Vom Schlafen und Verschwinden

Roman
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Buchprofile - Rezension
In einem Dorf nahe Karlsruhe werden rund um die Familie einer Schlafforscherin schicksalhafte Verstrickungen offenbar.
Die Schlafforscherin Ellen lebt mit ihrer siebzehnjährigen Tochter Orla in Hamburg. Eines Nachts, als sie nicht schlafen kann, erinnert sie sich an das vergangene Jahr, als sie mit Orla in ihrem Heimatdorf Grund nördlich von Karlsruhe wohnte und über zehn Wochen das Sterben ihrer Mutter Heidrun beobachtete: Während Heidrun im Koma liegt, gründet Ellens Vater Joachim einen Chor und probt fast ausschließlich John Dowlands Schlaflied "Komm schwerer Schlaf". Der Chor singt regelmäßig dieses eine Lied, wie um den Tod der Sterbenden zu bannen. Das Chortagebuch führt mit Marthe Gries eine nach Grund zugezogene ältere Dame, deren Sohn vor vielen Jahren spurlos verschwand. Ellen ahnt nicht, dass es sich dabei um Lutz handelt, mit dem sie einst ein paar romantische Ferienwochen verbrachte. Orla ist das Ergebnis dieser leidenschaftlichen Liaison. Während Heidrun dem Tod entgegengeht, lässt sich Ellen mit dem Chorkollegen Benno ein, der über das Leben eines Hochstaplers promoviert und bald selbst einer wird. Im Chor ist schließlich auch der Postbote Andreas. Er schwärmt schon seit jeher für Ellen. Doch diese erwiderte seine Liebe niemals. Niemand außer Andreas weiß, welches schreckliche Ereignis Ellen und Marthe verbindet. Er will es ruhen lassen. Doch Marthe beschleicht im Laufe der Zeit eine dunkle Ahnung und sie fasst einen tödlichen Plan. - In diesem klugen Roman mit zwei Ich-Erzählerinnen (Ellen und Marthe) vielen Erzählfäden, Verwicklungen und motivischen Verwebungen wird das Geflecht schließlich entwirrt. Zahlreiche Zeichen und Motive verwebt Hagena in ihre Geschichte, Spinnweben und Spinnen und das Quaken von Ochsenfröschen begleiten den Leser, wie auch der Gesang des Dowlandschen Schlafliedes. Schlaf findet sich in diesem Buch in allen Variationen, als Tod oder Traum oder in den Personen des Penners und der schlaflosen Schlafforscherin. Ein vielschichtiges und dramatisches Buch. Empfehlenswert.
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Artikelbeschreibung

Die Poesie der Schlaflosigkeit - Katharina Hagenas neuer Roman

In einer einzigen schlaflosen Nacht erzählt die Schlafforscherin Ellen Feld die Geschichte von dem, was sie verlor, und denen, die sie liebt. Und über das, was nicht geweckt werden darf. Während unter ihr die Hamburger U-Bahnen vibrieren, denkt sie an ihr Heimatdorf Grund zwischen Kieswerk und Spargelfeldern, an Andreas, den sie nur ein Mal geküsst hat, an ihre große Tochter Orla, die Gedichte raucht und Windharfen baut, an ihren Liebhaber Benno, der einem Deserteur auf der Spur ist und selbst abtrünnig wird. Und sie denkt an den kleinen Renaissance-Chor, den ihr Vater ins Leben rief, um seine schlafende Frau aus der Unterwelt zu singen.

Marthe Grieß singt auch in diesem Chor, der immer nur das eine Lied probt: »Komm, schwerer Schlaf«. Sie streift durch die Rheinauen, beobachtet die Graureiher und ihre Mitsänger. Keiner weiß, wer sie ist, aber es gibt ein Geheimnis, das sie alle miteinander verbindet.

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Personeninformation

Katharina Hagena, geboren in Karlsruhe, lebt als freie Schriftstellerin in Hamburg. Ihre Bücher wurden in mehr als zwei Dutzend Sprachen übersetzt. »Flusslinien« ist ihr vierter Roman.

Pressestimmen

»Über den Tod und den Schlaf ist Katharina Hagena ein sehr waches und sehr lebendiges Stück Literatur gelungen.« Die Zeit 20121031
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