Jacky

Roman | Der französische Bestsellerautor mit einem bewegenden autofiktionalen Vaterroman
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Buchprofile - Rezension
Während ihr Vater sich immer mehr von der Familie abwendet, entdecken zwei Brüder ihre Leidenschaft für Spielkonsolen.
Anthony und sein Zwillingsbruder wachsen in eher ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Dorf im Hinterland von Nizza auf. Als ihr Vater ihnen zu Weihnachten 1989 eine Spielkonsole des Typs „Atari 2600“ schenkt, ist ihre Leidenschaft geweckt: Das Videospielen wird bei ihnen zur Obsession. Sie sind erpicht, immer neuere, modernere Konsolen zu besitzen und sich tagelang an ihnen auszutoben. Und das umso stärker, als ihr mit seinem Schicksal hadernder Vater sich allmählich aus der Familie herauszieht und sie schließlich ganz verlässt. Auch den Tod ihrer krebskranken Cousine Emilie und den Selbstmord ihres so lebenslustig wirkenden Onkel Yul überstehen sie nur, indem sie tage- und nächtelang vor dem Computer hocken. So basteln sich die beiden eine Welt, in der das Videogaming Halt- und Mittelpunkt ist. – Mit viel Empathie beschreibt Anthony Passeron das typische Kleinstadteben in einem französischen Ort, der vom Niedergang geprägt ist. Gleichzeitig erläutert er in ganzen Kapiteln ausführlich die Geschichte der Entwicklung der Spielkonsolen und Videogames. Vor allem deshalb dürfte das Buch vor allem für diejenigen Leser spannend sein, die selber ein Interesse an der Welt von Atari, Super Mario und Co. haben.
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Artikelbeschreibung

Die sensibel-radikale Geschichte einer Familie

»Als das erste Morgenlicht durch das Oberlicht der Notaufnahme schimmerte, dachte ich zum ersten Mal seit Langem an meinen Vater: Wie der Protagonist eines Videospiels hatte er sich in Zeit und Raum aufgelöst. Als verlassener Sohn begann ich mit Wut zu schreiben in dem Glauben, eine Anklage gegen diesen Mann zu erheben, der seinen Kindern von einem auf den anderen Tag den Rücken gekehrt hatte.« Anthony Passeron erzählt von einem Vater, der mit den Toden seiner Brüder rang und dabei seine eigene Familientragödie auslöste. Ein kurzer, intensiver Roman um Zuneigung und zu langes Schweigen.

Produktsicherheit

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Personeninformation

Anthony Passeron wurde 1983 in Nizza geboren. Er unterrichtet französische Literatur und Geisteswissenschaften an einem Gymnasium. »Die Schlafenden« ist sein erster Roman, der international für Furore sorgt und vielfach preisgekrönt ist.

Lena Müller lebt als Literaturübersetzerin und Autorin in Berlin. Für ihre Übersetzungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Preis des Zuger Übersetzerstipendiums für Fiston Mwanza Mujilas »Tanz der Teufel«.

Pressestimmen

»(Es) besteht kein Zweifel, dass es mit Anthony Passeron eine neue Stimme in der französischen Literatur gibt, deren Entwicklung man gespannt verfolgen wird.« Friederike Gösweiner (A) Die Presse 20260516
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