Die schönste Version

Roman | Eine radikal ehrliche Anklage an toxische Beziehungen und das System, das sie ermöglicht
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Buchprofile - Rezension
Sozialisation einer jungen Frau im Osten Deutschlands – packend und schonungslos.
Jella scheint mit Yannick das große Los gezogen zu haben. Er ist ein aufmerksamer und einfühlsamer Partner und sie wollen alles in ihrer Beziehung richtig machen. Sexuell scheint es keine Probleme zu geben, doch Jella öffnet sich Yannick nicht ganz und gibt ihm nur bruchstückhaft Probleme ihrer Vergangenheit preis. In ihren ersten Beziehungen gelang es ihr nicht, Grenzen zu ziehen, sie begab sich in Abhängigkeiten, die wiederum nur zu seelischer Verletzung führten. Als Yannick seine Schwachstellen Eifersucht und mangelnde Toleranz zeigt, kippt die Beziehungsidylle. Yellas Prägung durch Familie, ihr früheres soziales Umfeld und ihre Sexualpartner führen dazu, dass sie sich mit ihren Mitteln zur Wehr setzt: mit ihrer Weiblichkeit, ihrer Sprache, ja sogar mit körperlichem Gewaltausbruch. Auf Ausraster beider Seiten folgt reuevolle Versöhnung, die ihre Abhängigkeit voneinander zeigt, für ein gesundes Miteinander jedoch nicht lange ausreicht: Eine Spirale aus intensiver, liebevoller und dann wiederum gefährlicher, verletzender Nähe führt dazu, dass Yannick eskaliert und seine Hände um ihren Hals legt … - Ein dichter, sprachlich sehr interessanter Roman, der sich vieler Stilmittel bedient, Einblicke in eine Nachwendejugend gibt und die Zerrissenheit der Gefühlswelt der Protagonistin sehr gut darlegt. Ruth-Maria Thomas Schilderung erotischer bzw. sexueller Szenen könnte Leser:innen bei der Lektüre stören. Mit dieser Einschränkung empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2024 und für den aspekte-Literaturpreis 2024

Die späten Nullerjahre, frühen 2010er Jahre in einer ostdeutschen Kleinstadt: Die schönste Version erzählt die Geschichte von Jella und Yannick, von der ersten großen Liebe, die alles richtig machen will. Bis es kippt. Wieder zurück in ihrem Kinderzimmer fragt Jella sich, wie es so weit kommen konnte. Sie schaut noch einmal genauer hin: auf ihr Aufwachsen in der Lausitz. Kleinstadt und Kiesgruben, Gangsterrap und Glitzerlipgloss. Auf Freundinnen, die sie durch so vieles trugen. Und auf den Moment, in dem Yannicks Hände sich um ihren Hals schlossen.

Die schönste Version ist die Geschichte eines Erwachens, Erkennens, Anklagens, eine große Introspektion: Ruth-Maria Thomas schreibt über das Frauwerden, Frausein, von Körpern, Begierden und tiefen Abgründen. Mit stilistischer Brillanz, großer Leichtigkeit und Drastik erzählt Ruth-Maria Thomas in ihrem funkelnden Debütroman von den schönsten Dingen. Und den schrecklichsten.

«Ein bedrückend-berückendes Generationenporträt der Millennials» FAZ

«Ich bin beeindruckt - von der Intensität dieses Romans und der Hartnäckigkeit, mit der Ruth-Maria Thomas das Schicksal ihrer Heldin Jella zu ergründen sucht.» Julia Schoch (Das Liebespaar des Jahrhunderts, dtv 2023)

«Ich wünschte, es hätte dieses Buch schon in meiner Nachwendejugend gegeben. Hier steckt so viel Wissen drin, was damals schmerzlich fehlte.» Hendrik Bolz (Nullerjahre, Kiwi 2022)

«Dieser Roman ist jetzt schon eines meiner Highlights 2024. Ein Muss für uns und wirklich jeden Mann, der ansatzweise verstehen möchte, wie das Aufwachsen als Frau im Patriarchat uns kaputtmachen kann.» Louisa Dellert

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Personeninformation

Ruth-Maria Thomas, 1993 geboren und in Cottbus aufgewachsen, war als Sozialarbeiterin in der Jugendhilfe tätig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und ist Mitgründerin des erotischen Literaturmagazins Hot Topic!. 2022 war sie Finalistin des Open Mike. In ihren Texten, die u._a. im Rundfunk und in Literaturmagazinen erscheinen, beschäftigt sie sich immer wieder mit den Fallstricken weiblicher Sozialisation. Zuletzt erschien ihre Kurzgeschichte Glitzer in DAS GRAMM und wie ich frau bin bei SuKuLTuR.

Pressestimmen

«[eine] Geschichte über eine junge Frau aus Ostdeutschland mit einer toxisch-gewaltvollen Beziehung. Jedes einzelne dieser drei Themen ist mittlerweile gut bearbeitet - aber kaum jemals so brutal anmutig, wie es sich Thomas vornimmt. Mit diesem Roman, der so mühelos die Erzählregister zwischen einer panisch atemlosen Sprache und einer ausgeruhten Sanftheit wechselt.» Berit Dießelkämper Die Zeit 20240919
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