Der Geruch von Ruß und Rosen

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Buchprofile - Rezension
Madina kehrt zurück in ihre vom Krieg zerstörte Heimat, um dort ihren Vater zu suchen.
Im dritten Band von Madinas Geschichte (s. BP/mp 16/1039, 22/372) erzählt sie in Tagebuchform von ihrer fortschreitenden Integration und den Konflikten in der Familie. Der stärkste Gegner der neuen Werte von Gleichberechtigung, ihr Vater, ist allerdings in die alte Heimat zurückgekehrt, um sich um seine Mutter zu kümmern. Auch wenn ihr die Abwesenheit des Vaters die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben gibt, fährt Madina nach Kriegsende zurück, um ihn zu suchen. Sie findet ihn völlig traumatisiert in einem Versteck und nimmt ihn mit nach Deutschland, wo er nur mühsam mit den neuen Werten zurechtkommt. Vor allem seine zerstörte Rolle als Familienoberhaupt, seine physische und psychische Schwäche treibt ihn in den Alkoholismus, was seine Schwäche verstärkt. Madina gelingt es mit der Hilfe von Freunden und ihrer unerschütterlichen Liebe zu ihm, dass er erste Schritte in die neue Gesellschaft wagt. Madinas Heimat ist ein nicht präzise benanntes Land und steht für so viele von Kriegen erschütterte Länder und Madinas Familie für so viele vor diesen Kriegen Geflüchtete. Eindrucksvoll werden die Leser für die Traumata der Menschen sensibilisiert und für die oft mühsame Integration geworben.
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Artikelbeschreibung

Hochaktuell und tief bewegend: der erste Roman über die Rückkehr in die vom Krieg zerstörte Heimat. "Julya Rabinowichs Buch trifft mitten ins Herz und öffnet dort ganz neue Perspektiven." (Ursula Poznanski)Der Krieg ist aus und Madina wagt die Reise in ihre alte Heimat, um endlich eine Antwort auf die quälende Frage nach dem Verbleib ihres Vaters zu erhalten. Und um sich von dem Leben zu verabschieden, das sie so fluchtartig hinter sich lassen musste. Die Wunden des Krieges sind noch frisch, Madina begegnet großem Leid und Misstrauen. Und sie muss feststellen, dass nicht jede Suche wie erhofft endet. Die Suche nach ihrem Vater führt Madina letztendlich zu sich selbst. Und sie begreift, dass es an der Zeit ist, die Verantwortung für ihre Familie abzugeben und ihren eigenen Träumen zu folgen. Dies ist eine Geschichte über die Abgründe, in die ein Krieg so viele Familien stürzt, und die Geschichte einer starken jungen Frau, die über sich hinauswächst und sich selbst findet - tiefgründig und kraftvoll.

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Personeninformation

Julya Rabinowich, geboren 1970 in St. Petersburg, lebt seit 1977 in Wien, wo sie auch studierte. Sie ist Schriftstellerin und Kolumnistin und war viele Jahre als Dolmetscherin tätig. Bei Deuticke erschienen »Spaltkopf« (2008, u. a. ausgezeichnet mit dem Rauriser Literaturpreis 2009), »Herznovelle« (2011, nominiert für den Prix du Livre Européen), »Die Erdfresserin« (2012) und »Krötenliebe« (2016). Ihr erstes Jugendbuch »Dazwischen: Ich« (2016) wurde u. a. mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis, dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis und dem Luchs (von Die Zeit & Radio Bremen) ausgezeichnet. Es folgten »Hinter Glas« (2019), »Dazwischen: Wir« (2022) und »Der Geruch von Ruß und Rosen« (2023). 2026 erschien ihr neues Jugendbuch »Mo & Moritz«.

Pressestimmen

"Dieses Buch zieht einen von der ersten Seite so in seinen Bann, weil es einfach so aktuell, so spannend und so gut geschrieben ist. ... Mich hat das Buch wirklich sehr beeindruckt, lange nicht losgelassen und man sollte es unbedingt lesen." Sarah Hartl, rbbKultur, 24.08.2023 "Es ist ein sehr differenziertes, sehr kluges und unglaublich berührendes Buch. Julya Rabinowich hat sehr viel mit Flüchtlingen gearbeitet und hat dieses Buch großartigst erzählt." Johannes Kössler, ORF "Bücher der Woche", 05.09.2023 "Das Buch lässt sich auch ohne seine Vorgänger gut verstehen. Und es übertrifft diese noch an, ja, Sprachkraft und dem Mut, auch schwierige, moralisch unlösbare, ja grausame Themen anzufassen. ... Hier stimmt jedes Wort und transportiert nicht nur eine Handlung, sondern trägt einen auf den Flügeln der Imagination davon." Kirstin Breitenfellner, Falter Magazin, 01.10.2023 "Absolut lesenswert und sehr mitreißend." Sylvia Schwab, Deutschlandfunk Kultur, 23.08.2023 "Berührend!" Marco Weise, Kurier, 30.08.2023
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