeln. Als er eine Friseurlehre in einem Wiener Nobelsalon beginnt, taucht er ein in eine glamouröse Welt. Eines Abends wird er hinter den Kulissen des Wiener Opernballs eingesetzt und verliebt sich - ausgerechnet in Moritz, einen Jungen aus einer jüdischen Familie. Mo schwebt auf Wolke sieben - und bekommt gleichzeitig kalte Füße: Was, wenn seine Familie davon erfährt? Wird er jemals zu Moritz und seiner Liebe stehen können? Julya Rabinowich erzählt in Mo & Moritz eine Liebesgeschichte von heute, ganz nah dran an den Träumen und Hoffnungen Jugendlicher!

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Personeninformation

Julya Rabinowich, geboren 1970 in St. Petersburg, lebt seit 1977 in Wien, wo sie auch studierte. Sie ist Schriftstellerin und Kolumnistin und war viele Jahre als Dolmetscherin tätig. Bei Deuticke erschienen »Spaltkopf« (2008, u. a. ausgezeichnet mit dem Rauriser Literaturpreis 2009), »Herznovelle« (2011, nominiert für den Prix du Livre Européen), »Die Erdfresserin« (2012) und »Krötenliebe« (2016). Ihr erstes Jugendbuch »Dazwischen: Ich« (2016) wurde u. a. mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis, dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Luchs (von Die Zeit & Radio Bremen) ausgezeichnet. Es folgten »Hinter Glas« (2019), »Dazwischen: Wir« (2022) und »Der Geruch von Ruß und Rosen« (2023). 2026 erschien ihr neues Jugendbuch »Mo & Moritz«.

Pressestimmen

»Es ist ein Spiel mit Erwartungen und Zuschreibungen, mit Sehnsucht, Angst und Vorurteil, das Julya Rabinowich vorantreibt. Sie nutzt es, um ein Thema einzukreisen: die Kurzsichtigkeit vorschneller Kategorisierung. ... Wo stehen die Leser inmitten der Klischees und Vorurteile, der Zuschreibungen und Ängste, die die Gegenwart prägen? Mit all dem treibt Julya Rabinowich ein unerbittliches Spiel. ... Sie ermutigt zu der großen Frage, wie jemand zu dem oder der wird, die man meint, sein zu müssen, oder die man sein will. Jeder Mensch hat eine Geschichte. Darin liegt die Möglichkeit einer Gegenerzählung. Aus der Tragödie von Romeo und Julia wird die vorsichtig versöhnliche Utopie von 'Mo & Moritz'.« Christine Knödler, Süddeutsche Zeitung, 03.02.2026 »Sehr klug macht das Julya Rabinowich, weil sie einerseits eine sehr 'sweete' Liebesgeschichte erzählt, die sehr romantisch ist und die andererseits aufgeladen ist mit kulturellen Konflikten. ... Der Frisiersalon vom Herrn Franz ist ein ganz wunderbar erzählter Handlungsort. ... Im Schatten der Oper setzt diese Liebesgeschichte immer wieder an und erzählt gleichzeitig auch mit der Wucht und Dramatik einer Oper.« Heidi Lexe, Deutschlandfunk, 07.03.2026 »Zu Beginn des Buchs ist Mo gerade von der Schule geflogen (der erwähnte Rassismus), bekommt aber eine zweite Chance als Auszubildender in einem edlen Wiener Friseursalon. ... Hier lernt Mo das Lebenswichtigste über zwischenmenschliche Beziehungen, über Toleranz, Mut und Großzügigkeit. Die Szenen im Salon sind deshalb ... fast die schönsten, rührensten des ganzen Buchs. ... Dass Mo und Moritz mit wirklich allem zu tun haben, was an politischem Sprengstoff gerade so in der Luft liegt (Antisemitismus, Rassismus, Islamismus) - an dieser Situation lässt sich einiges erzählen über die heutige Gesellschaft in all ihrer Komplexität.« Anna Vollmer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2026 »Rabinowich' Charakterzeichnungen sind intim, mitfühlend, plastisch, präzise. Die prägnanten Konturen ihrer Figurenskizzen verdeutlichen umso mehr die Risse, die sich zwischen den Personen auftun. Status oder Familie sind dabei in letzter Konsequenz zweitrangig: Zuvorderst sind wir alle einfach Menschen. ... Die Frage aller Fragen lautet immer schon: Wie überwinden wir die Abgründe zwischen uns und finden uns wieder als geeinte Menschheit? Wir alle kennen die eine, einzige Antwort: Mut zur Liebe, Mut zu lieben, Mut zu sich selbst. 'Mo & Moritz' gibt sie nachdrücklich, berührend und ganz nah an der jungen Wirklichkeit.« Helmuth Santler, Der Standard, 21.02.2026 »Dieses Buch sollten unbedingt so viele Menschen wie möglich lesen. ... Es ist romantisch, es ist wunderschön erzählt. ... Es ist ein unglaublich packender, kluger Roman und es ist eines dieser Bücher, das einen mit der Welt versöhnt. Nicht weil es keine Probleme ansprechen würde, sondern weil es die Probleme so differenziert und klar anspricht wie es nötig ist, um eine Lösung zu finden. Ein tolles, tolles Buch - sehr berührend. Das sollte jeder lesen!« Johannes Kössler, ORF - Guten Morgen Österreich, 03.02.2026
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